Die wesentlichen Unterschiede zwischen den Szenarien bezogen sich auf die jeweils mitbetrachteten Infrastrukturmaßnahmen

Stadtentwicklungsplan Verkehr Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ­ Abt. VII Seite 107

V.4 Schlussfolgerungen

Die auf Basis des Verkehrsmodells durchgeführte Wirkungsschätzung des StEP Verkehr bildet nicht die Gesamtbilanz aller Maßnahmen ab, sondern zeigt für ausgewählte Maßnahmen bzw. Maßnahmenbündel einzeln und kombiniert Wirkungsrichtung und ­stärke an. Die Berechnungen setzen auf die erwarteten Entwicklungen auf, wie sie sich aus der GVP 2025 ableiten lassen. Die dort bereits ausgewiesenen verkehrlichen Entwicklungen und ihre Folgen wirken grundsätzlich bereits in die Zielrichtung des StEP Verkehr. Sie können durch die betrachteten Maßnahmen noch einmal deutlich verstärkt werden.

Die wesentlichen Unterschiede zwischen den Szenarien bezogen sich auf die jeweils mitbetrachteten Infrastrukturmaßnahmen. Da die Unterschiede zwischen den gesamtstädtischen Ergebnissen in allen betrachteten Effekten eher gering ausfielen, lässt sich daraus die Schlussfolgerung ableiten, dass unter den gegebenen infrastrukturellen Bedingungen Berlins einzelne zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen keine relevante Auswirkung auf das gesamtstädtische Verkehrsverhalten haben. Allerdings erzielen sie in den jeweiligen Teilräumen teilweise deutliche Entlastungswirkungen und Erreichbarkeitsverbesserungen, die für die dort ansässige Bevölkerung sowie die Wirtschaft einen hohen Nutzen bringen. Vor dem Hintergrund der begrenzten finanziellen Ressourcen gewinnt aufgrund dieses Ergebnisses dennoch der Abbau des Instandhaltungsrückstands weiter an Bedeutung. Die deutlich positive Wirkung nicht-infrastruktureller Maßnahmen konnte eindeutig nachgewiesen werden. Ihnen wird für die Erreichung der Ziele des StEP Verkehr weiterhin hohe Bedeutung beigemessen.

V.5 Abschätzung der Zielerreichung V.5.1 Verfahren und Ergebnisse

Die vorstehenden Ergebnisse der (quantifizierten) Wirkungsanalysen ermöglichen es zusammen mit der bei der Zusammenstellung des Handlungskonzepts erfolgten Bewertung der Kernmaßnahmen (Kapitel IV.2), den Umfang, in dem die Ziele des StEP Verkehr erreicht werden können, abzuschätzen.

Diese Beurteilung ist, ebenso wie eine Reihe der Qualitäts- und Handlungsziele, qualitativ formuliert und bezieht sich auf das Jahr 2025 im Vergleich mit der Ausgangssituation. Das Maß der Zielerreichung wird anhand der nachfolgend benannten fünf Kategorien aufgezeigt:

· starke Veränderung in Zielrichtung

· teilweise Veränderung in Zielrichtung

· keine relevante Veränderung oder teils Veränderung in Zielrichtung, teils gegen die Zielrichtung

· teilweise Veränderung entgegen der Zielrichtung

· starke Veränderung entgegen der Zielrichtung Stadtentwicklungsplan Verkehr Seite 108 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ­ Abt. VII Grundlage für den Abgleich der Zielerreichung ist die Annahme, dass im Jahr 2025 der Maßnahmenkatalog des StEP Verkehr insgesamt vollständig umgesetzt sein wird.

Die tabellarische Übersicht zeigt, dass für sämtliche Qualitätsziele durch die Maßnahmen des StEP Verkehr im Jahr 2025 Veränderungen in Zielrichtung erreicht werden können. Bei einzelnen oder mehreren Handlungszielen wird die Zielerreichung als stark eingeschätzt, d.h. es kann damit gerechnet werden, dass bis 2025 das jeweilige Ziel vollständig erreicht wird. Veränderungen entgegen der Zielrichtung treten nicht auf.2 Bessere Vernetzung der regionalen, nationalen und internationalen Verkehrsnetze und Verkehrsangebote

Verbesserung wichtiger Verbindungen zwischen Berlin und dem Umland sowie den größeren Orten und Städten in Brandenburg entlang der von Berlin ausgehenden Achsen einschließlich weiterer wichtiger Zentren

Weitere Verbesserung der Erreichbarkeit zwischen Berlin und den Siedlungsgebieten entlang der von Berlin ausgehenden Achsen

Sicherung, Ausbau und bessere Vernetzung logistischer Schnittstellen (Sammel- und Distributionsstandorte) Stadtentwicklungsplan Verkehr Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ­ Abt. VII Seite 109

Ziele (Qualitätsziele) Handlungsziele

Steigerung der Effektivität im ÖV bei Gewährleistung mindestens gleichbleibender Qualität der Angebote

Schaffung von Rahmenbedingungen zur Steigerung der Effektivität und ökonomischen Nachhaltigkeit des Gesamtverkehrssystems

Qualitätssicherung bei vorhandenen Angeboten und Netzen und Ausnutzung verfügbarer Potenziale zur Qualitätssteigerung (Prämisse: Bestandserhaltung vor Neubau) Soziale Zieldimension

Ermöglichung von Mobilität unabhängig von Geschlecht und Lebenssituation

Förderung eigenständiger und sicherer Mobilität von Kindern und Jugendlichen

Gewährleistung gleichwertiger Mobilitätschancen von älteren Menschen

Gewährleistung gleichwertiger Mobilitätschancen mobilitätseingeschränkter Bevölkerungsgruppen (Zugang und Nutzungsmöglichkeiten)

Herstellung gleicher Mobilitätschancen: Berücksichtigung unterschiedlicher Mobilitätsbedürfnisse aufgrund unterschiedlicher Lebensbedingungen