Verkehrsflächen als Grünfläche

Positiv wirkt sich die Entsiegelung von Teilflächen sowie die Entwicklung großer bisher für Besucher nicht zugänglicher Verkehrsflächen als Grünfläche / Feld, Flur, Wiese aus. Eine Entsiegelung ist jedoch grundsätzlich von den Bodenbelastungen abhängig, die zu Gefährdungen führen und Schutz- oder Sanierungsmaßnahmen erforderlich machen können. Diese sind auf der nachfolgenden Planungsebene zu bestimmen.

Auf dem Areal des Flughafens Tegel wurden Vorkommen besonders bzw. streng geschützter Arten (§ 7 Abs. 2 Nr. 13, 14 BNatSchG) nachgewiesen (siehe Kap. 2.4).

Bei der Entwicklung von Teilen des Flughafenareals sollen die als Grünfläche/Feld, Flur, Wiese dargestellten Bereiche für Maßnahmen zur Vermeidung von Beeinträchtigungen der geschützten Arten genutzt werden.

Prognose bei Nichtdurchführung der Planung

Die Aufgabe des Flugbetriebs ist unabhängig von der Änderung des FNP. Jede Nachnutzung setzt die Änderung des FNP voraus. Damit einhergehende Umweltauswirkungen würden bei Nichtdurchführung der Planänderung entfallen. Andererseits wäre eine Umnutzung des Flughafenareals planungsrechtlich nicht abgesichert.

Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen

Die Entwicklung neuer Bauflächen stellt einen Eingriff in die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes dar und erfordern Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich der nachteiligen Auswirkungen. Entsprechende Maßnahmen können sein:

- Schonender Umgang mit Grund und Boden

- Minimierung der Neuversiegelung

- Erhalt bestehender Grünstrukturen

- Kompensation der baulichen Inanspruchnahme sowie Schaffung zusätzlicher Lebensräume durch Entsiegelung, Dach- und Wandbegrünung

- Verbesserung der Verbindungsfunktionen

- Lärmschutzmaßnahmen

Aufgrund der Maßstabsebene des FNP können Art und Umfang der Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich erst im Rahmen der zur Umsetzung erforderlichen Bebauungspläne festgelegt werden. Dies gilt auch für Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Verbesserung der stadtklimatischen und lufthygienischen Verhältnisse, des Bodenschutzes, sowie die sich in Bezug auf die Altlastenverdachtsflächen, den Immissionsschutz, den Wasserhaushalt und den Biotop- und Artenschutz ergebenden gesetzlichen Anforderungen.

Bei der Umsetzung der Planung in den nachfolgenden Bebauungsplänen und Baugenehmigungen kann grundsätzlich, ggf. im Wege einer Ausnahme oder einer Befreiung nach dem BNatSchG sichergestellt werden, dass die artenschutzrechtlichen Anforderungen im Hinblick auf die im Plangebiet vorhandenen streng und besonders geschützten Arten eingehalten werden können. Dabei kommen ggf. vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen des besonderen Artenschutzes außerhalb des Flughafenareals (auf den prioritären Flächen der Ausgleichskonzeption des Landschaftsprogramms) in Betracht.

Darstellung von Alternativen

Im Rahmen der Konzepterstellung für die Nachnutzung des Flughafenareals Tegel wurden in einem kooperativen Werkstattverfahren verschiedene Planungsalternativen diskutiert und geprüft. Ziel war die Integration des rund 460 ha großen Zukunftsraums in den städtischen Gesamtzusammenhang. Lage, Anordnung und Verteilung der Baufelder und Nutzungen wurde dabei in Varianten geprüft. Im Ergebnis ist hieraus der Konzeptansatz „Forschungs- und Industriepark Zukunftstechnologie (SenStadt 2009) entstanden, auf dem die FNPÄnderung basiert und der nach Maßgabe der Planungsziele als tragfähiges Konzept abgeleitet wurde.

Verfahren der Umweltprüfung

Die Ermittlung der Umweltbelange erfolgte bisher durch die Auswertung der Bestandsaufnahmen und Bewertungen des Landschaftsprogramms, des Umweltatlas Berlin und des Lärmaktionsplans, dem Bodenbelastungskataster (Katasternr. 94) Berlin sowie folgender Unterlagen:

- Nachnutzung Flughafenareal Berlin - Tegel: Bestandserfassung und Handlungsempfehlungen (2009),

- Flughafen Tegel und Flughafensee in Berlin: Zusammenfassende Bewertung und naturschutzfachliche Planung (2009)

- Fachbeitrag Stadtklima zum FNP-Änderungsverfahren (2010)

- Eingriffs- und artenschutzrechtliche Folgenabschätzung (2010)

- Fachbeiträge Verkehr und Schall zum FNPÄnderungsverfahren (2010).