Photovoltaik

Begleitend werden sogenannte „Fachgespräche" sowie ergänzende Experteninterviews durchgeführt.

In diesem Kontext ist darauf hinzuweisen, dass die Energiestatistiken des Landes Berlin über die Jahre betrachtet große Schwankungen aufweisen, die ein Indiz für bestehende Unsicherheiten in den statistischen Erhebungen sind. Insbesondere zeigt sich, dass die amtlichen Energiebilanzen bei der Bilanzierung von Endenergie teilweise stark aggregiert sind,12 um für einzelne Branchen und Sektoren die entscheidenden Energieverbraucher und damit Adressaten für weitere Maßnahmen der Energieeffizienz zu identifizieren. Um zu einer genaueren Schätzung von Verbrauchswerten bei einzelnen Teilsektoren zu gelangen, wird deshalb besondere Sorgfalt auf die Ableitung von plausiblen Werten gelegt. Zur Sicherung der Plausibilität ist vor allem der Vergleich mit bestehenden Studien von großer Bedeutung (z. B. Marktanalysen).

Neben der Identifizierung des Energieverbrauchs in den einzelnen Handlungsfeldern ist für das Energiekonzept 2020 das Aktionsfeld Energiewirtschaft von zentraler Bedeutung. Unter Berücksichtigung der effizienzbezogenen Unternehmensstrategien der dominierenden konventionellen Energiewirtschaft ist für das Energiekonzept zielführend, auch die Potentiale einer dezentralen Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung bis zum Jahr 2020 darzustellen.

Zur Bestimmung des CO2-Minderungsbeitrags des Erzeugungs- und Umwandlungssektors werden im Energiekonzept 2020 deshalb folgende Elemente berücksichtigt:

- Zentrale Kraft-Wärme-Kopplung: Beitrag der zentralen Heizkraftwerke im Land Berlin zur einer CO2-Minderung (z. B. durch Ausbau der Fernwärmeversorgung, Umstellung des Primärenergieeinsatzes, Effizienzsteigerung im Anlagenbetrieb etc.)

- Dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung: Beitrag zur CO2-Minderung durch eine verstärkte dezentrale Versorgung von geeigneten Objekten und den Aus11

In den Fachgesprächen wurden Zwischenergebnisse zu den Erhebungen und empfohlenen Maßnahmen mit Vertretern der Senatsverwaltung, betroffenen Unternehmen und Verbänden vertiefend erörtert.

Die amtliche Energiebilanz weist z. B. den Sektor „Gewerbe, Handel und Dienstleistungen nur in seiner Gesamtheit aus, ohne zwischen den einzelnen Teilsektoren und im Dienstleistungsbereich zwischen dem öffentlichen und dem privaten Dienstleistungssektor zu differenzieren. Hier sind bestehende Marktanalysen z. B. zum Wärmemarkt von Berlin wesentlich genauer.

So hat Vattenfall Europe bereits im Frühjahr 2009 sein Energiekonzept für das Land Berlin vorgelegt [Vattenfall Europe 2009], dessen Ausrichtung bei der Erstellung des Energiekonzeptes 2020 berücksichtigt werden muss. Ebenso ist die Unternehmensstrategie der Gasag mit dem Titel „Berlin verpflichtet" von wichtiger Bedeutung [Gasag 2007].

Hier findet das Energiekonzept der Vattenfall Europe AG vertiefende Berücksichtigung [Vattenfall Europe 2009]. bau von Objektnetzen;15 für das Zielszenario werden hierzu die wirtschaftlichen Ausbaupotentiale bis 400 kW installierter elektrischer Leistung untersucht.

- Erneuerbare Energien: Bestimmung der Ausbaupotentiale für die im urbanen Raum Berlin besonders geeigneten Technologien zur Nutzung von Biomasse (besonders regionale Nutzungspotentiale aus dem Land Brandenburg), Solarenergie (Solarthermie und Photovoltaik) und oberflächennahe Geothermie (Wärmepumpen).

Vattenfall Europe hat bereits im Frühjahr 2009 sein Energiekonzept 2020 für das Land Berlin vorgelegt [Vattenfall Europe 2009]. Die Inhalte dieses Konzeptes sind bei der Erstellung des Energiekonzeptes 2020 ebenso berücksichtigt worden wie die Unternehmensstrategie „Berlin verpflichtet" der Gasag, die vor allem den Ausbau der Erzeugung und Nutzung von Biogas forciert [Gasag 2007]. Das Energiekonzept 2020 geht in seinen Berechnungen davon aus, dass das Energiekonzept von Vattenfall in der vorgelegten Form umgesetzt wird (inklusive der Kraftwerkplanungen zu Klingenberg).

Ebenso werden die Potentiale der Einspeisung von aufbereitetem Biogas einbezogen (s. Kapitel zur CO2-Bilanzierung).

Da die Gestaltung einer nachhaltigen und effizienten städtischen Infrastruktur für das Land Berlin (Energie und Verkehr) maßgeblich planerische Aspekte der Stadtentwicklung berührt, wird auch dem Planungsfeld Stadtentwicklung im Energiekonzept 2020 eine wichtige Bedeutung eingeräumt. Mit diesem Planungsfeld wurde die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in die Diskussionen zum Energiekonzept eingebunden (s. Kapitel 15). Im Hinblick auf die Entwicklungs- und Ausbaupotentiale von Energieeffizienztechnologien zielt das Energiekonzept außerdem darauf ab, einen Beitrag zur Stärkung des Energie- und Dienstleistungsstandorts Berlin zu leisten. Hierzu werden in dem Aktionsfeld „Energietechnologie und -forschung" die Ergebnisse der Potentialanalysen mit Handlungsempfehlungen zur Entwicklung des Technologiestandorts Berlin zurückgekoppelt (s. Kapitel 16).

Die folgende Abbildung stellt die Vorgehensweise und Elemente des Energiekonzepts 2020 im Überblick dar.

Die wirtschaftlichen Ausbaupotentiale der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung werden durch die Berliner Energieagentur berechnet.

Die Ausbaupotentiale von Erneuerbaren Energien in Berlin werden in einer gesonderten Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung berechnet, die im Rahmen des Energiekonzepts 2020 als Unterauftrag vergeben wurde. Außerdem finden hier die Planungen der Gasag im Rahmen ihrer Klimastrategie Berücksichtigung [Gasag 2007].

Entgegen der Annahme im Vattenfall-Konzept und unter Berücksichtigung der Annahmen zur Wärmeverbrauchsentwicklung im Gebäudebestand geht das Energiekonzept 2020 nicht von einem gleichbleibenden Fernwärmeabsatz bis zum Zieljahr 2020 aus, sondern von einem geringfügigen Rückgang in einer Größenordnung von ­ 3,5 %.

Das Energiekonzept 2020 nimmt bis zum Zieljahr 2020 einen Anteil von 7,5 % Biogas am in Berlin insgesamt abgesetzten Erdgasvolumen an. Der gesamte Erdgasbedarf reduziert sich gegenüber dem Jahr 2005 geringfügig um ­ 1,2 %.

Abbildung 14: Energiekonzept 2020 - Vorgehensweise Quelle: Berliner Energieagentur 5.25.25.25.2 Allgemeine AnnahmenAllgemeine AnnahmenAllgemeine AnnahmenAllgemeine Annahmen

Der Ableitung der handlungsfeldbezogenen Energieeffizienzstrategie für das Land Berlin und der Empfehlung eines hierfür erforderlichen Maßnahmenkatalogs liegen folgende Annahmen zu den künftigen demografischen, wirtschaftlichen und energiepolitischen Rahmenbedingungen zugrunde.

5.2.15.2.15.2.15.2.1 Demografische EntwicDemografische EntwicDemografische EntwicDemografische Entwicklungklungklungklung

Von wesentlicher Bedeutung sind die Annahmen zur demografischen Entwicklung im Land Berlin, da diese maßgeblich für den prognostizierten Endenergieverbrauch der Bevölkerung bis zum Jahr 2020 sind. Ausgehend von einem Bevölkerungsstand im Referenzjahr 2005 von 3,395 Mio. Einwohnern [Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 2007a], liegt dem Energiekonzept 2020 für die Bevölkerungsprognose bis 2020 eine Studie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zugrunde. Nach einer dort enthaltenen mittleren „Basisprognose" ist bis zum Jahr 2020 mit einem geringfügigen Bevölkerungsanstieg um ca. 70.000 Einwohner auf dann ca. 3,48 Mio. Einwohnern zu rechnen [Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 2009]. Nach dieser Prognose bleibt die Einwohnerzahl dann bis 2030 nahezu konstant. Auf der Grundlage dieser Prognose wird sich die Zahl der privaten Haushalte im Untersuchungszeitraum von ca. 1,90 Mio. auf 1,93 Mio. geringfügig erhöhen.

In der genannten Basis-Variante geht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung von folgenden Annahmen aus:

- Die wirtschaftliche Entwicklungsdynamik ist positiv; die industriellgewerbliche Basis ist gefestigt.

- Unternehmensansiedlungen erfolgen insbesondere in überregionalen Dienstleistungen (Medien, Kultur, Tourismus).

Es wird angenommen, dass die Größe der Haushalte mit 1,8 Personen je Haushalt ungefähr gleich bleibt.