Baugrundstücke

Diese grundlegenden Änderungen machen die Neuaufstellung eines Bebauungsplans erforderlich.

Im kleinen Teil des Plangebietes an der Rudower Chaussee soll ­ abweichend vom festgesetzten Bebauungsplan XV-55a ­ ein Ergänzungsbau zwischen den denkmalgeschützten Bestandsgebäuden im Sondergebiet Kultur und Soziales planungsrechtlich ermöglicht und eine Teilfläche des Platzes dem Sondergebiet zugeordnet werden.

I.2. Plangebiet und seine stadträumliche Einordnung

Das Plangebiet liegt im Kernbereich des Wissenschaftsstandortes Adlershof im Südosten Berlins auf halbem Wege zwischen der Innenstadt und dem Flughafen Schönefeld und ist insbesondere durch die fußläufig gut erreichbare S-Bahnanbindung hervorragend mit diesen verbunden. Über die Hermann-Dorner-Allee besteht eine direkte Verbindung zur Autobahn A113. Die B 96a im Verlauf des Adlergestells ist eine Magistrale, die die Stadtmitte und das Umland in gleichem Maße gut erreichbar macht. Die Parallelverbindung zum Adlergestell, der Groß-Berliner Damm, verläuft unmittelbar angrenzend an das Plangebiet.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans XV-55a-1 besteht aus zwei unterschiedlich großen Teilflächen, wobei die eine annähernd 19 ha groß ist, während die andere ca. 1 ha umfasst. Insgesamt wird ein etwa 20 ha großes Gebiet überplant.

Der große Teilbereich liegt zwischen den universitären Einrichtungen der HU entlang der Abram-Joffe-Straße und dem Landschaftspark, begrenzt im Südwesten von der Karl-ZieglerStraße und im Nordosten vom Groß-Berliner Damm. Nordöstlich des Groß-Berliner Damms befinden sich das Büro- und Produktionsgebäude eines Solarmodulherstellers sowie ehemalige Kasernen, die als Bürogebäude genutzt werden. Unter anderem sind hier verschiedene Ämter des Bezirks Treptow-Köpenick untergebracht.

Der kleine Teilbereich umfasst insbesondere den Stadtplatz, das Forum, unmittelbar an der Rudower Chaussee in direkter Nachbarschaft zur Bibliothek und des Institutes für Psychologie der HU. I.3. Eigentumsverhältnisse

Bis auf das Grundstück Karl-Ziegler-Straße/Hermann-Dorner-Allee (Gewerbegebiete GE 1A und GE 1B) und die Laborhäuschen auf dem Forum befinden sich die Flächen im Geltungsbereich des Bebauungsplans im Eigentum des Landes Berlin.

I.4. Nutzung / Erschließung Einziger Gebäudebestand im gesamten Plangebiet sind drei ehemalige Kasernen des Wachregiments „Feliks Dzierzynski" zwischen Abram-Joffe-Straße, Groß-Berliner Damm,

Zum Großen Windkanal und Katharina-Boll-Dornberger-Straße sowie die beiden eingeschossigen denkmalgeschützten ehemaligen Laborgebäude auf dem Forum an der Rudower Chaussee. Die beiden Laborgebäude einschließlich der neu errichteten Zwischenbaus werden von der WISTA-MG genutzt. Die drei Kasernen werden als Verwaltungs- und Bürogebäude genutzt.

Auf der Fläche Karl-Ziegler-Straße/Abram-Joffe-Straße/Alexander-von-Humboldt-Weg wurden als Zwischennutzung 12 sogenannte Solarmover errichtet. Diese Zwischennutzung ist kurzfristig kündbar. Alle übrigen Flächen sind nicht bebaut bzw. wurden im Laufe des letzten Jahrzehnts beräumt.

Nordöstlich der Karl-Ziegler-Straße wurde im Bereich der festgesetzten öffentlichen Grünfläche die provisorische Straßenbahnwendeschleife hergestellt.

Die an das Bebauungsplangebiet angrenzenden Straßen sind hergestellt. Der Groß-Berliner Damm und die Hermann-Dorner-Allee sind Bestandteil des übergeordneten Straßennetzes von Berlin. Innerhalb des Geltungsbereichs sind die Newtonstraße sowie der Alexander-vonHumboldt-Weg bis in Höhe künftige Wilhelm-Hoff-Straße gebaut. Letzterer dient dem Fußund Radverkehr.

Die innere Erschließung des Plangebietes ist bis auf die beiden genannten Abschnitte noch nicht erfolgt. Sie ist auf der Basis dieses Bebauungsplans herzustellen und durch Wohnwege innerhalb der Baugebiete zu ergänzen.

Auf der Rudower Chaussee verkehren mehrere Buslinien. Diese verbinden das Plangebiet mit dem nahe gelegenen S-Bahnhof Adlershof und dem Ortskern Johannisthal sowie dem UBahnhof Rudow. Auf dem Groß-Berliner Damm verkehrt eine Buslinie, die den S-Bahnhof Schöneweide mit dem Flughafen Schönefeld verbindet.

Darüber hinaus liegt das Plangebiet im fußläufigen Einzugsbereich des S-Bahnhofes Adlershof und zweier Straßenbahnlinien, die von Rahnsdorf bzw. vom Alten Wasserwerk Friedrichshagen zum S-Bahnhof Adlershof fahren. Die Verlängerung der Straßenbahntrasse bis zur provisorischen Wendeschleife an der Karl-Ziegler-Straße befindet sich derzeit in Bau.

Sie kann jedoch erst nach Fertigstellung des Ausbaus der Rudower Chaussee unter der Brücke am S-Bahnhof Adlershof in Betrieb genommen werden. Dies wird voraussichtlich im Herbst 2011 erfolgen.

I.5. Vegetation/ Baumbestand

Im Plangebiet sind insbesondere der teils solitäre Baumbestand und die offene Wiesenlandschaft prägend. Neben einem Birkenhain im Bereich der Hermann-DornerAllee/Groß-Berliner Damm sind die Kieferbestände nahe der Hermann-Dorner-Allee prägende Elemente. Eine genauere Beschreibung des Vegetationsbestandes ist dem Umweltbericht zu entnehmen.

I.6. Technische Infrastruktur

Für die Vervollständigung der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur sind nach derzeitiger Einschätzung keine Probleme zu erwarten. In den bereits hergestellten Straßen sind alle notwendigen Medien verlegt. In den geplanten Straßen werden, nach Abstimmung mit den Versorgungsträgern, neue Leitungen verlegt.

Die Erschließung des Gebietes mit Fernwärmeversorgungsanlagen der BTB GmbH ist gesichert. Fernwärmeleitungen befinden sich im Groß-Berliner Damm, der Abram-JoffeStraße, der Ernst-Lau-Straße sowie in der Erich-Thilo-Straße.

Die Entwässerung im Entwicklungsbereich erfolgt im Trennsystem. Dieses Grundprinzip soll beibehalten werden. Das Schmutzwasser wird in Druckleitungen zur Großkläranlage Waßmannsdorf befördert. Das anfallende Oberflächenwasser soll sowohl auf den

Baugrundstücken als auch in den (noch herzustellenden) öffentlichen Straßenverkehrsflächen bzw. Verkehrsflächen besonderer Zweckbestimmung versickert werden.

Im Plangebiet selbst ist zwischen dem Groß-Berliner Damm und der Karl-Ziegler-Straße etwa mittig der künftigen Wilhelm-Hoff-Straße ein Regenwasserkanal verlegt. Dieser Regenwasserkanal, der teilweise in der Straßenverkehrsfläche und teilweise in der Verkehrsfläche besonderer Zweckbestimmung liegt, verfügt über keine Anschlussmöglichkeiten, so dass er nicht der Entsorgung des im Gebiet anfallenden Regenwassers dienen kann.

I. 7. Bodenbelastungen

Im Bodenbelastungskataster sind Flächen des Plangebietes als Teilflächen der Altlastenverdachtsflächen mit den Katasternummern 7548 und 7679 kartiert. Die Teilfläche mit der Nr. 7548 ist bereits vom Verdacht auf schädliche Bodenverunreinigungen befreit.

Auch das Gros der Teilfläche der unter 7679 geführten Verdachtsfläche wurde vom Verdacht auf schädliche Bodenverunreinigungen befreit. Bei den verbliebenen Verdachtsflächen handelt es sich um die mit Bestandsgebäuden belegten Flächen des SO Hochschule und der Fläche für den Gemeinbedarf.

I 8. Planerische Ausgangssituation Ziele, Grundsätze und sonstige Erfordernisse der Raumordnung

Für den vorliegenden Bebauungsplan ergeben sich die Erfordernisse der Raumordnung im Sinne des § 3 Raumordnungsgesetz aus dem Landesentwicklungsprogramm 2007 (LEPro 2007), (GVBl. S. 629) und der Verordnung über den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B) vom 31. März 2009 (GVBl. S. 182). Der Bebauungsplanentwurf ist mit den Zielen der Raumordnung vereinbar.

Die Festsetzungen im Entwurf des Bebauungsplans sind innerhalb des Gestaltungsraumes Siedlung der Festlegungskarte 1 des LEP B-B zulässig. Die Siedlungsentwicklung soll gemäß § 5 Abs. 1 LEPro 2007 i. V. m. Ziel 4.5 Abs. 1 Nr. 2 auf diesen Raum gelenkt werden.

Dem Grundsatz der Raumordnung zur Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels und zur Sicherung einer verbrauchernahen Grundversorgung kann mit der Planung entsprochen werden (§ 5 Abs. 4 LEPro 2007).

Der Entwurf des Bebauungsplans berücksichtigt auch den Vorrang der Innenentwicklung und die Priorität der Reaktivierung von Siedlungsbrachflächen aus den Grundsätzen der Raumordnung § 5 Abs. 2 LEPro 2007 und 4.1 (G) LEP B-B. Verbindliche Bauleitplanung

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans XV-55a-1 liegt innerhalb des am 19. März 2002 festgesetzten Bebauungsplans XV-55a und überplant diesen in Teilbereichen, da der Bebauungsplan XV-55a einen größeren Geltungsbereich umfasst. Neben allgemeinen Wohngebieten setzt der Bebauungsplan XV-55a insbesondere Sondergebiete für die Hochschule fest. Hinzu kommt die Sicherung einer Kindertagesstätte, von öffentlichen Grünflächen und Verkehrsflächen besonderer Zweckbestimmung sowie einem orthogonalen Raster von Straßenverkehrsflächen, welches auf Teilabschnitten erneut festgesetzt wird.