Schutzgut

Pappelbestände im Norden, der Birkenhain im Nordosten und v.a. Alt-Eichen, die nunmehr markante Einzelexemplare darstellen.

Die Teilflächen an der Rudower Chaussee und südlich der Abram-Joffe-Straße sind bebaut.

Hier werden durch den Bebauungsplan keine grundlegenden strukturellen Änderungen vorbereitet.

Auswirkungen auf das Landschaftsbild ergeben sich v.a. durch die Überbauung der größeren Freifläche im Norden. Hier findet eine grundlegende Veränderung statt. Diese ist jedoch bereits durch den festgesetzten Bebauungsplan XV-55a vorbereitet und hinsichtlich des Eingriffstatbestandes bilanziert.

II.3.2.2 Prognose der Entwicklung des Umweltzustandes bei Durchführung der Planung II.3.2.2.1 Schutzgut Menschen Bezüglich des Schutzguts Menschen stehen Fragen des Wohlbefindens und der Gesundheit im Vordergrund der Umweltprüfung. Gegenstand der Prognose sind damit mögliche Beeinträchtigungen von Wohnnutzungen, des Wohnumfeldes sowie der Erholungsnutzung durch schädliche Immissionen (v.a. Lärm). Somit ist in Bezug auf die menschliche Gesundheit zu prüfen, inwieweit die gegenüber dem festgesetzten Bebauungsplan XV-55a erweiterten Wohnnutzungen durch Emissionswirkungen angrenzender Nutzungen wie Gewerbe oder Verkehr beeinträchtigt werden können.

Bei Festsetzungen von Gebietsnutzungen in den angrenzenden Bebauungsplänen fand diese geplante Wohnnutzung bereits weitestgehend Berücksichtigung. So wurden in den Bebauungsplänen 9-15 und 9-16 Begrenzungen von Immissionswirkungen bei den Gewerbegebietsausweisungen auf der Basis ein Fachgutachtens festgesetzt, das entsprechende Werte unter Einbeziehung einer Wohngebietsentwicklung im Bebauungsplan XV-55a ermittelt hat. Auch die Festsetzung eines Mischgebietes im Geltungsbereich des Bebauungsplanentwurfs XV-55a-1 trägt dem Sachverhalt des Immissionsschutzes Rechnung (künftige Verkehrsbelastung Hermann-Dorner-Allee/Groß-Berliner Damm).

Da die im Geltungsbereich neu ausgewiesenen Gewerbeflächen durch eine medizinische Einrichtung genutzt werden, sind ausgehend von einer solchen Nutzung keine gewerbegebietstypischen Lärmimmissionen zu erwarten. Zur Vermeidung möglicher Nutzungskonflikte wird zudem die Nutzung für die den Wohngebieten nächstliegenden Gewerbegebiete GE 1B und GE 2B eingeschränkt. Es sind nur das Wohnen nicht wesentlich störende Gewerbenutzungen möglich.

Damit sind keine erheblichen Beeinträchtigungen für die Wohnnutzungen im Geltungsbereich zu erwarten. Bei den randlichen Wohngebieten WA 2A, 6A, 6C, 7B, 8B und 9B handelt es sich um eine verdichtete Bebauung (Geschosswohnungsbau, Blockrandbildung), die zu einer Überschreitung der nach § 17 BauNVO zulässigen Geschossfläche führt. Diese ist jedoch möglich, wenn wie in diesem Fall, besondere städtebauliche Gründe dies erfordern, gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse gewährleistet bleiben und öffentliche Belange dem nicht entgegenstehen. Das Thema der Gewährleistung der Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse wird im Rahmen der Begründung der entsprechenden Festsetzung zum Maß der baulichen Nutzung ausführlich erläutert (vgl. Kap. 4.1). Auswirkungen von Lärmbelastungen durch die geplante Straßenbahn werden im Rahmen des dafür notwendigen Planfeststellungsverfahrens geprüft.

Hinsichtlich der Erholungsnutzungsnutzung ist die Versorgung der neu entstehenden Wohngebiete mit wohnungsnahem Grün durch die Grünflächen des Oktogons und die beiden zusätzlichen Grünflächen an der Katharina-Boll-Dornberger-Straße (davon eine mit öffentlichem Kinderspielplatz) in ausreichendem Maße gesichert. Zudem ist über diese

Grünflächen und straßenunabhängige Rad- und Fußwege eine direkte Anbindung an den Landschaftspark Adlershof gegeben. Damit ist auch eine große siedlungsnahe Grünfläche gut erreichbar. Negative Auswirkungen in Bezug auf die Erholungsnutzung sind damit nicht zu erwarten.

II.3.2.2.2 Schutzgut Kultur- und sonstige Sachgüter - Negative Umweltauswirkungen auf Kultur- und sonstige Sachgüter sind durch die Festsetzungen des Bebauungsplans nicht zu erwarten, da die Baudenkmale im Bereich der Sonderfläche Kultur an der Rudower Chaussee erhalten bleiben und die vorgesehene Verbindung der beiden Baukörper denkmalgerecht erfolgt.

II.3.2.2.3 Schutzgut Boden

Im Bereich der zukünftigen Wohngebiete, dem Mischgebiet und den Gewerbegebieten können ausgehend von den festgesetzten Grundflächenzahlen und der möglichen Überschreitungen insgesamt ca. 6,9 ha derzeit unversiegelte Fläche überbaut werden (vgl. auch Tabelle in Kap.3.2.2.6). Betroffen hiervon sind Böden naturnaher Prägung, jedoch mit einer geringen Leistungsfähigkeit in Bezug auf die natürlichen Bodenfunktionen.

Diese Eingriffe wurden jedoch schon durch die Festsetzungen des Bebauungsplans XV-55a ermöglicht. Ausgehend von der planungsrechtlichen Situation ergibt sich kein neuer Eingriffstatbestand. Wie im Kap. 3.2.2.6 dargestellt, überschreitet die überbaubare Fläche weder im Bereich der Baugebiete noch auf der Fläche für Gemeinbedarf das Maß an Überbauung, das bereits durch die Festsetzungen des Bebauungsplans XV-55a ermöglicht wurde. Hierfür wurden Maßnahmen zum art- und wertgleichen Ausgleich im Landschaftspark bereits realisiert.

Auch wird der Anteil der Straßenfläche nicht größer, so dass sich in der Gesamtheit kein neuer oder zusätzlicher Ausgleichsbedarf ergibt. Die Maßnahmen zum art- und wertgleichen Ausgleich wurden bereits im Landschaftspark realisiert.

Durch Begrenzung der GRZ-Überschreitungen für alle Baugebiete reduziert sich die maximal überbaubare Fläche bezogen auf den gesamten Geltungsbereich sogar von 8,6 ha auf 8,2 ha.

Zusammen mit einer Reduzierung der Straßenflächen von 4,3 ha auf 3,4 ha wird der Eingriff bezogen das Schutzgut Boden sogar gegenüber den bestehenden Festsetzungen des Bebauungsplans XV-55a verringert.

In diesem Rahmen ist dann auch eine zusätzliche Flächenüberbauung durch Wohnwege in den Wohngebieten (Erhöhung der GRZ-Überschreitung von 20 %) gemäß TF 13 ausnahmsweise durchführbar.

Weiterhin wird durch die Festsetzung zur Versickerung des Regenwassers auf den Grundstücken eine Verschlechterung im Boden-Wasserhaushalt vermieden, die Regelungsfunktion für den Wasserhaushalt wird nicht beeinträchtigt.

Zur Minderung der Bodenversiegelung in der Gesamtheit trägt schließlich auch die textliche Festsetzung zur Verwendung von wasser- und luftdurchlässigen Belägen bei der Anlage von Erschließungswegen bei.

II.3.2.2.4 Schutzgut Wasser

Da Oberflächengewässer nicht betroffen sind, ist vorrangig zu klären, ob es durch die Überbauung von Flächen zu Veränderungen in Bezug auf die Grundwassersituation und die Grundwasserneubildung kommt.

Maßgeblich ist hierfür die Entwässerung des anfallenden Regenwassers in den Baugebieten.

Aktuell versickert das Niederschlagswasser in den derzeit unbebauten Gebieten nördlich der Abram-Joffe-Straße, Ableitungen in die Kanalisation finden nicht statt.

Durch die textliche Festsetzung zur Vor-Ort-Versickerung von Niederschlägen in den Baugebieten sowie einer für die Nebenstraßen im Entwicklungsgebiet üblichen Muldenversickerung (Regelung außerhalb des Bebauungsplans) soll eine weitgehende Aufrechterhaltung des Status-quo- sichergestellt werden. Die vorherrschenden Bodenverhältnisse und Grundwasserstände sind untersucht worden, so dass feststeht, dass im Regelfall die vorgeschriebene Versickerung auf den Baugrundstücken ohne unzumutbare Einschränkung der Ausnutzbarkeit möglich ist. Der höchste zu erwartende Grundwasserstand (HGW) liegt bei 32,70 m über NN.

Um das anfallende Regenwasser auf den Grundstücken ­ bezogen auf die spezifischen klimatischen Bedingungen und Bodenverhältnisse im Entwicklungsgebiet Adlershof ­ zu versickern, werden abhängig von der Art der Versickerung 7 bis 20 von Hundert der Grundstücksfläche als Versickerungsfläche benötigt. Unter der Annahme einer fünfjährlichen Überstauhäufigkeit und einer Muldentiefe von 0,3 m werden unter den gegebenen Bodenverhältnissen in Abhängigkeit von der Sohlbreite und der Ausformung der Böschungen 14 bis 20 von Hundert der angeschlossenen Flächen als Versickerungsfläche benötigt. Eine flächenhafte Ausdehnung der Versickerungsanlagen ist nicht vorgeschrieben. Da eine örtliche Versickerung des anfallenden Niederschlagswassers über Vegetationsflächen gewährleistet ist, sind keine erheblichen negativen Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt zu erwarten (Neubildung und Retention). II.3.2.2.5 Schutzgüter Klima und Luft

Durch die Entwicklung der Baugebiete im Bereich nördlich der Abram-Joffe-Straße werden klimatisch wirksame Freiflächen zu Siedlungsflächen. Diese Flächen verlieren ihre Funktion als Kaltluftentstehungsgebiete.

Dieser Eingriff in die Klimafunktionen wird jedoch dadurch gemindert, dass im Übergang von der großen Freifläche des Landschaftsparks zu den dichter bebauten Siedlungsbereichen im Süden ein Wohngebiet mit günstigen klimatischen Eigenschaften entsteht. Durch die offene Bauweise, die Maßnahmen zur Versiegelungsminimierung, die Vorgaben zur Begrünung (Baumpflanzungen auf den Grundstücken) und die Anlage der wohnungsnahen Grünflächen werden gute Durchlüftungseigenschaften zumindest für die Wohngebiete WA 1, 2B, 3, 4, 5, 6B, 7A, 8A und 9A gewährleistet, so dass ein Luftmassentransport aus dem Landschaftspark in die angrenzenden Siedlungsgebiete erhalten bleibt.

Damit wird den Anforderungen der Vermeidung von Austauschbarrieren und der Vernetzung mit angrenzenden Grünräumen aus den Planungshinweisen zum Stadtklima Rechnung getragen werden. Es bleiben somit wichtige Klimafunktionen erhalten. Insgesamt verbleiben die Beeinträchtigungen der Klimafunktionen unterhalb der Erheblichkeitsschwelle.

II.3.2.2.6 Schutzgut Tiere und Pflanzen ­ Biotopstruktur / Eingriffsbewertung Bezogen auf das Schutzgut Tiere und Pflanzen werden ausgehend von der aktuellen Bestandssituation die Auswirkungen auf die Biotopstruktur beurteilt. Des Weiteren erfolgt die Beurteilung des Planvorhabens im Rahmen der naturschutzrechtlichen Eingriffsbewertung.

Hier bildet dann das geltende Planungsrecht den Bewertungsmaßstab und die Grundlage für den rechtlich notwendigen Kompensationsbedarf.

Biotopstruktur