Gastronomie

Begründung Bebauungsplan I-218 „Petriplatz / Breite Straße" 90 16.3. zumal Wohnungen hier nach Südwesten zum verkehrsabgewandten Blockinnenbereich hin ausgerichtet werden können. Entlang der Gertraudenstraße werden Wohnungen durch den Bebauungsplan nicht vorgeschrieben und nur in geringem Umfang ermöglicht. Es besteht jedoch die Chance, auch hier zumindest in den obersten Geschossen durch entsprechende bauliche Vorkehrungen qualitätvolles Wohnen einzuordnen.

Stellungnahmen: Der Block westlich der Breiten Straße sollte als Standort für Verwaltungsund Hauptstadtfunktionen erhalten und entsprechend genutzt werden./ Die Wohnbebauung in diesem Block ist unnötig, da im Plangebiet bereits viele Menschen wohnen und eine blockweise Mischung nicht erreicht werden muss. Bei Verzicht auf den Wohnanteil entfiele auch die Notwendigkeit für höhere Bebauungsdichten.

Abwägung: Der Anregung wird durch Festsetzung des Kerngebietes MK6, das weiterhin Bundesbehörden aufnehmen soll, teilweise entsprochen. Im Übrigen ist eine Durchmischung des Quartiers, auch zur Stärkung und Stabilisierung der Wohnnutzung durch ergänzende Angebote und andere, bisher im Gebiet nicht vorhandene Wohnungstypen, in der ansonsten vorwiegend durch öffentliche und gewerbliche Einrichtungen geprägten Innenstadt Ziel der städtebaulichen Planung.

Stellungnahmen: Der Block westlich der Breiten Straße sollte nicht für eine Behörde entwickelt werden/ das Kerngebiet ist hier falsch/ hier sollte ein höherer Wohnanteil festgesetzt werden/ der Anteil der Wohnnutzung ist für eine echte Durchmischung weitaus zu gering bemessen/ das Wohnen sollte nicht in den Blockinnenbereich „verbannt" werden.

Abwägung: Durch die weitgehende Beschränkung von Nicht-Wohnnutzungen im Blockinnenbereich und die Festsetzung eines Mischgebietes wird ein nicht unbedeutender Wohnanteil ­ auch an den Blockrändern - gewährleistet. Die Festsetzung einer kleinen Teilfläche als Kerngebiet entspricht der ausgeübten Nutzung durch den Bund, deren Aufgabe nicht absehbar ist; die Belange der Hauptstadtentwicklung Berlins sind bei der Bebauungsplanung besonders zu berücksichtigen. Eine Heraufsetzung des Wohnanteils würde die mit dem Bebauungsplan verfolgten städtebaulichen Ziele in ihrer Gesamtheit gefährden, da angesichts der erforderlichen erheblichen Vorleistungen (Straßenumbau, Abrissmaßnahmen, Grunderwerb) die Umsetzbarkeit der Planungsziele im Rahmen der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme nicht mehr gegeben wäre.

Stellungnahme: In der Breiten Straße sollten vermehrt gastronomische Einrichtungen angesiedelt werden, deren Fehlen ein Defizit im Plangebiet und in fast allen angrenzenden Gebieten ist.

Abwägung: Der Bebauungsplan setzt hier ein Mischgebiet fest und grenzt das Nutzungsspektrum entlang der Breiten Straße auf Einzelhandel, Gastronomie, Beherbergungsbetriebe und Einrichtungen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke ein. Dem Ziel der Einwendung wird damit Rechnung getragen, soweit dies in einem Bebauungsplan möglich ist.

Stellungnahmen: Die Wohnbebauung aus den 1960er Jahren zwischen Brüderstraße und Friedrichsgracht sollte erneuert/ durch eine kleinteilige Bebauung ersetzt werden.

Abwägung: Die kritisierte Bebauung erfüllt als Wohnstandort eine wichtige Funktion im Hinblick auf die Nutzungsmischung in der Innenstadt. Der Bebauungsplan sichert deshalb die vorhandene Wohnnutzung und ermöglicht darüber hinaus eine Aufstockung um ein NichtVollgeschoss. Ein Abriss vorhandener Gebäude kann nicht Gegenstand eines Bebauungsplans sein. Eine kleinteilige Neubebauung als Ziel des Bebauungsplans ist aufgrund der Funktion dieses Wohngebiets in der Innenstadt städtebaulich nicht vertretbar.

Überbaubare Grundstücksflächen, Grundstückszuschnitte Stellungnahmen: Die Bauflächen beiderseits des neu zu schaffenden Petriplatzes/ sollten entfallen./ Auf der gesamten Fläche/ auf dem Parkplatz südlich der neuen Scharrenstraße Bebauungsplan I-218 „Petriplatz / Breite Straße " Begründung 16.3.2011 91 sollten die erkundeten historischen Fundamente und Relikte in einer grün gestalteten Anlage begeh- und erlebbar erschlossen werden.

Stellungnahme: Über der Lateinschule sollte ausschließlich ein archäologisches Zentrum entstehen und keine zusätzlichen Bauten für Wohnungen. Die dort lebenden Bürger wollen Luft zum Atmen haben, Ausblicke und nicht nur "Beton" vor den Fenstern. Es wird ein gestalteter grüner Platz gefordert und dafür plädiert, dass außer dem Cöllnischen Rathaus keine weiteren Neubauten geplant werden.

Abwägung: Es ist die Absicht des Landes Berlin, die archäologischen Funde im Bereich des Petriplatzes in die Platzgestaltung und in die geplante Randbebauung zu integrieren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Durch Festsetzung einer Verkehrsfläche mit der Zweckbestimmung „Stadtplatz" und Beschränkung der Nutzung in den unteren Geschossen des Baufeldes MK3.3 auf Anlagen für kulturelle Zwecke schafft der Bebauungsplan dafür wichtige Voraussetzungen. Die genaue Art der Einbindung muss dem weiteren Verfahren überlassen bleiben.

Bei Inanspruchnahme der gesamten Fläche südlich der Scharrenstraße für diese Zwecke bzw. Verzicht auf die Baufelder beiderseits oder auf einer Seite des Petriplatzes könnten wesentliche städtebauliche Ziele nicht erreicht werden. So ist es Ziel der Planung, den Straßenkorridor Gertraudenstraße - Mühlendamm wieder zu einer in das Stadtgefüge integrierten Stadtstraße mit einer innenstadttypischen Randbebauung zu entwickeln, die sich an historischen Blockstrukturen orientiert und verloren gegangene Bezüge des historischen Stadtgrundrisses aufnimmt. Ohne die genannte Bebauung könnte eine räumliche Fassung des Petriplatzes und der Gertraudenstraße nicht erreicht werden. Darüber hinaus ist die Veräußerung beider Baufelder unverzichtbar für die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Gesamtmaßnahme.

Stellungnahme: Die Baukörperausweisung für die rückwärtige Bebauung im Baublock westlich der Breiten Straße sei entbehrlich - die Ausnutzbarkeit der neu entstehenden Grundstücke könne durch die Festsetzungen von GFZ, Traufhöhe und Geschossigkeit präzise und ausreichend beschrieben werden.

Abwägung: Dem Bebauungsplan liegt ein abgestimmtes städtebauliches Konzept zugrunde, das aus einem 2008 durchgeführten konkurrierenden Entwurfsverfahren hervorgegangen ist.

Dieser Entwurf zeichnet sich u.a. durch einen attraktiven internen, öffentlich zugänglichen und nutzbaren Freiraum, durch ruhige Hofbereiche sowie durch einen hohen Wohnanteil aus. Für die Umsetzung dieser städtebaulichen Ziele sind die weitgehende Freihaltung der inneren Höfe und die Ausbildung der internen Fußgängerpassage wesentliche Voraussetzung. Daher ergibt sich die Notwendigkeit detaillierter Baukörperausweisungen.

Stellungnahmen: Die Breite Straße sollte, um den historischen Straßenverlauf aufzunehmen, im südlichen und nördlichen Abschnitt verschmälert/ in Teilabschnitten arkadiert/ im Bereich der Neumannsgasse „ausgebaucht" werden./ Um die berühmte Sichtbeziehung zwischen Bürgerstadt und Residenz neu zu beleben, braucht sie einen geschwungenen Grundriss ohne alleeartige Bepflanzung./ Der Block des ehemaligen Cöllnischen Rathauses sollte soweit wie möglich nach Nordosten verlängert werden, ggf. mit einer Arkadierung des Gehwegbereichs.

Abwägung: Von einer ursprünglich vorgesehenen Erweiterung des Baufeldes MK4 in nordöstlicher Richtung, mit der eine Einengung der Breiten Straße an ihrem südlichen Ausgang hätte erreicht werden können, wurde Abstand genommen, da die Kosten der dazu erforderlichen Verlegung einer neu hergestellten übergeordneten Fernwärmeleitung (die auch mit einer Arkadierung nicht vereinbar wäre) die Umsetzung der Planung in Frage gestellt hätten.

Darüber hinaus wäre eine weitere Einengung der Breiten Straße an dieser Stelle mit den verkehrlichen Belangen, einschließlich der besonderen Erschließungserfordernisse des Hauses der Deutschen Wirtschaft, nicht vereinbar.

Begründung Bebauungsplan I-218 „Petriplatz / Breite Straße" 92 16.3.

Stellungnahmen: Die Breite Straße sollte nicht verschmälert werden. Sie ist bestens geeignet, öffentliche und gastronomische Nutzungen aufzunehmen. Die Einengung der Fahrbahn hat zu Dauerstaus und einer massiven Verschlechterung der Querbarkeit für Fußgänger geführt. Die Sichtbeziehung vom Schloßplatz wird beeinträchtigt.

Abwägung: Die Breite Straße war in verkehrlicher, städtebaulicher, historischer und stadtwirtschaftlicher Hinsicht überdimensioniert. Die Straßenverkehrsfläche wurde reduziert, um Flächen für eine innerstädtisch gemischte Bebauung zu gewinnen und um die Maßstäblichkeit im Bezug auf die denkmalgeschützte Bebauung entlang der Nordostseite wiederzugewinnen. Für die Abwicklung des Verkehrs steht eine immerhin noch fast 30 m breite öffentliche Verkehrsfläche zur Verfügung. Die Sichtbeziehung entlang der Breiten Straße von der und auf die (zukünftige) Schlossfassade bleibt gewahrt.

Stellungnahmen: Für den Baublock westlich der Breiten Straße wird eine kleinteilige Parzellierung und Bebauung, z. B. in Form von Stadthäusern angeregt./ Historische Vorderhausbreiten/ historisch rekonstruierbare Parzellen/ mögliche Grabungsergebnisse sollten berücksichtigt werden./ Die durchgängig rechtwinkligen Baukörper werden dem mittelalterlichen Kontext nicht gerecht.

Stellungnahme: Der Baublock des früheren Cöllnischen Rathauses sollte in mindestens zwei Parzellen geteilt werden.

Abwägung: Für die Festlegung künftiger Grundstückszuschnitte oder maximaler Grundstücksgrößen im Bebauungsplan gibt es keine Rechtsgrundlage. Im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten wird jedoch eine kleinteilige Grundstücksvergabe angestrebt. Ziel der Planung ist eine Bebauung mit Einzelhäusern, die sich an die historische Kleinteiligkeit anlehnt. Durch die Festsetzung einer zusätzlichen Erschließungsmöglichkeit vom Blockinnenbereich her wird eine wichtige Voraussetzung für eine kleinteilige Parzellierung geschaffen.

Stellungnahmen: Die historische Raumkante der Neumannsgasse und der Sperlingsgasse sollte wieder aufgenommen werden./ Die Neumannsgasse sollte ihren historischen, leicht Sförmigen Schwung wieder erhalten und in ihrer Breite reduziert werden, auch um das historische Grundstück Breite Straße 12 wiederherstellen zu können.

Abwägung: Die Lage und Breite der Neumannsgasse und der Sperlingsgasse sind durch das weiterhin durch den Bund genutzte Gebäude an der Ecke zur Brüderstraße, durch den „Seitenflügel" des ehemaligen Staatsratsgebäudes, durch die vorhandene Wohnbebauung sowie durch den Leitungsbestand weitgehend determiniert.

Stellungnahme: Die Bebauung entlang der Kleinen Gertraudenstraße wird die Aufenthaltsqualität dort massiv reduzieren; sie ist für ihre Funktionen zu schmal. Es wird kein Licht und viel Lärm geben. Die stadträumliche Wirkung der Altbebauung an der Kleinen Gertraudenstraße sollte durch die gegenüberliegende Neubebauung nicht beeinträchtigt werden.

Abwägung: Die Kleine Gertraudenstraße wird durch den Bebauungsplan geringfügig verbreitert. Die Neubebauung im Baufeld MK3.1 ist mit einer Traufhöhe von maximal 11,5 m und einem um 2 m zurückgesetzten hohen Staffelgeschoss bei einer Gebäudehöhe von maximal 15 m in ihren Dimensionen den gegenüberliegenden Altbauten angepasst. Die bauordnungsrechtlich gebotenen Abstände werden durch die Neubauten eingehalten und eine ausreichende Belichtung sichergestellt. Im Übrigen wird das städtebauliche Ziel, an diesem historisch wichtigen Ort eine bauliche Weiterentwicklung unter Einbeziehung der archäologischen Funde zu ermöglichen, stärker gewichtet als eine Optimierung der Belichtungssituation. Bezüglich der Lärmentwicklung steht einer Zunahme durch Mehrfachreflexionen eine Teilabschirmung zur Gertraudenstraße gegenüber, so dass eine merkbare Verschlechterung nicht anzunehmen ist.

Stellungnahme: Im Baublock zwischen Brüderstraße und Friedrichsgracht sollten größere Bautiefen und eine Aufwertung des Blockinnenbereichs ermöglicht werden.