Projektionen zum Klimawandel Globale Erwärmung

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird ein Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur beobachtet, der auf vom Menschen verursachte Treibhausgasemissionen zurückgeführt wird. Dieser Trend wird sich nach Meinung der Klimaforscher fortsetzen.

Bis Ende des 21. Jahrhunderts erwarten die Forscher eine globale Erwärmung zwischen 1,8 und 4,0 Grad Celsius. Sogar eine Erwärmung von bis zu 6,4 Grad ist möglich.

Wie stark der Anstieg tatsächlich ausfällt, hängt nicht zuletzt davon ab, inwieweit es gelingt, den Ausstoß an Treibhausgasen zu verringern.

Neben höheren Durchschnittstemperaturen ist aber auch mit veränderten Niederschlägen sowie häufigeren und intensiveren Extremereignissen (wie Dürren, Hitzeperioden, Stürmen oder Starkregenereignissen) zu rechnen.

Diese Phänomene ­ besonders die Erwärmung ­ werden nicht in allen Teilen der Welt gleichmäßig erfolgen. Sie dürften regional sehr unterschiedlich ausfallen.

Klimawandel in Deutschland:

Für Deutschland liegt eine Vielzahl bundesweiter und regionaler Klimaszenarien vor. Sie kommen zwar im Detail zu unterschiedlichen Ergebnissen, zeigen jedoch identische Trends. Übereinstimmend rechnen sie mit weiteren Temperaturerhöhungen, zwischen 1,5 und 3,5 Grad Celsius bis 2100.

Dabei sind deutlich wärmere Wintermonate und mehr Sommer- und Hitzetage zu erwarten. Gleichzeitig verschieben sich die Niederschläge in das Winterhalbjahr hinein. Insgesamt bleiben die Niederschlagsmengen aber stabil oder nehmen nur leicht ab.

Klimatologische Kenntage:

Zur statistischen Beschreibung des Klimas arbeiten Klimatologen mit Kenntagen. Großstädte rücken ebenfalls in den Fokus ­ weil hier besonders viele Menschen auf engem Raum leben und weil Städte bereits klimatisch vorbelastet sind.

Großstädte sind Wärmeinseln (urban heat islands). Bauten und versiegelte Flächen speichern die Hitze des Tages bis in die Nacht hinein. Zudem wird in Städten besonders viel Wärme erzeugt ­ durch Industrie und Gewerbe, Heizungen und den Verkehr. Das heizt die Stadt weiter auf. Deshalb liegt in Städten die Temperatur stets um ein bis drei Grad Celsius über den Werten im Umland oder auf großen innerstädtischen Grünflächen. In der Nacht kann dieser Unterschied sogar bis zu 12 Grad betragen.

Auch die Wind- und sogar die Niederschlagsverhältnisse können in Städten erheblich vom Umland abweichen.

Höhere Temperaturen, veränderte Niederschläge und Extremereignisse spielen zudem auf vielfältige Weise zusammen und können sich so gegenseitig verstärken.

Klimawandel in Berlin:

Zur Vorbelastung Berlins als Großstadt kommt seine geographische Lage. Berlin liegt in einer der gegenüber Klimaänderungen besonders sensitiven Schwerpunktregionen, die die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel identifiziert: „Zentrale Teile Ostdeutschlands, das nordostdeutsche Tiefland und die südostdeutschen Becken sind bereits aktuell und aller Voraussicht nach auch künftig durch ein geringeres Wasserdargebot betroffen."

In der Region Berlin-Brandenburg stieg die mittlere Jahrestemperatur zwischen Beginn und Ende des 20. Jahrhunderts bereits um ein Grad Celsius an.

Auch die Zahl der Tropennächte hat in Berlin gerade in der Innenstadt während der letzten Jahre zugenommen (Abbildung 04).

Eine Untersuchung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zeigt, „dass sich die thermische Situation insbesondere in den schon aktuell am häufigsten belasteten Arealen weiter verschärft."

Im Bereich großer innerstädtischer Freiflächen ist ­ wie im Berliner Umland ­ mit einer Zunahme von derzeit acht bis zehn Tagen um etwa drei bis fünf auf dann elf bis 15 Tage zu rechnen.