Klimaschutz Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind zwei Seiten einer Medaille

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Gewässern (Vorfluter) vor. Vorteil einer solchen Lösung: Sie erfordert keine größeren Eingriffe in Siedlungs- und Bodenflächen. Ökologisch nachteilig ist allerdings die Inanspruchnahme von Wasserflächen. Auf den Behältern entstünde Raum für Nutzungen, dessen Vermarktung die Realisierung kofinanzieren könnte. Ein Prototyp wird derzeit im Berliner Osthafen realisiert.

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8 Klimaschutz Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sind zwei Seiten einer Medaille. Nur ein erfolgreicher Klimaschutz kann den zu erwartenden Klimawandel und seine Folgen abmildern (Mitigation) und damit die Aufgabe der Anpassung (Adaption) erleichtern. Insofern genießt der Klimaschutz als Vorsorgeinstrument klare Priorität.

Ziele im Handlungsfeld Klimaschutz Übergeordnetes Ziel des Klimaschutzes ist es, die Freisetzung von CO2 und anderen Treibhausgasen zu reduzieren. Berlin verfolgt dieses Ziel durch einen Ansatz, der auf drei Säulen ruht:

· Energieeffizienz steigern,

· Energieverbrauch senken,

· erneuerbare Energien statt fossiler Energieträger nutzen.

Dieser an Emissionsquellen und -verursachern orientierte Ansatz erfordert in erster Linie rechtliche, technische, kooperationsbasierte, bewusstseinsbildende und gegebenenfalls finanzielle Schritte.

Klimaschutzaktivitäten in Berlin Entsprechende Maßnahmen hat Berlin bereits ­ teils seit Jahrzehnten ­ auf breiter Front ergriffen. Zu den wichtigsten gehören... im rechtlich-organisatorischen Bereich

· das bereits 1990 verabschiedete und 2001 fortgeschriebene Berliner Energiespargesetz (BEnSpG),

· das seit 2000 laufende Umweltentlastungsprogramm des Senats,

· das Landesenergieprogramm 2006-2010, das CO2-Minderungsziele für Industrie, öffentliche Verwaltung, Verkehr, Haushalte und Kleinverbraucher definierte,

· und der Entwurf eines Berliner Klimaschutzgesetzes; im Bereich von Kooperation und Selbstverpflichtung der Wirtschaft

· bislang elf Klimaschutzvereinbarungen mit großen privaten Partnern, darunter Krankenhausbetreibern, Ver- und Entsorgern, Immobilienunternehmen und -verbänden aber auch landeseigenen Einrichtungen,

· und das Ende 2008 geschlossene Berliner Klimabündnis des Senats mit 13 Berliner Unternehmen, zu denen die größten privaten CO2-Emittenten der Stadt gehören; im Bereich der energetischen Gebäudesanierung

· die Senatsprogramme zur Heizungsmodernisierung, Plattenbausanierung, Sozialen Stadterneuerung und Leerstandsbeseitigung seit den 1990ern, von denen mehr als ein Drittel des gesamten Berliner Wohnungsbestands profitierte,

· die Berliner Energiesparpartnerschaften als erfolgreiches Contracting-Modell, StEP Klima ­ Seite 82

· die seit 2007 geltenden Ökologischen Anforderungen für Baumaßnahmen des Landes Berlin

· und die Entwicklung eines Berliner Energiestandards für Gebäude; im Bereich der Verkehrspolitik

· der Stadtentwicklungsplan Verkehr mit seiner klimapolitischen Orientierung,

· die Stärkung der Verkehrsträger des Umweltverbunds

· und Maßnahmen zur Minderung klimaschädlicher Emissionen an Fahrzeugen, unter anderem durch Modellvorhaben zur Elektromobilität; sowie im bewusstseinsbildenden Bereich

· der seit 1999 regelmäßig fortgeschriebene Berliner Heizspiegel, der mit seinem Heizkostenrechner Berlinerinnen und Berlinern die Möglichkeit gibt, den eigenen Heizungsbedarf und Energieverbrauch zu vergleichen,

· das Aufklärungs- und Qualifizierungsprogramm Berliner ImpulsE,

· die jährlichen Berliner Energietage,

· der seit 2009 ausgelobte jährliche Wettbewerb „Berliner Klima Schulen",

· die Solardachbörse des Senats und der daraus hervorgegangene, 2010 vorgestellte Gesamtberliner Solaratlas, der zur Online-Solarbörse weiterentwickelt werden soll.

Ziele für die räumliche Planung

Die räumliche Planung und Stadtentwicklung kann (und muss) diese Klimaschutzaktivitäten unterstützen ­ selbst wenn diese sich räumlich kaum differenzieren lassen, sondern weitgehend dispers und im ganzen Stadtgebiet wirken.

Das gilt doppelt, weil die Klimaschutzziele des Landes eine unabdingbare Basis für den StEP Klima darstellen. Den Klimaschutz energisch voranzutreiben ist eine Voraussetzung auch für die Anpassung der Stadt an den Klimawandel.

Für die räumliche Planung geht es im Zuge des Klimaschutzes vor allem darum, klimaschädliche Entwicklungen zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund ergänzt der StEP Klima die bisherigen Anstrengungen um zwei wichtige Aufgaben:

· Erhalt der natürlichen Treibhausgasspeicher

· und Vermeidung eines zunehmenden Verkehrsaufkommens bei der Neuausweisung von Baugebieten.