Absolventen

Dritter Berliner Innovationsbericht 3 ­ 2BVerbesserung der Attraktivität der Berliner Wissenschaft die Leistungsbewertung ausgewertet. Hierfür sind insgesamt 9% der Zuschüsse für laufende Ausgaben vorgesehen.

Herausforderungen Berlin bildet ­ gemessen an seinem Bevölkerungsanteil in Deutschland ­ eine deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegende Anzahl an jungen Menschen akademisch aus. Für eine Region ohne Rohstoffvorkommen ist die Investition in Bildung und Innovation sowohl gesellschaftlich wie wirtschaftlich die einzige richtige Antwort. Auch aufgrund der fast einmaligen Dichte an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gelingt es zunehmend national wie international besonders herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Berlin zu holen. Mit den von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung jährlich veröffentlichten Leistungsberichten der Berliner Hochschulen sind die bereits erreichten Ergebnisse in Daten und Fakten nachzulesen. Mit den einschlägigen Projekten des Masterplans „Industriestadt Berlin" verfolgt der Senat das Ziel, die Potenziale der Hochschulen noch intensiver für Innovation und Wertschöpfung in Berlin einzusetzen.

Die Hochschulen haben die Bedeutung der Wirtschafts- und Industriekooperation auch im regionalen Umfeld längst erkannt und entsprechend intensiviert. In den an den Hochschulen eingerichteten Career-Zentren werden nicht nur Kontakte zwischen Absolventinnen und Absolventen mit der Arbeitgeberseite geschaffen, sondern es erfolgt eine intensive Vorbereitung auf die angestrebte Berufstätigkeit. Studien- und Beratungsangebote im Bereich von Entrepreneurship zeigen gezielt Wege in die berufliche Selbstständigkeit auf, um den Einstieg in das Unternehmertum fachlich zu begleiten. Die Technische Universität Berlin (TUB) hat ihre Kompetenzen aus Forschung, Lehre und Gründungsservice und ihre Aktivitäten rund um das Unternehmertum im Frühjahr 2010 in einem neuen Zentrum für Entrepreneurship gebündelt. Es fungiert als zentrale Anlaufstelle für alle gründungsinteressierten Mitglieder der Universität und ist die Schnittstelle zu Investoren, Business Angel und Gründungszentren. Die Umsetzung von wissenschaftlichen Innovationen in die wirtschaftliche Verwertung in Berlin gibt entscheidende Impulse für den High-Tech-Standort.

Nachdem der Ausbau von Adlershof zum Standort von Wissenschaft und Wirtschaft als gelungen bezeichnet werden kann, ist mit dem Projekt Nachhaltige Vitalisierung Berlin Charlottenburg (NAVI) ein weiteres Entwicklungsvorhaben angeschoben worden. Dessen Ziel ist es, in einem unmittelbar innerstädtischen Umfeld die Potenziale zweier Universitäten mit unterschiedlichen Ausrichtungen in Technik und Kunst genauso miteinander neu zu verknüpfen wie mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft.

Die außerordentliche Attraktivität Berlins als Standort für Forschung und Lehre zeigt sich auch in dem rasanten Ausbau des privaten Hochschulsektors. Mittlerweile 24 private Hochschulen, überwiegend im Status der Fachhochschulen, bieten eine Vielzahl von Studienangeboten an, wobei insbesondere Spezialangebote der Wirtschaftswissenschaften und Informations- und Medientechnologie intensiv nachgefragt werden. Auch diese Hochschulen profitieren von der hervorragenden wissenschaftlichen Infrastruktur in Berlin, die am Erfolg der Hochschulen wie außeruniversitären Forschungseinrichtungen maßgeblichen Anteil hat.

Dritter Berliner Innovationsbericht

­ 13BInnovation schaffen

Innovation schaffen

Forschungsförderung zahlt sich aus Wissen ist der Rohstoff für Innovation. Eine hohe Wissens- und Technologieintensität ist somit ausschlaggebend für die Wettbewerbsfähigkeit von Standorten. Die international konkurrenzfähige Berliner Forschungslandschaft bildet das Fundament einer wissensbasierten Entwicklung der regionalen Wirtschaft und trägt wesentlich zu deren Innovationsfähigkeit und Produktivität bei.

Untersuchungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben gezeigt, dass von der öffentlichen Finanzierung der Forschung durch das Land Berlin erhebliche Anstoßwirkungen ausgehen. Durch die Kofinanzierung des Bundes und der Länder sowie der Einwerbung von Drittmitteln kann ein Mehrfaches der von Berlin bereitgestellten Finanzmittel für Wissenschaft und Forschung genutzt werden, das sich wiederum positiv auf die Berliner Wirtschaft auswirkt. Durch die Aktivitäten der Forschungsinstitute werden in der Region zusätzliche Güter und Dienste nachgefragt, wodurch ein regionalwirtschaftlicher Kreislaufeffekt entsteht. Die Personalausgaben erhöhen das regionale Einkommen direkt, die Sachausgaben wirken indirekt.

Des Weiteren werden durch die Forschungseinrichtungen privatwirtschaftliche Aktivitäten insbesondere durch Kooperationen, Ausgründungen, aber auch Neuansiedlungen angeregt.

Forschungseinrichtungen erzeugen neues Wissen, sie arbeiten mit Unternehmen und anderen Institutionen zusammen und geben Impulse für die Schaffung von Arbeitsplätzen insbesondere in den wachstumsstarken Dienstleistungs- und Produktionsbereichen.

Auch stellt die vielschichtige Hochschul- und Forschungslandschaft bei der Suche nach hochqualifiziertem Personal einen erheblichen Standortvorteil dar.

Wissensbasierte Kompetenzfelder sichern Zukunftsfähigkeit

Dabei erfolgt die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft aus forschungspolitischer Sicht vor allem über die Herausbildung national und international wettbewerbsfähiger Strukturen, welche Hochschulen, außeruniversitäre Forschung und Wirtschaft miteinander verknüpfen und strategische Allianzen zwischen den Akteuren initiieren. Dies geschieht insbesondere in den sechs Berliner Kompetenzfeldern, die technologisch in vielen Feldern auf das exzellente Forschungspotenzial in der Region aufsetzen.

Eine im September 2010 veröffentlichte Studie der Investitionsbank Berlin zu den „Perspektiven der Berliner Kompetenzfelder" stellt dann auch fest: „Aufgrund der vorhandenen Wissenschaftseinrichtungen konnte Berlin in den vergangenen Jahren die Präsenz seiner innovativen Branchen weiter ausbauen und im Standortwettbewerb mehr und mehr einen vorderen Platz belegen. Das hervorragende Wissenschafts- und Forschungspotenzial der Hauptstadt ist für die Unternehmen der technologieorientierten Kompetenzfelder, die nach Berlin ziehen, ein entscheidender Anknüpfungspunkt." (IBB, 2010, S. 4) Dritter Berliner Innovationsbericht 3 ­ 2BVerbesserung der Attraktivität der Berliner Wissenschaft

Intensivierung des Wissenstransfers

Um ein noch besseres Zusammenspiel von Forschungseinrichtungen und lokalen Unternehmen zu ermöglichen, setzt der Senat auf ein Instrumentarium sowohl neuer als auch bewährter Maßnahmen.

Institut für Angewandte Forschung Berlin e.V. (IfaF)

Ein völlig neues Instrument der Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft wurde mit dem „Institut für angewandte Forschung Berlin e.V." geschaffen, in dem die vier staatlichen Berliner (Fach-)Hochschulen kooperieren. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Masterplans und wird bei einzelnen Forschungsvorhaben noch zusätzlich aus Mitteln des EFRE verstärkt.

Das hochschulübergreifende Institut bietet mittels vier thematischer Kompetenzzentren eine Anlaufstelle für interessierte Unternehmen, aber auch für andere Drittmittelgeber und soll die Attraktivität gemeinsamer Forschungsverbünde mit Universitäten und Unternehmen erhöhen.

Ziel ist es, die Forschungskompetenzen der Hochschulen für angewandte Forschung noch stärker in die regionale Wertschöpfung zu integrieren.

Bei den Kompetenzfeldern handelt es sich um

· Ingenieurwissenschaften, angesiedelt an der Beuth-Hochschule für Technik, Berlin;

· Angewandte Informatik, angesiedelt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW);

· Integration und Gesundheit, angesiedelt an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin (ASH);

· Wirtschaft und Verwaltung, angesiedelt an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR).

Dabei decken die gemeinsamen Vorhaben unterschiedlichste Themenfelder ab: Die Erfolgsmessung der „Hilfe für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten" wird ebenso erforscht wie Identitätskonstruktion und gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen aus Kreuzberg. Projekte zur Raumakustik, Lebensmitteltechnologie und zur Entwicklung neuer zellulärer System forcieren den Wissenstransfer in den technologischen Kompetenzfeldern.

Ein medienwissenschaftliches Verbundprojekt von HTW, Universität der Künste und drei Unternehmen entwickelt anhand einer Analyse des „Heldenprinzips" in Computerspielen digitale Modelle für das Innovationsmanagement in KMU, die sich starken Umfeld- bzw. Marktschwankungen ausgesetzt sehen.

Forschungspolitische Dialoge und Interdisziplinäre Forschungsverbünde

Die Forschungspolitischen Dialoge sind eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der TSB mit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Durch die Identifizierung und Diskussion neuer Innovationsschwerpunkte und Handlungsfelder tragen sie maßgeblich zum Berliner Innovationsprozess bei.

Durch den Forschungspolitischen Dialog „Potenziale und Perspektiven der Energietechnik" wurde so im Herbst 2008 das neue Berliner Kompetenzfeld „Energietechnik" auf seine wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Potenziale hin beleuchtet.