Innovationsförderung

Dritter Berliner Innovationsbericht 5 ­ 4BEntwicklung der Innovationskultur der Urania Experimente anbietet, die mit einfachen Mitteln und Materialien zu Hause und im Unterricht nachgemacht und weiterentwickelt werden können. Die Lehrkräfte werden mit umfassenden Informationsmaterialien über die weiteren Angebote für Schulklassen in der Region informiert.

Experimentierangebote für Schülerinnen und Schüler sind nicht nur ein nachweislich geeignetes Mittel zur Weckung von Interesse an MINT-Themen und zur Förderung der MINTKompetenzen. Sie erfüllen darüber hinaus eine wichtige Funktion in der Ausbildung und Qualifizierung von Lehrkräften.

Daher wird gemeinsam mit Schulen und Lehrern der Austausch über und die Einführung von innovativen Unterrichtsmethoden für MINT-Themen gepflegt.

Eine Gesamtübersicht über sämtliche Angebote dieser Art hat die TSB Stiftung in 2008 mit dem Report „Hier forscht die Jugend" vorgelegt. Mit der durch das Institut Futur der Freien Universität erstellten TSB-Studie „Schülerlabor & Co." wurde in 2009 eine bildungswissenschaftliche Bewertung der Angebote vorgelegt, deren Ergebnisse Grundlage einer Veranstaltung aus der Reihe „Forschungspolitische Dialoge" waren, die die TSB mit der SenBWF in 2010 durchgeführt hat. In dieser Veranstaltung wurden durch die Teilnehmenden, Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Wissenschaft, Wirtschaft, Schule, Verwaltung und Politik, strategische Empfehlungen zur Weiterentwicklung außerschulischer MINT-Angebote diskutiert und weiter herausgearbeitet. Kernpunkte dieser Empfehlungen sind: Weiterführung und Ausbau außerschulischer Experimentierangebote, stärkere Verknüpfung dieser Angebote mit der Weiterbildung Lehrender zu Experimenten im Unterricht und stärkere Vernetzung der Anbieter, um die Angebote weiterzuentwickeln.

Wissenschaft Berlin 2010

Im Jahr 2010/11 feiern fünf der ältesten und zugleich international bekanntesten Wissenschaftseinrichtungen Berlins Jubiläen: Die Staatsbibliothek zu Berlin begeht ihr 350jähriges Jubiläum im Jahr 2011, die Charite feiert 2010 ihr dreihundertjähriges Bestehen, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften verweist auf ihr erstes Statut von 1710 und die Eröffnung der Akademie 1711. Die Humboldt-Universität zu Berlin erinnert an die Gründung der Berliner Universität 1810. Schließlich begeht im Jahr 2011 die Max-PlanckGesellschaft die Gründung ihrer Vorläuferorganisation, die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, vor 100 Jahren.

Unter der Dachmarke Wissenschaft Berlin2010 sind alle wissenschaftlichen Institutionen, alle Bürgerinnen und Bürger sowie Besucherinnen und Besucher der Stadt eingeladen, zusammen mit den Jubilaren ein ganzes Wissenschaftsjahr zu feiern. Das Wissenschaftsjahr 2010 soll maßgeblich dazu beitragen, der Berliner Wissenschaft in Gegenwart und Zukunft ein erkennbares Profil zu geben. Im Zentrum des Jahres steht ­ neben den Jubiläumsveranstaltungen, den Wissenschaftstagen im Berliner Südwesten und der Langen Nacht der Wissenschaften die Ausstellung „WeltWissen" im Martin-Gropius-Bau. Die Berliner Wissenschaftslandschaft zeigt Präsenz und stellt ihre Aufgaben einer breiten Öffentlichkeit vor, indem ein Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft geführt werden soll.

Dritter Berliner Innovationsbericht

­ 22BWissenschaft Berlin 2010

6 Evaluierung der Innovationsförderung in Berlin

Im Rahmen des Projektes „Evaluierung der Berliner Innovations- und Technologieförderung" wurde im Zeitraum von April 2009 bis Juli 2010 durch einen externen Evaluator, die PriceWaterhouseCoopers AG (PwC), die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Innovationsfördermaßnahmen der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen einzeln und im Zusammenspiel erfasst und bewertet. Basierend auf den Ergebnissen der Untersuchungen wurden abschließend für die weitere Gestaltung der Förderkulisse Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Bei den evaluierten Förderinstrumenten handelt es sich im Einzelnen um das Programm zur Förderung von Forschung, Innovationen und Technologien (ProFIT), das Programm Zukunftsfonds des Landes Berlin, das Programm Innovationsassistent/in, den VC Fonds Berlin bzw. VC Fonds Technologie sowie das Technologie Coaching Center (TCC). Die Untersuchung des Fördergeschehens und dessen Wirkungen wurde mit Hilfe verschiedener Methoden wie der Sekundärdatenanalyse, der internetbasierten Umfrage, vertiefenden Interviews, Fallstudien sowie Experteninterviews durchgeführt. Der Evaluationszeitraum umfasste die Jahre 2004 bis 2009.

Ergebnisse der Evaluierung

Die quantitative Wirkungsanalyse sowie die vertiefende Analyse auf Basis von Interviews mit Berliner Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Expertinnen und Experten haben zusammenfassend folgende Ergebnisse ergeben:

Programmkulisse

Die Programmkulisse der Berliner Innovationsförderung ist in Grundzügen bekannt, dennoch werden die einzelnen Programme noch zu selten komplementär genutzt, da die angestrebte innovationspolitische Differenzierung der Maßnahmen teilweise offenbar nicht hinreichend verstanden wird bzw. bekannt ist. Die Landesprogramme werden als sinnvolle Ergänzung der Bundesprogramme wahrgenommen.

Der Bundesländervergleich mit Brandenburg und Sachsen hat ergeben, dass die Instrumente der Innovationsförderung der beiden Bundesländer mit den Berliner Maßnahmen grundsätzlich vergleichbar sind, wobei das Programm Zukunftsfonds als stark auf die Wissenschaft ausgerichtetes Instrument in der FuE-Projektförderung eine Sonderstellung einnimmt.

Außerdem sind die Fondsbasierung und der Anteil rückzahlbarer Mittel Alleinstellungsmerkmale Berlins.

Die Berliner Innovationsförderung weist insgesamt eine starke Konzentration auf die Kompetenzfelder auf; in den Jahren Jahr 2008 und 2009 flossen mehr als 90% der finanziellen Mittel der Innovationsförderung in die Bereiche Biotechnologie, Medizintechnik, Verkehrssystemtechnik, IKT/Medien, Optische Technologien und Energietechnik.