Kindertagespflege

Vor dem Hintergrund der Besteuerung rückte die inhaltliche Weiterentwicklung der Kindertagespflege in das fachpolitische Interesse. Mit den Regelungen des Gesetzes zur Förderung von Kindern unter drei Jahren in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege (Kinderförderungsgesetz - KiföG ­ SGB VIII) zur Kindertagespflege wurde mehr Professionalität und die Entwicklung eines Berufsbildes Kindertagespflege angestrebt. Im Zusammenhang damit waren die Länder vor die Aufgabe gestellt, kurzfristig Regelungen für eine leistungsgerechte Bezahlung der Tagespflegepersonen in der öffentlich geförderten Kindertagespflege zu entwickeln.

Neuerungen auf Landesebene:

Zur Umsetzung der neuen bundesgesetzlichen Regelungen auf der Basis des bestehenden Kindertagesförderungsgesetzes sind mit Wirkung vom 01.01.2009 Ausführungsvorschriften zur Finanzierung der Kindertagespflege50 erlassen worden. Mit diesen wurde die Forderung nach leistungsgerechter Bezahlung der Tagespflegepersonen umgesetzt. Ursprünglich orientierte sich die Bezahlung an den Angebotsformen Tageseinzel- und Tagesgroßpflege. Da sich die beiden Angebotsformen in ihren wesentlichen Merkmalen zunehmend weniger von einander abgrenzen ließen und abgesehen davon die Angebotsform Tagesgroßpflege in der Praxis eine große Bandbreite hatte, boten sie keine geeigneten Grundlagen für die Gestaltung einer leistungsgerechten Bezahlung. Daher sind zum einen die Kinderzahlen und zum anderen unterschiedliche Qualifizierungsvoraussetzungen der Tagespflegepersonen als Bezugspunkte für eine leistungsgerechte Bezahlung genommen worden.

Erfahrungen mit dem Regelungssystem der Kindertagespflege

Die Kindertagespflege in Berlin hat sich vor dem Hintergrund der landesrechtlichen Regelungen zunehmend zu einem festen Bestandteil des Kindertagesbetreuungssystems entwickelt.

Mit seinen Regelungen zur Verbesserung der Qualifizierung der Tagespflegepersonen hat das Kindertagesförderungsgesetz zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität der Kindertagespflege beigetragen.

Die Regelung zur weiteren Öffnung der Tageseinzelpflege hat zu einer verstärkten Inanspruchnahme geführt; die Zahl der betreuten Halbtagskinder in der Kindertagespflege ist gestiegen. Abgesehen davon konnten mit dieser Regelung auch die Vertretungsmöglichkeiten unter Tagespflegepersonen, die nach Bundesgesetz gefordert sind, erweitert werden.

Auch in der ergänzenden Kindertagespflege sind die Betreuungszahlen gestiegen.

Das deckt sich mit der Einschätzung der bezirklichen Jugendämter hinsichtlich eines wachsenden Bedarfes an kita- und schulhortergänzender Betreuung. Mit den Ausführungen zur ergänzenden Betreuung konnte die Flexibilität der Kindertagespflege

Ausführungsvorschriften zur Finanzierung der Kindertagespflege (AV - Fin KTP) erhöht und die Gewährleistung des Anspruches auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt werden.

Die steuerlichen Veränderungen führten wegen der Befürchtung erheblicher finanzieller Einbußen zu großer Verunsicherung bei den Tagespflegepersonen. Unter der Bedingung eines unveränderten Finanzierungssystems bewerteten die Jugendämter, Interessenverbände und freien Träger die neue finanzielle Situation als Existenzbedrohung für die Kindertagespflege. Mit den Ausführungsvorschriften zur Finanzierung der Kindertagespflege sind die finanziellen Rahmenbedingungen für die Leistungssicherstellung neu gestaltet und damit die Existenz der öffentlich geförderten Kindertagespflege in Berlin grundsätzlich gesichert worden. Damit ist der Forderung der bezirklichen Jugendämter, Interessenverbände und freien Träger nach einem die steuerlichen Abgaben berücksichtigenden Finanzierungssystem ebenso wie den bundesgesetzlichen Vorschriften nach einer leistungsgerechten Bezahlung Rechnung getragen worden. Außerdem wurde der Grundstein für die konzeptionelle Weiterentwicklung der Kindertagespflege gelegt.

Folgende kurze Darstellung soll einen Überblick über die Entwicklung der Kindertagespflege geben.

Angebote in der Kindertagespflege/Anzahl der Pflegestellen:

Tagespflege im Haushalt der/des Personensorgeberechtigten:

Die Anzahl der Pflegestellen in der Tageseinzelpflege haben sich im Vergleichszeitraum um 144 verringert, in der Tagesgroßpflege ist ein Anstieg von 43 Pflegestellen zu verzeichnen.

Mit Änderung des § 43 SGB VIII im Jahre 2005 wurde festgelegt, dass eine Tagespflegeerlaubnis in der Regel für die Betreuung von bis zu 5 Kindern erteilt wird. Einige Tagespflegepersonen, die bislang nur 3 Kinderbetreut hatten, nutzten diese Möglichkeit, qualifizierten sich zusätzlich und konnten vom Jugendamt als Tagesgroßpflegestelle anerkannt werden.

Betreute Kinder der Altersgruppe 0 Jahre bis Schuleintritt:

Die Anzahl der in Kindertagespflege betreuten Kinder ist um 32 Kinder minimal gestiegen. Sie ist deshalb gesondert ausgewiesen.

Obgleich der Aussagewert der Übersicht durch die unterschiedliche Erfassung der Betreuungsumfänge von 2004 zu 2008 eingeschränkt ist, ist der Zuwachs hinsichtlich der Kinder, die bis einschließlich 100 Stunden monatlich betreut worden sind, auffallend. Dieses korrespondiert mit der gesetzlichen Regelung zur Aufnahme eines vierten Kindes in der Tageseinzelpflege.

Abgesehen von der neu geschaffenen schulhort-ergänzenden Kindertagespflege ist die Zahl der Kinder mit besonderen Betreuungsbedarfen in allen Bereichen nahezu konstant.

IT-Fachverfahren ISBJ-Kita Vorlauf:

Seit 1995 erfolgte in den meisten Bezirken die Bescheiderteilung (Vorläufer des Kita - Gutscheins) mit Hilfe eines einheitlichen IT-Verfahrens, das auch für die Registrierung der Elternkostenbeiträge für die städtischen Kindertagesstätten genutzt wur