Die Stadtbaumoffensive zielt vor allem darauf ab die Straßenräume als Stadträume zu qualifizieren

Bäume in der Stadt haben vielfältige Funktionen. Sie prägen maßgeblich die Gestaltung der Berliner Straßenräume und Parkanlagen. Indem sie grüne Schattendächer bilden, wird die Nutzung der Straßenräume auch im Klimawandel erträglich.

Die Stadtbaumoffensive zielt vor allem darauf ab, die Straßenräume als Stadträume zu qualifizieren. Ein Start der Offensive ist heute notwendig, um in den nächsten Jahrzehnten die gewünschten klimatischen und gestalterischen Effekte zu erreichen. Sie ist somit auch ein Teil der Klimaanpassungsstrategie. Ein räumlicher Schwerpunkt wird auf die großen Stadtmagistralen, städtischen Promenaden und die bioklimatisch belasteten Stadtgebiete gesetzt.

Die nachhaltige Pflege des Straßenbaumbestandes muss integraler Bestandteil der Stadtbaumoffensive sein.

Von Seiten der Berliner Grünflächenämter wurde bereits eine Initiative zur Baumspende organisiert. Bürger, Vereine, Geschäftsleute oder auch Firmen können sich mit fachlicher Unterstützung der Grünflächenämter so für die Bäume in der Stadt einsetzen und ihren Beitrag dazu leisten, dass die Stadt grüner wird.

Weiterhin kann eine Stadtbaumoffensive nach dem Londoner Modell Trees for Cities unter Mitwirkung der Stadtgesellschaft eine hohe Wirkung zur Identifikation mit dem Grün der Stadt erzeugen. Das Stadtbaumprogramm kann als Kooperationsprojekt zwischen öffentlicher Hand und privaten Akteuren angelegt werden.

3. Waldumbau - Mischwaldentwicklung

Ein weiteres großes Aufgabengebiet stellt die Pflege und Entwicklung der Berliner Wälder dar. Die nachhaltige Sicherung des Waldes für Erholung, Naturschutz und Trinkwassergewinnung ist nicht eine Aufgabe von Jahren oder einem Jahrzehnt, sondern ist langfristig ausgerichtet.

Die Umgestaltung der instabilen Kiefernbestände zu naturnahen Mischwäldern ist eine Investition in die Zukunft für die nachfolgenden Generationen. Heutige Versäumnisse werden später nur schwer oder sehr teuer auszugleichen sein.

Waldbrände, Windwurf, Insektenkalamitäten sowie fortschreitende Bodenversauerung gehören zu den zukünftigen Gefährdungen. Um diesen Aufgaben gewachsen zu sein, bedarf es der Verjüngung und Stabilisierung mit Laubbaumarten auf ca. 50 % der Gesamtwaldfläche. Waldumbau soll in zwei Richtungen wirken: Ausbau und Qualifizierung des Waldes als Erholungs-, Natur- und Erlebnisraum im Sinne der Urbanen Natur und Qualifizierung des Waldes im Sinne der Klimavorsorge und nachhaltigen Trinkwasserversorgung der Stadt.

4. Hofbegrünung

In Weiterentwicklung der Hofbegrünung der 1980er Jahre soll die zukünftige Hofbegrünung in Berlin neben den sozialen und gestalterischen Aufwertungen schwerpunktmäßig Maßnahmen mit Klimawirksamkeit (Adaptation) unterstützen. Beratung, Information und Vernetzung stehen im Mittelpunkt, um so gezielt Initiativen des Selbermachens zu fördern. Wichtig ist dabei die Vernetzung mit vorhandenen Initiativen in der Stadtgesellschaft und Nutzung von Synergien. Zu überprüfen ist, ob das Umweltentlastungsprogramm oder die Programme des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zum Klimaschutz für die Finanzierung genutzt werden können.

Das Projekt Berliner Hofgärten ­ grüne Höfe für ein gutes Klima, das von der Grünen Liga Berlin e. V. durchgeführt und von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gefördert wird, kann als gutes Pionierprojekt angesehen werden.

Beispielgebend dabei ist, dass neben Beratung und Information zur fachgerechten Hofbegrünung auch Hilfestellungen für ein erfolgreiches bürgerschaftliches Engagement und für gutes nachbarschaftliches Miteinander angeboten werden.

Hofbegrünung kommt vor allem in den Siedlungsräumen zur Anwendung, für die der Stadtentwicklungsplan Klima prioritäre Handlungsräume zur Verbesserung der bioklimatischen Situation darstellt.

5. Organisationsplattform Produktive Landschaft

Der Aufbau einer Organisationsplattform soll unterschiedlichen Akteure sowie die Flächen und die Akteure stadtweit zusammenzuführen. Die Akteure erhalten überwiegend eine logistische, organisatorische und beratende Unterstützung (z.B. Nutzungsverträge, Fördermöglichkeiten, rechtliche Regelung zum Umgang mit Verkehrssicherungspflicht). Das Projekt zielt auch darauf ab, dass in den produktiven Landschaften Nutzungsregeln entwickelt und Gestaltungsqualitäten gesichert werden.

6. Stadt der schönen Wege Ziel ist die Qualifizierung der großen Magistralen und die Ergänzung des Grünverbindungsnetzes (auf Grundlage des Landschaftsprogramms) mit den 20 grünen Hauptwegen im Sinne des Leitbildthemas Schöne Stadt. Straßenraum soll noch stärker vom Transitraum für Autos zum urbanen Stadtraum mit Aufenthaltsund Gestaltungsqualitäten für die Stadtbewohner entwickelt werden.

Bei den Grünen Hauptwegen soll vor allem die Lückenschließung im bestehenden Netz erreicht werden. Bei den Magistralen liegt der Schwerpunkt in Bereichen, in denen die Straßen durch den Neubau von begleitenden Trassen entlastet werden (z.B. A 113 als Entlastung des Adlergestells) sowie der verdichteten, klimatisch belasteten Stadt.

7. Stadtnatur

Die Sicherung, der Erhalt, die Verbesserung sowie die Erhöhung der Erlebbarkeit naturnaher Freiflächen sind die Kernziele des Leitbildthemas „Urbane Natur". Aktuelle Themen wie biologische Vielfalt und Natura 2000 oder Gesundheit und Bewegung erfordern die neue Qualifizierung von Natur und Landschaft sowie die Verbesserung des Erhaltungszustands. Ein wichtiges Themenfeld bei der Umsetzung der Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt ist die Konkretisierung und Realisierung des Biotopverbundsystems und urbaner Wildnisareale. Die Stadtnatur den Stadtbewohnern näher zu bringen, ist ein wesentliches Ziel des urbanen Naturschutzes. Durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit und die Einbindung des Langen Tages der StadtNatur sowie des Berliner Umweltkalenders wird sichergestellt, dass die Stadtgesellschaft sich umfassend über die Stadtnatur informieren kann.

Die Modernisierung der Schutzgebietsverordnungen im Sinne des Leitbildthemas Urbane Natur durch Ermöglichung neuer verträglicher Nutzungen, ist eine zentrale Aufgabe im Rahmen dieser Aktivitäten.