Wohnhaus

Teil der Straße Unter den Linden, am Gendarmenmarkt, an der Friedrichstraße sowie rund um den Alexanderplatz im Osten.

Die östlich angrenzende Friedrichswerdersche Kirche (Schinkelmuseum) und das nördlich angrenzende Kronprinzenpalais (wechselnde Ausstellungen) werden durch kulturelle Einrichtungen genutzt.

An der Oberwallstraße befindet sich östlich des Plangebietes das Verwaltungs- und Magazingebäude der Staatsoper Berlin. In dem 1952-1955 errichteten Gebäude befinden sich Proben-, Büro- und Magazinräume für die Staatsoper. Zur Oberwallstraße orientiert sind im Erdgeschoss des viergeschossigen Gebäudes überwiegend Lager- und Probenräume. Lediglich im südlichen Abschnitt der Oberwallstraße befinden sich Büroräume.

Denkmalschutz Nördlich und westlich des Plangebietes grenzt der Denkmalbereich "Dorotheenstadt" an. Die Oberwallstraße selbst ist Teil dieses Denkmalbereichs. Das nördlich des Plangebietes gelegene Kronprinzenpalais, die östlich gelegene Friedrichswerdersche Kirche und die westlich angrenzenden Gebäude der Staatsoper sind als Einzeldenkmale in die Denkmalliste des Landes Berlin eingetragen. Im Rahmen der städtebaulichen Gestaltung sowie der Abwägung der Festsetzungen des Bebauungsplans sind sie entsprechend ihres besonderen Stellenwertes zu berücksichtigen.

Die 1824 bis 1830 von Karl Friedrich Schinkel erbaute Friedrichswerdersche Kirche entstand als fünfjochige, einschiffige Backsteinhalle mit polygonalem Chorschluss. Die dem Werderschen Markt zugewandte Fassade wird im unteren Bereich von einem rechteckig gerahmten spitzbogigen Doppelportal bestimmt, über dem ein großes Maßwerkfenster den Platz einnimmt. Portalplastiken und Reliefmedaillons sind auf der Grundlage Schinkelscher Zeichnungen entstanden. Die Wandflächen der Chorund Schiffsfassaden sind oberhalb eines umlaufenden Sohlbankgesimses zwischen den außen nur flach vorgelegten Strebepfeilern in je ein Maßwerkfenster aufgelöst. Zwischen den Strebepfeilern bildet eine gusseiserne Vierpassbalustrade den oberen Abschluss des mit einem flach geneigten Satteldach versehenen Gebäudes. Die Turmenden sind in gleicher Weise ausgebildet. Mit der Friedrichswerderschen Kirche und der heute nicht mehr bestehenden Bauakademie hat Schinkel im Berliner Raum die ersten großen Backsteingebäude seit dem Mittelalter errichtet und so die Wiederbelebung, Perfektionierung und Verbreitung dieser Bautechnik im 19. und 20. Jahrhundert eingeleitet.

Das Original des Kronprinzenpalais mit der Gartenanlage im Innenhofbereich entstand im Zuge des 1732 bis 1733 von Philipp Gerlach durchgeführten Umbaus eines 1663 errichteten Wohnhauses. Insgesamt bestand es aus vierzehn Achsen, von denen die drei mittleren als Eingangsrisalit hervortraten und mit einer figurenüberkrönten Attika abschlossen. 1856 bis 1857 wurde das Gebäude durch Heinrich Strack in einen dreigeschossigen spätklassizistischen Palastbau umgewandelt. Anstelle des Mansarddaches wurde ein vollständiges Attikageschoss aufgesetzt und eine gedeckte Vorfahrt mit Balkon angebaut. An der Ostseite wurde die Anlage erweitert, eine Säulenkolonnade fasste das Grundstück ein. Nach der Kriegszerstörung wurde der Bau von Richard Paulick äußerlich mit leichten Modifizierungen wiedererrichtet (1968 bis 1969). Die Traufhöhe des dem Plangebiet gegenüber liegenden Gebäudes, das nicht als Einzeldenkmal eingetragen ist, beträgt ca. 13 bzw. 14 m.

Ebenfalls unter Denkmalschutz steht der Nachbau des 1928 von H. Lederer errichteten Bärenbrunnens auf dem Werderschen Markt, östlich des Plangebietes. Das aus Lavatuffstein bestehende Original wurde nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1958 durch eine Kopie von W. Sutkowski ersetzt.

Verkehr Anbindung Öffentlicher Personennahverkehr

Das Plangebiet ist durch eine in der Straße Werderscher Markt verkehrende Buslinie direkt erschlossen und sehr gut an das städtische U-Bahnnetz angebunden. Die nächste U-Bahn-Station Hausvogteiplatz (Linie U 2 Pankow - Ruhleben) liegt rund 300 m, der U-Bahnhof Französische Straße (Linie U 2 und Linie U 6 Alt-Tegel - Alt-Mariendorf) etwa 500 m vom Plangebiet entfernt. Eine Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 (Alexanderplatz - Hönow, künftig Hauptbahnhof - Alexanderplatz - Hönow) mit der Anlage einer Haltestelle nördlich des Plangebiets an der Straße Unter den Linden ist vorgesehen.

Anbindung motorisierter Individualverkehr

Über die Hauptsammelstraße Werderscher Markt ist das Plangebiet für den motorisierten Individualverkehr hervorragend angebunden. Die Straße Werderscher Markt ist täglich mit durchschnittlich bis 15.000 Kfz belastet (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, digitaler Umweltatlas Berlin, Karte 07.

Straßenverkehrszählung 2005). Die das Plangebiet westlich begrenzende Oberwallstraße (Tempo 30 Zone) übernimmt überwiegend die Erschließung des Gebiets für Anlieger- und Zulieferverkehr. Entsprechendes gilt für die nördlich angrenzende, noch nicht hergestellte Werdersche Rosenstraße.

Ruhender Verkehr Größere öffentliche Parkplätze im Umfeld befinden sich unter dem Bebelplatz (Tiefgarage mit 458

Parkplätzen). Das gesamte Plangebiet sowie der engere Verflechtungsraum liegen in einer parkraumbewirtschafteten Zone (Anliegerparkausweise bzw. Gebührenpflicht für Nichtanlieger). Fuß- und Radwege

Das Plangebiet liegt in einem Bereich, der aufgrund der stadträumlichen Attraktivität sowie der Nutzungsdichte (Kultur, Dienstleistungen, Verwaltungen, Universität) durch eine hohe Zahl an Fußgängern geprägt wird. Es wird in erster Linie als Querverbindung zwischen den südlich des Werderschen Marktes gelegenen Bereichen und der Straße Unter den Linden genutzt. Radwege entlang der Hauptstraßen bzw. selbstständig geführte Radwege sind im Plangebiet nicht vorhanden.

Technische Infrastruktur Innerhalb der Baugebiete des Bebauungsplans sind keine in Betrieb befindlichen Leitungen vorhanden. In der Werderschen Rosenstraße befindet sich nördlich des Plangebietes unterirdisch eine Netzstation. Der Träger der Fernwärmeversorgung plant die Verlegung einer Fernwärmetrasse in der Oberwallstraße, um die Vorhaben an das Fernwärmenetz anzuschließen. In der Werderschen Rosenstraße befindet sich eine Telekommunikationslinie, die in einen Kabelschacht an der Einmündung in die Oberwallstraße mündet. Abhängig von der konkreten Straßenplanung ist ggf. eine Anpassung der Lage im öffentlichen Straßenland erforderlich.

Eigentumsverhältnisse

Mit Ausnahme der öffentlichen Verkehrsflächen wurden alle Grundstücke im Plangebiet durch einen privaten Bauträger angekauft.

Natur- und Landschaftshaushalt Geologie und Hydrologie

Das Plangebiet und sein Verflechtungsraum liegen im weiträumigen Spreetal, das durch die Hochflächen der Grundmoränenplatte des Barnim im Norden und des Teltow im Süden begrenzt wird. Insgesamt ist das Talgebiet weitgehend eben. Die amtlichen Karten für den Geltungsbereich des Bebauungsplans geben Höhenpunkte zwischen 34,0 m über NHN und 33,7 m über NHN an.

Die Ermittlung der Grundwasserbestände im Plangebiet sowie in dessen Verflechtungsbereich beruht auf der Interpolation von Messergebnissen, die ab 1945 festgestellt wurden. Der höchste Grundwasserstand trat bei 32,3 m über NHN auf. Der durchschnittliche Grundwasserspiegel liegt bei 30,7 m über NHN. Klima und Lufthygiene

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans liegt im stadtklimatisch stark belasteten innerstädtischen Bereich. Aus der starken Versiegelung, der dichten Bebauung und dem hohen Verkehrsaufkommen resultieren in der Regel erhöhte Lufttemperaturen mit geringen Tagesschwankungen, Veränderungen der Niederschlagsverhältnisse und des Feuchtegehaltes der Luft, Modifikationen der Windbewegungen sowie Beeinträchtigungen beim Luftaustausch in den Sommermonaten. Bei windarmen Wetterlagen kann aufgrund des verschlechterten Austauschverhältnisses zwischen den Luftschichten schnell eine höhere Schadstoffkonzentration in der Luft entstehen.

Das Kleinklima im Plangebiet und dessen näheren Umfeldes wird zurzeit erheblich durch die unterschiedlichen räumlichen Strukturtypen beeinflusst. Verdichtete Blockrandbebauungen stehen offenen Bebauungen und großflächigen, z. T. begrünten Freiräumen gegenüber. Die Spree, die Freiräume und Grünflächen sowie zu einem gewissen Anteil die offenen Bebauungen fungieren als Luftaustauschbahnen und bewirken vor allem nachts eine Abkühlung benachbarter Baustrukturen. Die verdichtete Blockrandbebauung verhindert dagegen einen Luftaustausch. Bedingt durch den hohen Versiegelungsgrad und die nur eingeschränkt vorhandene Vegetation, wird eine Überwärmung und Schwüleausbildung im Sommer gefördert.

Boden / Vegetation

Das Plangebiet ist fast vollständig versiegelt. Die Vegetation im Plangebiet wird im westlichen Teil überwiegend durch Laubbäume geprägt. Auf einem Streifen unversiegelter Fläche zwischen Gehwegbereich und Parkplatzfläche kommen Ruderalbiotope und Strauchgehölze vor. In regelmäßigen Abständen wurden Ahornbäume gepflanzt, die die Parkfläche als Platz einfassen. Insgesamt befinden sich innerhalb des Geltungsbereichs des Bebauungsplans 18 Bäume, von denen mit einer Ausnahme alle einen Stammumfang von mehr als 0,8 m haben.

Altlasten

Für den Geltungsbereich des Bebauungsplans sind bislang keine Altlastenverdachtsflächen im Berliner Bodenbelastungskataster eingetragen. Bodenverunreinigungen, die über einen für innerstädtische Auffüllungshorizonte, die mit Trümmerschutt durchsetzt sind, typischen Umfang hinaus gehen, waren jedoch aufgrund der historischen Nutzung nicht vollständig ausgeschlossen. Verdachtsmomente zur Bodenbelastung - auch mit Verdacht auf Grundwasserbelastung - ergeben sich aus den Unterlagen zur historischen Recherche für folgende Grundstücke ehemalige Oberwallstraße 18

Nutzung von 1903-1945: Kürschner (Lederbearbeitung) ehemalige Oberwallstraße 19

Nutzung von 1930-1945: Kürschner (Lederbearbeitung) ehemalige Oberwallstraße 20

Nutzung von 1919-1925: mechanische Werkstatt (Metallbearbeitung) ehemalige Oberwallstraße 20a Nutzung von 1908-1919: Maschinenfabrik von 1919-1925: mechanische Werkstatt (Metallbearbeitung) von 1957-1995: Trafostation.

Zur Klärung des Altlastenverdachts wurden durch den Bauherrn bereits 2007 Baugrund- und Altlastenuntersuchungen veranlasst, die durch eine weitere Untersuchung im Oktober 2008 ergänzt wurden. Im Ergebnis der Untersuchung liegen die festgestellten Verunreinigungen mit Schwermetallen (Blei), polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Sulfat in einem für innerstädtische Auffüllungshorizonte, die mit Trümmerschutt durchsetzt sind, typischen Bereich. Polychlorierte Biphenyle (PCB) waren in den untersuchten Proben nicht nachweisbar. Zur Untersuchung des Grundwassers erfolgte eine Wasserprobenahme, bei der folgende Inhaltsstoffe untersucht wurden: Metalle, LHKW, BTEX und PAK.

Aufgrund der Auswertung der beiden Gutachten durch die Bodenschutzbehörde im Rahmen der erneuten Trägerbeteiligung im März 2011 wird die Baufläche ins Bodenbelastungskataster Berlin unter der Nr. 16219 aufgenommen, da auf der Fläche schädliche Bodenveränderungen i.S. des § 2 Abs. 3 Bundes-Bodenschutzgesetz vorhanden sind.

Einige Proben aus den Schurfen der Gutachten überschreiten erheblich die Zuordnungswerte der LAGA Zuordnungskategorie Z 2 sowie die Beurteilungswerte Boden der Berliner Liste 2005. Bei einem Grundwasserstand von ca. 2,6 m unter Geländeoberkante (GOK) ist insbesondere die Überschreitung in der gesättigten Bodenzone relevant.