Baumbestand

Insgesamt wurden 40 Bäume ab 25 cm Stammumfang, in 130 cm Höhe, kartiert. Ab 80 cm Stammumfang fallen die Bäume unter die Berliner Baumschutzverordnung, was 25 der kartierten Bäume im Geltungsbereich betrifft.

Der Gesamtstammumfang der 40 kartierten Bäume beträgt ca. 4.000 cm, wodurch sich ein durchschnittlicher Stammumfang je Baum von ca. 100 cm errechnet.

Die Größenverteilung ist sehr divers. 4 Bäume weisen einen Gesamtstammumfang von mehr als 200 cm auf, darunter fallen drei Pappeln, die aufgrund eines hohen Totholzanteils eine starke Einschränkung der Vitalität aufweisen. Die Silberlinde (Tilia tomentosa) östlich des Eingangs zum S-Bahnhof Friedrichstraße (Reichstagufer) mit einem Stammumfang von 235 cm und einer guten Vitalität prägt das gegenwärtige Erscheinungsbild des Areals wesentlich.

Im Rahmen der geplanten Baumaßnahmen wird sie voraussichtlich aber nicht zu erhalten sein.

Weitere erhaltenswerte Bäume befinden sich entlang des Reichstagufers auf dem Gelände des Tränenpalastes. Die Winter-Linden (Tilia cordata) weisen einen Stammumfang von 95 bis 140 cm auf und werden aufgrund von Pflege und Schnittschäden in die Vitalitätsstufe 3 (mittlere Einschränkung) eingeordnet. Weitere Bäume, die unter die Berliner Baumschutzverordnung fallen, befinden sich im Parkplatzbereich. Hier kommen überwiegend holländische Linden (Tilia x vulgaris), Pappeln (Populus alba) und ein zweistämmiger Silber-Ahorn mit Stammumfängen zwischen 100 und 200 cm vor. Während die Pappeln aufgrund des hohen Totholzanteils in die Vitalitätsstufe 4 eingeordnet werden, gehen die Linden und der Silber-Ahorn in die Wertstufe 3 ein.

In der Friedrichstraße befindet sich eine Baumreihe von neun Zieräpfeln, deren Vitalität aufgrund erheblicher Stammschäden als erheblich eingeschränkt (Stufe 5) zu bezeichnen ist.

In unmittelbarer Nähe zum Gebäude des Tränenpalastes befinden sich drei Robinien (Robinia pseudoaccacia) und zwei Götterbäume (Ailanthus altissima) mit Stammumfängen zwischen 50 und 100 cm. Als typische Arten der ruderalen Standorte ist zu vermuten, dass diese Bäume sich selbst ausgesamt haben. Die Vitalität ist aufgrund des bedrängten Standortes mittel bis stark eingeschränkt.

Fauna:

Auf der Grundlage einer am 23.02.2006 durchgeführten Begehung ist eine faunistische Potentialeinschätzung in Bezug auf das potentielle Vorkommen „geschützter Arten" nach § 42 BNatSchG vorgenommen worden.

Als Ergebnis ist festzustellen, dass die Ausprägung der auf dem Gelände vorhandenen Gebäude- und Vegetationsstrukturen, bestehend aus zwei Flachbauten der Nachkriegszeit, einigen Alt-Bäumen, wenigen Sträuchern, ruderalen Staudenfluren und durch Hundeauslauf stark verdichteten und z.T. gestörten (zerwühlten) vegetationslosen Bodenflächen, sowie die vorhandenen starken Störeffekte (Hunde, Menschen, Verkehrslärm, Konzerte im Tränenpalast usw.) das Vorkommen von Arten, die in der Bundesartenschutzverordnung, im Anhang IV der FFH- Richtlinie oder der europäischen Artenschutzverordnung aufgelistet werden, potenziell unwahrscheinlich machen.

Schutzgüter Boden und Grundwasser Geologie und Boden

Die Baugrundsituation ist in Kapitel I Ziffer 2.2 beschrieben. Im Zusammenhang mit der Gründung des Gebäudes und mit der geplanten geothermischen Nutzung stehende Untersuchungen werden weiteren Aufschluss über die geologischen Verhältnisse geben.

Die Flächenbilanz zeigt, dass derzeitig ca. 85 % der Fläche des Plangebietes versiegelt sind.

OVPV 12643 Parkplätze, versiegelt 1.709 100% 1. Im Zuge des wasserrechtlichen Genehmigungsverfahrens sowie der Herstellung der Baugrube ­ die nahezu das gesamte Baugrundstück umfasst - wird die tatsächliche Belastung festgestellt und ggf. beseitigt werden.

Ein im Mai 2006 erstelltes Baugrundgutachten hat ergeben, dass innerhalb der ca. 4 m mächtigen Auffüllung oberhalb der natürlichen Bodenschichten mit anthropogenen Stoffen zu rechnen ist. Dies betrifft vor allem Schwermetalle, Sulfate und PAK. Die Konzentration der untersuchten Parameter beeinflusst jedoch nur die Art der Verbringung des Bodens und ist nicht als Belastung im Sinne einer sanierungsbedürftigen Verunreinigung zu bewerten, so dass der beabsichtigten Nutzungsausweisung nichts entgegensteht.

Für Kampfmittel liegen keine konkreten Verdachtsmomente vor; eine generelle Kampfmittelfreiheit kann jedoch nicht bestätigt werden. Eine präventive Untersuchung vor Baubeginn liegt im Interesse des Bauherrn und ist nicht Gegenstand der Festsetzung.

Grundwasser:

Wegen des hohen Versiegelungsgrades ist die Grundwasserneubildungsrate im Plangebiet sehr gering. Der Grundwasserflurabstand liegt im Plangebiet zwischen zwei und mehr als vier Metern. Die Verschmutzungsempfindlichkeit des Grundwassers ist im Einflussbereich der Spree relativ hoch.

Die im Ober- und Unterboden vorzufindenden Mittel- und Feinsande eignen sich gut als mechanische Filter, verfügen jedoch nur in geringem Maß über physiko-chemische Filtereigenschaften.

Schutzgut Klima und Lufthygiene:

Nach Aussagen des Umweltatlas befindet sich das Plangebiet im klimatischen Übergangsbereich zwischen gut durchlüftetem Siedlungsraum und Siedlungsräumen mit geringer, in Einzelfällen mäßiger bioklimatischer Belastung.

Die nordöstlich liegende Spree stellt im Untersuchungsgebiet eine wirksame Luftleitbahn in Ost-West-Richtung dar, die zu einer guten Durchlüftung beiträgt.