Photovoltaik

Die wichtigste Aufgabe ist die Modernisierung und Instandsetzung der Gebäude zu für die Mieter verträglichen Bedingungen und Kosten durchzuführen. Die bestehende heterogene Sozialstruktur ist zu erhalten und zu stabilisieren. Die Wohnungsneubauten sollen sich für breite Schichten der Bevölkerung eignen. Insbesondere sind günstige Wohn- und Lebensbedingungen für Familien mit Kindern zu schaffen.

Planungsrechtlicher Status Flächennutzungsplan:

Im Flächennutzungsplan Berlin in der Fassung der Neubekanntmachung vom 8. Januar 2004 (ABl. S. 95), zuletzt geändert am 29. Juni 2006 (ABl. S. 2426), ist das Samariterviertel überwiegend als Wohnbaufläche W1 mit einer GFZ >1,5 ausgewiesen. Die Baublöcke entlang der Bahntrasse sind als gemischte Baufläche M2 mittlerer Dichte ausgewiesen, in der Wohnungen, Büros und nicht wesentlich störende Gewerbe eingeordnet sind.

Bebauungspläne Bebauungspläne V-35, V-46 und V-53 - öffentliche Spielplatze, rechtskräftig festgesetzt, Bebauungsplan V-12 - öffentlicher Spielplatz sowie eine offene Eckbebauung, Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung abgeschlossen, Bebauungsplan V-20 - Schulfreifläche für die Pettenkofer Grundschule, rechtskräftige Festsetzung ist für 2007 geplant, Bebauungsplan V-45 ­ Mischgebiet und öffentliche Grünfläche entlang der Pettenkoferstraße, Verfahrensstand: Änderungsbeschluss, Bebauungsplan V-63 - Schulfreifläche für die Liebig-Grundschule, Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung.

Aktueller Stand der Sanierung:

Die Sanierungsziele sind erreicht worden. Eine verträgliche Nutzungsmischung von Wohnen und Gewerbe und ein attraktives Angebot an Infrastruktureinrichtungen machen das Samariterviertel zu einem begehrten Wohngebiet auch für Familien.

Städtebauliche Ergebnisse:

Das Samariterviertel ist ein stabiles Gebiet mit einer nach wie vor heterogenen Bevölkerung.

Durch die umfassende Sanierung des Altbaubestandes und Neubebauung wurde die stadträumliche Struktur erhalten und der Wohnungsleerstand beseitigt. Das Stadtbild wurde deutlich aufgewertet. Im östlichen Teil des Sanierungsgebietes bestehen im Vergleich zu den übrigen Teilbereichen noch Defizite durch sehr großen Baulücken sowie unsanierte Altbauten an städtebaulich bedeutsamen Punkten. Auch bei den Tiefbaumaßnahmen, insbesondere der Straßen- und Gehwegerneuerung sowie der Ausstattung der Straßenräume besteht noch Maßnahmebedarf.

Wohnen:

Bis Ende 2006 sind von den 5.302 Wohnungen mit Erneuerungsbedarf 4.666 Wohnungen (88%) umfassend instandgesetzt und modernisiert worden. Die Wohnungsgrößenstruktur hat sich deutlich zugunsten von 3- und Mehr-Zimmer-Wohnungen verändert. Die durchschnittliche Wohnungsgröße hat sich von 58 auf 66 m²/ Wohnung erhöht, ohne dass der Wohnflächenkonsum pro Person gestiegen ist. Durch den Ausbau von Dachgeschossen sind knapp 100 Wohnungen entstanden. Auf 8 Standorten sind öffentlich geförderte Wohnungsneubauten mit insgesamt 265 Wohnungen errichtet worden.

Soziale Infrastruktur:

Seit 2000 sind verstärkt Mittel in die Erneuerung und in die bedarfsgerechte Anpassung der beiden Grundschulen, in die Musikschule sowie in das Gymnasium geflossen. Der Maßnahmenbedarf in den Schulen ist jedoch so hoch, dass die Erneuerungsmaßnahmen auch nach Aufhebung des Sanierungsgebietes fortgesetzt werden müssen.

Durch den Neubau einer wettkampfgerechten Sporthalle auf dem ehemaligen Schulgartengelände an der Samariterstraße und den Erhalt der vorhandenen Turnhallen ist der Bedarf an gedeckten Sportflächen annähernd gedeckt. Der vorhandene Sportplatz an der Zellestraße ist umfassend erneuert worden. Auf dem Grundstück Schreinerstraße 4 ist ein Ballspielplatz für das Heinrich-Hertz-Gymnasium angelegt worden. Der ehemalige Sportraum im Erdgeschoss der Musikschule wird ab 2007 zu einem multifunktionalen Mehrzwecksaal umgebaut.

Die einzige Kita im Gebiet ist 2006 einschließlich der Freiflächen umfassend erneuert worden. Das Angebot an Kita-Plätzen im Verflechtungsbereich deckt den Bedarf aus dem Sanierungsgebiet mit ab.

Das Ziel, drei zusätzliche Jugendfreizeiteinrichtungen zu bauen, wurde aufgegeben, da der Bedarf im Samariterviertel durch den Jugendklub „East Side" abgedeckt wird. Die Erneuerung der Einrichtung ist finanziell gesichert und für 2008 vorgesehen. Ergänzende Angebote im Bereich der Kinder- und Jugendfreizeit bieten zwei im Gebiet liegende Schülerklubs, der Abenteuer- und Bauspielplatz auf dem Forckenbeckplatz sowie Einrichtungen im Verflechtungsbereich des Samariterviertels.

Mit der Erneuerung bzw. dem Neubau von insgesamt 6 Spielplätzen und der Erneuerung des Forckenbeckplatzes ist die Versorgung des Gebiets qualitativ und quantitativ erheblich verbessert worden.

Gewerbe:

Die Situation des Gewerbes hat sich stabilisiert. Eine Vielzahl vor allem kleinerer Unternehmen aus dem Dienstleistungs-, Handels- und Gastronomiesektor, häufig mit spezifischem Charakter, prägen das Bild des Samariterviertels. Neu angesiedelte Unternehmen haben sich vorzugsweise in sanierten Gebäuden niedergelassen. Wohnverträglicher Gewerbeneubau, für den vor allem im Umfeld der Pettenkoferstraße Potenziale bestehen, ist bislang nicht umgesetzt worden. Auch der Gewerbehof Rigaer Str.71-73a befindet sich noch in dem Zustand wie zum Beginn der Sanierung.

Grün- und Freiflächen

Im Zuge der Sanierung der Wohngebäude sind die Innenhöfe weitestgehend entsiegelt und begrünt worden. Dächer und Fassaden sind begrünt worden. Engagierte Bewohner des Samariterviertels haben drei brach liegende Lückengrundstücke zu Gärten auf Zeit umgewandelt.

Die Bänschpromenade ist wieder als Grünbereich hergerichtet worden. Der Schleidenplatz und der an das Sanierungsgebiet angrenzende Forckenbeckplatz sind nach intensiver Beteiligung von Nutzern und Anwohnern erneuert worden.

Das Sanierungsziel Erneuerung des Straßenbegleitgrüns ist zu 80% umgesetzt worden.

Umwelt:

Alle sanierten Wohnungen verfügen über moderne Heizungen. Dadurch wurde für das Samariterviertel der Anteil der durch Kohleheizungen erzeugten Luftverschmutzung nahezu beseitigt. Auf einigen Grundstücken sind Maßnahmen zur Energiegewinnung und Ressourceneinsparung (Photovoltaik, Sonnenkollektoren, Energieverbund, Regenwasserzisternen) umgesetzt worden. Im Rahmen der Neuanlage der Schulfreifläche Pettenkoferstr. 25,26 wird eine Regenwassernutzung realisiert.

Bei Baumaßnahmen für öffentliche Spielplätze sind kontaminierte Bodenschichten ausgetauscht worden.

Verkehr:

Mit Ausnahme der Proskauer Straße und der Eldenaer Straße ist auf allen Straßen im Sanierungsgebiet eine Höchstgeschwindigkeit von nur 30 km/h zugelassen.

Die Waldeyerstraße zwischen Schreinerstraße und Rigaer Straße ist im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Schleidenplatzes zu einer verkehrsberuhigten Zone umgewidmet worden. Die Ausweisung einer Parkraumbewirtschaftungszone, welche den Bereich von der Pettenkoferstraße bis zur Voigtstraße umfasst, war im Zuge der Maßnahmen um den Schleidenplatz erforderlich geworden.

Der Umbau der Pettenkoferstraße wird 2008 abgeschlossen sein, die Erneuerung der Rigaer Straße bis zur Kreuzung Proskauer Straße voraussichtlich bis zum Jahr 2010.

Mit den Zielen Schulwegsicherung und barrierefreie Straßenübergänge sind in im östlichen Teilbereich des Samariterviertels bis zur Samariterstraße Gehwegvorstreckungen und Bordsteinabsenkungen erfolgt.

Soziale Ergebnisse:

Die Einwohneranzahl im Samariterviertel hat sich um über 30% erhöht. Die vom Bezirksamt angewendeten Instrumente des Sozialplanverfahrens und des Belegungsmanagements haben wesentlich dazu beigetragen, dass gut ein Drittel der Bewohner im Kiez geblieben sind.

Das Samariterviertel bietet Wohnperspektiven auch für einkommensschwache Bevölkerungsschichten. Bei der Alterstruktur hat die Altersgruppe der zwischen 27- und 44-jährigen kontinuierlich zugenommen, der Anteil der Kinder im Vorschulalter übersteigt die Zahl von 1992. Kontinuierlich gesunken ist demgegenüber die Anzahl von Personen im Rentenalter.

Nach wie vor sind kleine Haushalte mit 1 oder 2 Personen bestimmend. Damit folgt das Samariterviertel einem berlinweiten Trend bei den Haushaltsgrößen. Der Bebauungsplan zur Sicherung der Schulfreifläche an der Pettenkoferstraße 25, 26 wird in Kürze festgesetzt.