Bewirtschaftungsmaßnahmen

5. "Bewirtschaftungsmaßnahmen": folgende in Bezug auf Badegewässer ergriffene Maßnahmen:

a) Erstellung und regelmäßige Aktualisierung eines Badegewässerprofils;

b) Erstellung eines Überwachungszeitplans;

c) Überwachung der Badegewässer;

d) Bewertung der Badegewässerqualität;

e) Einstufung der Badegewässer;

f) Ermittlung und Bewertung der Ursachen von Verschmutzungen, die sich auf die Badegewässer auswirken und die menschliche Gesundheit beeinträchtigen können;

g) Information der Öffentlichkeit;

h) Maßnahmen zur Vermeidung einer Exposition der Badenden gegenüber einer Verschmutzung;

i) Maßnahmen zur Verringerung der Gefahr einer Verschmutzung;

6. "Kurzzeitige Verschmutzung": eine mikrobiologische Verunreinigung im Sinne der Anlage 1 Spalte A, die eindeutig feststellbare Ursachen hat, bei der normalerweise nicht damit gerechnet wird, dass sie die Qualität der Badegewässer mehr als ungefähr 72 Stunden ab Beginn der Beeinträchtigung beeinträchtigt, und für die die zuständige Behörde, wie in Anlage 2 dargelegt, Verfahren zur Vorhersage und entsprechende Abhilfemaßnahmen festgelegt hat;

7. "Ausnahmesituation": Ein Ereignis oder eine Kombination von Ereignissen, die sich auf die Qualität der Badegewässer an der betreffenden Stelle auswirken und bei denen nicht damit gerechnet wird, dass sie durchschnittlich häufiger als einmal alle vier Jahre auftreten;

8. "Datensatz über die Badegewässerqualität": die Daten, die gemäß § 4 erhoben werden;

9. "Bewertung der Badegewässerqualität": der Prozess der Bewertung der Badegewässerqualität gemäß der in Anlage 2 beschriebenen Bewertungsmethode; 10. "Massenvermehrung von Cyanobakterien": ein kumuliertes Auftreten von Cyanobakterien in Form von Blüten, Matten oder Schlieren;

11. "benannte Stelle": das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin; 12. "amtliche Untersuchungsstelle": die für das Land Berlin zuständige Untersuchungsstelle.

§ 3:

Beschränkung des Gemeingebrauchs:

(1) Das Baden ist vorbehaltlich der Regelung des Absatzes 2 und vorbehaltlich auf Grund des Berliner Naturschutzgesetzes erlassener Rechtsvorschriften erlaubt

1. in folgenden Gewässern erster Ordnung:

a) Havel einschließlich der seenartigen Erweiterungen, insbesondere des Tegeler Sees, des Nieder-Neuendorfer Sees und des Großen Wannsees, mit Ausnahme der Havel von km 0 bis km 2,0 in nördlicher Richtung (in Höhe der Insel Eiswerder, Nordspitze) und von km 0 bis km 5,0 in südlicher Richtung (in Höhe Schildhorn, etwa 120 m südlich der Spitze) einschließlich der Jürgenlanke sowie der Bucht westlich der Insel Imchen, im Norden begrenzt durch die Linie Grundstück Imchenallee 35 (nördlich des Imchenplatzes) bis zur Nordspitze der Insel Imchen, im Süden begrenzt durch die Linie von der am südlichsten gelegenen Schiffsanlegestelle vor dem Grundstück Imchenallee 46 bis zur Südspitze der Insel Imchen;

b) Großer Müggelsee, Kleiner Müggelsee und Berliner Teil des Dämeritzsees;

c) Dahme mit Langem See, Großer Krampe und Zeuthener See bis zur Landesgrenze und der Seddinsee;

j) Freibadbereich des Weißensees;

- Freibadbereich des Orankesees;

3. in allen Freibädern an Gewässern und an von der für die Wasserwirtschaft zuständigen Senatsverwaltung besonders gekennzeichneten Badestellen.

Die Vorschriften über das Halten und Führen von Hunden, insbesondere das Mitnahmeverbot, sowie über die Benutzung der Anlagen nach dem Grünanlagengesetz vom 24. November 1997 (GVBl. S. 612), zuletzt geändert durch Gesetz vom 29. September 2004 (GVBl. S. 424), in der jeweils geltenden Fassung bleiben unberührt.

(2) Das Baden ist verboten:

1. in allen anderen Gewässern erster und zweiter Ordnung;

2. in allen Häfen;

3. einhundert Meter ober- und unterhalb von Brücken, Wehren und Hafeneinfahrten;

4. an Schleusen und in Schleusenvorhäfen;

5. an Schiffsanlegestellen, Fähranstalten und Tankanlagen in einem Umkreis von fünfzig Metern;

6. in den amtlich bekannt gemachten und als solche kenntlich gemachten Fischschonbezirken und Laichschonbezirken;

7. an allen Stellen, die von der für die Wasserwirtschaft zuständigen Senatsverwaltung kenntlich gemacht wurden;

8. in der Bundeswasserstraße im und in direkter Nähe am Fahrwasser der Schifffahrt;

9. an den von den Behörden der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung bezeichneten Stellen.

Strom- und schifffahrtspolizeiliche Vorschriften, die das Baden an anderen als den in Satz 1 genannten Stellen einschränken oder verbieten, bleiben unberührt.