Dauer und Inhalt der Praxisphasen

(1) An der Fachschule für Heilerziehungspflege gliedert sich die fachpraktische Ausbildung entsprechend den im Ausbildungsverlauf ansteigenden fachlichen Anforderungen in

1. die Grundstufe (zehnwöchige Praxisphase im zweiten Semester),

2. die Mittelstufe (zehnwöchige Praxisphase im dritten sowie zwölfwöchige Praxisphase im vierten Semester) und

3. die Oberstufe (zwölfwöchige Praxisphase im fünften Semester).

Die Praktika sollen in mindestens drei unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen durchgeführt werden, wobei

1. mindestens ein Praktikum in Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen und

2. die übrigen Praktika wahlweise in Wohneinrichtungen, Werkstätten, Integrationseinrichtungen, Freizeiteinrichtungen, sonderpädagogischen Einrichtungen, integrativen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie in Einrichtungen der Rehabilitation oder in anderen anerkannten Praxiseinrichtungen abzuleisten sind.

(2) An der Fachschule für Familienpflege gliedert sich die fachpraktische Ausbildung in

1. eine achtwöchige Praxisphase im zweiten Semester (Orientierungspraktika), wobei vier Wochen in einer Kindertagesstätte und vier Wochen als Wahlpraktikum in einer anderen geeigneten Einrichtung abzuleisten sind,

2. eine sechswöchige Praxisphase im dritten Semester mit einem Praktikum in einer Einrichtung der ambulanten Pflege,

3. eine zwanzigwöchige Praxisphase im vierten Semester und

4. eine zwanzigwöchige Praxisphase im fünften Semester.

Eines der in den Praxisphasen nach Satz 1 Nr. 3 und 4 durchzuführenden Praktika ist in einer Familienpflege- oder familienersetzenden Einrichtung abzuleisten, das andere Praktikum kann in einer sozialpädagogischen Einrichtung oder einer Einrichtung der Behindertenhilfe absolviert werden.

§ 21

Rechte und Pflichten in der fachpraktischen Ausbildung:

(1) Die Praktika gelten als schulische Veranstaltungen. Ein Anspruch auf Vergütung der Praktikumstätigkeiten besteht nicht.

(2) Die tägliche Ausbildungszeit in der Praxisstelle richtet sich nach den Bestimmungen, die für die Beschäftigten der Ausbildungsstätte regelmäßig gelten, und schließt Zeiten für die Bearbeitung schulischer Praktikumsaufgaben ein. Praktika können ausnahmsweise auch in den Schulferien durchgeführt werden.

(3) Die Studierenden sind zur Teilnahme an der fachpraktischen Ausbildung verpflichtet. Im Verhinderungsfall haben sie der Fachschule und der Praxisstelle unverzüglich die Gründe für das Fernbleiben mitzuteilen und nachzuweisen. Dauert die Verhinderung im Fall einer Erkrankung mehr als drei Kalendertage an, ist der Fachschule spätestens am auf den dritten Erkrankungstag folgenden Ausbildungs- oder Unterrichtstag eine ärztliche Bescheinigung über den Beginn und die voraussichtliche Dauer der Erkrankung vorzulegen und die Praxisstelle über die Fortdauer der Erkrankung zu informieren. Fehlen Studierende in einer Praxisphase aus von ihnen zu vertretenden Gründen an insgesamt mehr als fünf Tagen, so hat die Fachschule den nicht erfolgreichen Abschluss der Praxisphase unter Angabe der zugrunde liegenden Tatsachen schriftlich festzustellen und den Betroffenen bekannt zu geben; § 10 Abs. 2 Satz 2 bleibt unberührt. Im Übrigen müssen versäumte Praktikumszeiten bis zum Ende des Semesters nachgeholt werden, soweit dies für das Erreichen der im Ausbildungsplan (§ 23 Abs. 2) aufgeführten Praktikumsziele erforderlich ist. Die Entscheidung trifft die Fachschule im Einzelfall und im Benehmen mit der Praxisstelle.

(4) Die Praxisstelle kann die fachpraktische Ausbildung ohne Einhaltung einer Frist durch Erklärung gegenüber der oder dem Studierenden vorzeitig beenden, wenn verhaltensbedingte Gründe das Erreichen der Ausbildungsziele oder den Betriebsablauf ernsthaft gefährden.

Die Fachschule ist vor einer solchen Entscheidung zu hören und von der Beendigung des

Praktikums unverzüglich und unter Angabe der Gründe schriftlich in Kenntnis zu setzen. Die Praxisphase gilt in diesen Fällen als nicht erfolgreich abgeschlossen.

(5) Die Studierenden haben auch nach Abschluss der Praxisphasen über Angelegenheiten der Praxisstellen Verschwiegenheit zu bewahren. Dies gilt nicht für Tatsachen, die offenkundig sind oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedürfen.

§ 22

Wahl der Praxisstellen und Praktikumsplätze:

(1) Die Studierenden haben sich rechtzeitig vor Beginn einer Praxisphase um einen Praktikumsplatz zu bewerben. Die Fachschule setzt den Bewerbungstermin fest und regelt in Abstimmung mit den Praxisstellen das Anmeldeverfahren. Die Studierenden wählen den Praktikumsplatz mit Zustimmung der Fachschule. Diese informiert sie vorab über vorhandene Praxisstellen und Praktikumsplätze, berät sie bei der Auswahl und ist ihnen bei der Vermittlung behilflich.

(2) Die Praxisstellen erteilen der Fachschule für jede Studierende und jeden Studierenden eine Praktikumszusage, in der vermerkt ist, dass die Ausbildung in der Praxisstelle nach den Vorschriften des Sozialberufe-Anerkennungsgesetzes und den Regelungen dieser Verordnung erfolgt.

§ 23

Durchführung der Praxisphasen:

(1) Die Fachschule legt die Termine der Praktika in Absprache mit den Praxisstellen fest.

(2) Die Fachschule erstellt in Abstimmung mit den Praxisstellen für die einzelnen Studierenden einen individuellen Ausbildungsplan. Im Ausbildungsplan sind die Inhalte und der Ablauf des Praktikums mit Aufgaben und Zielen zu untersetzen, die den Erfahrungs- und Kenntnisstand der oder des Studierenden berücksichtigen. Dabei sind sowohl die Ausbildungsziele der Fachschule als auch die Ziele der Praxisstelle einzubeziehen. Die oder der Studierende, die Fachschule und die Praxisstelle erhalten je ein Exemplar des Ausbildungsplanes.