Steuer

Auswirkungen auf der Basis der ökologischen Risikoanalyse ergänzt durch jeweils geltende fachgesetzliche Vorgaben und fachlich anerkannte Standards oder Richtbzw. Grenzwerte zur Einschätzung von Umweltwirkungen.

Hinweise zu Schwierigkeiten, weiterer Untersuchungsbedarf

Es sind keine Schwierigkeiten aufgetreten, die die Beurteilung der Erheblichkeit von möglichen Umweltauswirkungen des Planungsvorhabens maßgeblich eingeschränkt haben.

II. 3.3.2. Beschreibung der Maßnahmen zur Überwachung der planbedingten erheblichen Umweltauswirkungen

Die Überwachung der Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, erhebliche Umweltauswirkungen zu vermeiden, obliegt dem Bezirksamt Treptow-Köpenick und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Von Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Berücksichtigung der Immissionsschutz-, der Altlasten und der Schutzgebietsbelange (Wasserschutzzone) sowie Kompensationsanforderungen aus dem naturschutzrechtlichen Eingriff und dem Artenschutz .

Die Immissionsschutzanforderungen (Lärmkontingentierungen) sind im Rahmen der nachgeordneten Vorhabensgenehmigungen zu beachten. Darüber hinaus sind Kontrollmessungen während des Betriebes möglich.

Die Beseitigung von möglichen Bodenkontaminationen im Geltungsbereich erfolgt im Rahmen der Entwicklungsmaßnahme im Zuge der Übernahme privater Flächen in das Eigentum des Landes Berlin, bzw. bei öffentlichen Flächen im Rahmen der Herstellung der Grünfläche.

Zur Sicherung des Umweltzustandes erfolgte nach umfassenden Planungsänderungen eine zweite Fortschreibung der Gesamtbewertung des ökologischen Eingriffs für das Gebiet der Entwicklungsmaßnahme Johannisthal / Adlershof durch den Entwicklungsträger.

Die Maßnahmen zur Biotopsicherung und ­entwicklung im Landschaftspark wurden 1999 in einem ersten Pflege- und Entwicklungskonzept konkretisiert. Im August 2007 wurde ein aktuelles Pflege- und Bewirtschaftungskonzept fertiggestellt. Für die speziellen naturschutzfachlichen und Biotoppflegemaßnahmen im NSG und LSG ist derzeit der Pflege- und Entwicklungsplan (PEP) in Bearbeitung. Hierin wird dargegelt, dass das bisher (1999-2006) jährliche durchgeführte Monitoring für den Landschaftspark Johannisthal zur Beobachtung der Vegetationsentwicklung und der Fauna (Avifauna, Stechimmen und Heuschrecken) auch weiterhin, dann jedoch in mehrjährlichem Turnus durchgeführt wird. Veränderungen werden in einem Monitoringbericht dokumentiert und tragen dann u. a. zur Steuerung der Pflegemaßnahmen im Landschaftspark bei.

Im Rahmen der artenschutzrechtlichen Betrachtungen werden Hinweise für bauliche Maßnahmen gegeben, um die Beseitigung von Lebensstätten zu meiden bzw. die Auswirkungen baulicher Maßnahmen zu minimieren. Die Hinweise beziehen sich auf bodenwirksame Maßnahmen (Baufeldfreimachungen, Vegetationsberäumungen) und den Abriss und die Sanierung baulicher Anlagen und von Gebäuden. Diese Hinweise sollen in den Baugenehmigungsverfahren und anderen Planungen / Genehmigungsverfahren berücksichtigt werden.

Monitoring zur Umsetzung der Zauneidechse

Die Erfolgskontrolle der Umsetzungsmaßnahmen für die Zauneidechse ist ein wesentlicher Bestandteil des gemäß § 4c BauGB notwendigen Monitorings für erhebliche planbedingte Umweltauswirkungen. Die Zielstellung ist zu überprüfen, ob die Umsiedlungsfläche auch dauerhaft besiedelt wird.

Hierfür ist im direkten Vorfeld der Umsetzung durch eine fachkundige Person die aktuelle Eignung der Umsetzfläche nochmals einzuschätzen, ggf. sind ergänzende Maßnahmen festzulegen. Zum Nachweis der dauerhaften Besiedlung der Fläche sollte eine Beobachtung einen Zeitraum von 5 Jahren abdecken. Hierfür ist eine erste Begehung im zweiten Jahr nach der Umsetzung und eine abschließende Kontrolle 5 Jahre nach der Umsiedlung ausreichend.

II. 3.3.3 Zusammenfassung

Mit der durch die Festsetzungen des Bebauungsplanes vorbereiteten Gewerbegebietsentwicklung sind Immissionswirkungen und Auswirkungen auf besondere Naturhaushalts- und Erholungsfunktionen im Geltungsbereich und seiner Umgebung verbunden.

Zu beurteilen waren von der Gebietsentwicklung ausgehende Immissionsbelastungen für sensible Umgebungsnutzungen, mögliche Auswirkungen auf Erholungs- und Grünverbindungsfunktionen im Bereich der Ostfuge des Landschaftsparks sowie Beeinträchtigungen von Biotopqualitäten auf derzeit nicht genutzten Teilflächen.

Weiterhin waren Auswirkungen auf nachgewiesene Vorkommen von Tierarten, die den besonderen Artenschutzbestimmungen gemäß § 42 BNatSchG unterliegen, einzuschätzen und es war zu prüfen inwieweit sich Kompensationsanforderungen aus der naturschutzrechtlichen Eingriffs- / Ausgleichsbewertung einschließlich dem Eingriff in den geschützten Baumbestand ergeben und umgesetzt werden können.

In Bezug auf die abiotischen Naturhaushaltsfaktoren stand aufgrund der Lage der zukünftigen Gewerbegebiete im Wasserschutzgebiet die Prüfung von Auswirkungen auf den Grundwasserhaushalt durch die Gebietsentwässerung im Vordergrund.

Im folgenden werden die Ergebnisse der Prüfung für die Schutzgüter zusammengefasst dargestellt, für die ohne Vermeidungs-, Minderungs- oder Kompensationsmaßnahmen zunächst erhebliche Auswirkungen festzustellen waren.

Schutzgut Menschen / Immissionen

Der Schutz empfindlicher Nutzungen in der Umgebung des Bebauungsplangebiets vor übermäßigen Lärmimmissionen erfolgt durch Kontingentierung der Emissionen aus den Gewerbegebieten mittels der Festsetzung von immissionswirksamen flächenbezogenen Schallleistungspegeln (IFSP). Durch eine teilflächenbezogen differenzierte Festsetzung wird eine bestmögliche Ausnutzung der Gewerbegebiete gewährleistet und der Ungleichbehandlung bei Ansiedlungen (uneingeschränkte Emission bei frühzeitiger Ansiedlung und überdurchschnittliche Restriktionen für nachfolgende Ansiedlungen) entgegengewirkt.

Bezogen auf das schalltechnische Gutachten wurden in den Bebauungsplan für die Gewerbegebiet textliche Festsetzungen aufgenommen (TF Nr. 9). Darin sind immissionswirksame Schallleistungspegel festgesetzt, die durch Betriebe und Anlagen nicht überschritten werden dürfen,

Maßgeblich für die Beurteilung der Lärmwirkungen im Landschaftspark Johannisthal/Adlershof ist eine prognostizierte vorhabensbedingte Erhöhung des Schwerlastanteils um 4 % auf der Hermann-Dorner-Allee. Die Grundbelastung von 6000 Kfz/24h verändert sich nicht. Die vorhabensbedingte Erhöhung des Schwerlastanteils macht nur eine Lärmzunahme von 59,9 db(A) auf 61,3 db(A) aus. Eine solche Zunahme von 1,4 dB liegt unter der Wahrnehmungsschwelle von 3 dB und ist somit für den Landschaftspark marginal in der Wirkung.