Nachhaltigkeit

Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt

Im Maßstab der Landesentwicklungsplanung lässt sich die Bestandsituation bezüglich des Schutzgutes Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt durch die Darstellung der vorhandenen Schutzgebietskulisse im Raum Berlin-Brandenburg verdeutlichen.

Zustandsbeschreibung

Die Länder Berlin und Brandenburg leisten mit insgesamt 32 gemeldeten EUVogelschutzgebieten (SPA) und 635 FFH-Gebieten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der schützenswerten Arten und Lebensräume sowie der biologischen Vielfalt. Das Gebiet der Länder Brandenburg und Berlin weist damit einen über dem Bundesdurchschnitt liegenden Anteil an Natura 2000 Gebieten auf, was die besondere Bedeutung des Gebietes hinsichtlich seiner Biotopstrukturen widerspiegelt. Die Natura 2000-Gebietskulisse überlagert in weiten Teilen die 469 ausgewiesenen Naturschutzgebiete (NSG). Darüber hinaus wurden in Brandenburg 15 Großschutzgebiete (GSG) eingerichtet, darunter drei Biosphärenreservate und der Nationalpark „Unteres Odertal".

Dies macht die Vielzahl großflächig zusammenhängend wertvoller und zum Teil länderübergreifender Landschaftsräume im Gebiet deutlich. Neben einigen Heide- und Seengebieten sind die zum Teil noch sehr naturnahen Auenlandschaften der Oder, Elbe und Spree besonders erwähnenswert.

Ein weiterer wichtiger Faktor für den Erhalt der biologischen Vielfalt ist der Biotopverbund. Ein Biotopverbundsystem muss auch den Ortswechsel und Populationsaustausch von Säugetieren mit größeren Arealansprüchen berücksichtigen und setzt daher die Erhaltung und Wiederherstellung von Korridoren und großflächig unzerschnittenen Landschaftsräumen voraus. Insbesondere das im internationalen Vergleich sehr dichte Straßennetz in Deutschland hat dazu geführt, dass unzerschnittene verkehrsarme Räume (UZVR) mit mindestens 100 Quadratkilometer Flächengröße, d. h. Lebensräume mit ausreichender Größe für wildlebende Tiere und Pflanzen, dramatisch abgenommen haben.

In Brandenburg liegt der Anteil von UZVR an der Landesfläche weit über dem Bundesdurchschnitt. Mehr als 24 Prozent der Gesamtfläche dieser Gebiete in Deutschland ab einer Größe von 200 Quadratkilometer liegen in Brandenburg. Mit 8,2 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche hat Brandenburg eine der geringsten Siedlungs-/Verkehrsdichten in Deutschland. 970 500 31,96

UZVR ab 100 km² bis 200 km² 68 983 595 33,37

UZVR ab 200 km² 27 848 745 28,79

Quellen: Digitale Daten des BfN 2003 aktualisiert durch F&S 2007; MLUV 2007: http://www.mluv.brandenburg.de/cms/detail.php/107783; DiROK 2007; Umweltatlas Berlin 2007

Voraussichtliche Entwicklung bei Nichtdurchführung des LEP B-B und planrelevante Umweltprobleme

Der Schutz naturschutzfachlich wertvoller Flächen soll erweitert werden.

Derzeit werden im Land Brandenburg 41 Verfahren zur Ausweisung von Naturschutzgebieten geführt und im Land Berlin ist über den derzeitigen Bestand an naturgeschützter Fläche hinaus eine Erweiterung auf rund 3 Prozent der Stadtfläche für Naturschutzgebiete angestrebt.

Auf Grund der Bevölkerungsstagnation in den ländlichen Gebieten Brandenburgs ist mit einer nur moderaten Gefährdung der UZVR zu rechnen. Neben der Entwicklung der Einwohnerdichte ist aber auch die Entwicklung des Tourismus ein Faktor, der zur Gefährdung der UZVR beitragen kann.

Boden

Für die Zustandsbeschreibung der Bodenverhältnisse im Planungsraum Berlin-Brandenburg eignen sich zunächst vorhandene Informationen über die Verbreitung wertvoller und besonders schützenswerter Böden. Zusätzlich können Daten zur Siedlungs- und Verkehrsflächendichte bzw. ­ soweit vorliegend ­ zum Versiegelungsgrad sowie die Flächen, die in großem Maßstab zur Rohstoffgewinnung abgetragen wurden, herangezogen werden. Stoffliche Vorbelastungen können mit Daten zum Bodenzustand und zu Altlasten beschrieben werden.

Zustandsbeschreibung Ökologisch besonders wertvolle Böden in Brandenburg sind im Wesentlichen die Niedermoor- und Auenböden, die im Vergleich zum übrigen Bundesgebiet relativ häufig, wenn auch vielfach durch Entwässerung in degradiertem Zustand, anzutreffen sind. Das Landschaftsprogramm Brandenburg weist

Die verschiedenen Schutzgebietsarten überlagern sich teilweise. Die Flächenanteile können daher nicht addiert werden. innerhalb des Bundeslandes zwölf Schwerpunkträume des Bodenschutzes aus. Dabei wurden zusammenhängende Gebiete mit besonderer Bedeutung für den Boden- und Naturschutz zusammengefasst, die durch Überlagerung und/oder ein engräumiges Mosaik wertvoller bzw. seltener Böden sowie einer Häufung von Bodendenkmalen gekennzeichnet sind.

In Berlin wurden besonders wertvolle Böden mit einem alle Bodenfunktionen integrierenden Bewertungsverfahren ermittelt. Die so abgegrenzten Böden mit einer insgesamt hohen Leistungsfähigkeit sind überwiegend auf den Hochflächen im Norden und Süden, im Spandauer Forst und den Gosener Wiesen zu finden. Stark besiedelte Gebiete mit einer hohen Naturferne weisen dagegen eine geringe bis mittlere Leistungsfähigkeit auf.

Für Brandenburg liegen keine Daten zum landesweiten Versiegelungsgrad vor. Statistisch erfasst sind lediglich zusammenfassend die Gebäude-, Verkehrs- und Freiflächen. Dennoch können die Daten einen großmaßstäblichen Eindruck des Anteils der Bereiche geben, in denen auf Grund der Bebauung kein natürlich gewachsener Boden mehr vorzufinden ist. Mit ca. 8 Prozent ist der Anteil der Gebäude-, Verkehrs- und Freiflächen in Brandenburg im Vergleich zu den anderen Bundesländern am zweitniedrigsten 10. Hinzu kommen ca. 2 Prozent der Landesfläche Brandenburgs, auf der natürlich gewachsene Böden auf Grund der Rohstoffgewinnung im Tagebau nicht mehr vorhanden sind (diese Fläche entspricht ca. 72 Prozent der Fläche des Bundeslandes Berlin). Naturgemäß stellen sich die Bodenverhältnisse in Berlin vollständig anders dar. Bei einem Anteil der Gebäude-, Verkehrs- und Freifläche von knapp 56 Prozent sind natürlich gewachsene Böden weitaus seltener anzutreffen als in Brandenburg.

Neben diffusen Belastungen in Städten oder im Nahbereich von Emittenten und punktuellen Belastungen altindustrialisierter Standorte (Altlasten) weisen die Böden im Planungsraum vorwiegend nur geringe Schadstoffgehalte auf.

Voraussichtliche Entwicklung bei Nichtdurchführung des LEP B-B und planrelevante Umweltprobleme

Im Land Brandenburg liegt die statistisch erfasste tägliche Zunahme der Freiflächeninanspruchnahme durch Siedlungs- und Verkehrsflächen bei rund 8 Hektar/Tag (Stand 2003)11. Der räumliche Schwerpunkt der zusätzlichen Flächeninanspruchnahme liegt in den an die Metropole Berlin angrenzenden Bereichen, während auf Grund der Bevölkerungsabnahme im übrigen Gebiet Brandenburgs von einer deutlich langsameren Zunahme der Freiflächeninanspruchnahme auszugehen ist. Die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt das Ziel, die tägliche Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche bis 10 Stichtag der zugrunde gelegten Daten: 31. Dezember 2004; Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, www.statistikportal.de 11 Umweltindikatoren im Land Brandenburg, erste Fortschreibung 2005 in Umweltdaten Brandenburg 2005. Die Fortschreibung der Umweltindikatoren erfolgt nicht jährlich und ist daher im aktuellen Bericht (Umweltdaten 2006) nicht enthalten.