Fachausschüsse 1 Für die Durchführung der mündlichen Prüfung wird für jedes Prüfungsfach ein Fachausschuss gebildet

Sie oder er soll Schulleiterin oder Schulleiter oder Schulaufsichtsbeamtin oder Schulaufsichtsbeamter sein.

(2) Die oder der Vorsitzende bestellt ein Mitglied des Prüfungsausschusses zur Schriftführerin oder zum Schriftführer.

§ 8:

Fachausschüsse:

(1) Für die Durchführung der mündlichen Prüfung wird für jedes Prüfungsfach ein Fachausschuss gebildet. Der Fachausschuss besteht aus der oder dem Vorsitzenden und in der Regel zwei weiteren Mitgliedern. Die oder der Vorsitzende eines Fachausschusses muss, die weiteren Mitglieder sollen Lehrkräfte mit der Laufbahnbefähigung als Studienrätin oder Studienrat sein und die Lehrbefähigung für das entsprechende Fach besitzen; über Ausnahmen bei den weiteren Mitgliedern entscheidet die Schulaufsichtsbehörde.

(2) Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses beruft die Mitglieder der Fachausschüsse sowie deren Vorsitzende. Sie oder er ist berechtigt, den Vorsitz im Fachausschuss selbst zu übernehmen oder an den Prüfungen und Beratungen der Fachausschüsse mit beratender Stimme teilzunehmen.

(3) Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses legt fest, welches Mitglied die mündliche Prüfung durchführt (Prüferin oder Prüfer). Die oder der Vorsitzende des Fachausschusses ist berechtigt, Fragen zu stellen und darüber hinaus im Verlauf der Prüfung die Funktion der Prüferin oder des Prüfers zu übernehmen, wenn dies für den ordnungsgemäßen Ablauf der Prüfung erforderlich ist; in diesem Fall muss den übrigen Mitgliedern des Fachausschusses Gelegenheit gegeben werden, Zusatzfragen in angemessenem Umfang zu stellen.

§ 9:

Teilnahmepflicht:

(1) Die Mitglieder eines Ausschusses sind zur Teilnahme an dessen Sitzungen verpflichtet.

(2) Kann ein Mitglied eines Ausschusses seine Aufgaben wegen Krankheit oder aus einem anderen zwingenden Grund nicht wahrnehmen, so bestimmt die oder der Vorsitzende eine Vertreterin oder einen Vertreter aus dem Kreis der benannten Prüferinnen und Prüfer.

§ 10:

Beschlussfassung

Der Prüfungsausschuss und die Fachausschüsse sind beschlussfähig, wenn alle Mitglieder anwesend sind. Die Ausschüsse beschließen mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen; bei Stimmengleichheit gibt die Stimme der oder des Vorsitzenden den Ausschlag. Stimmenthaltung ist nicht zulässig.

Abschnitt III Prüfungsverfahren

§ 11:

Zulassung zur Prüfung und Antragstellung:

(1) Zur Prüfung ist zuzulassen, wer

1. in dem der Prüfung vorausgegangenem Jahr nicht Schülerin oder Schüler einer gymnasialen Oberstufe einer öffentlichen Schule oder einer entsprechenden staatlich anerkannten Ersatzschule oder eines staatlichen Abendgymnasiums oder Kollegs gewesen ist,

2. nachweisen kann, dass sie oder er sich anhand der Rahmenlehrpläne für die gymnasiale Oberstufe angemessen auf die Prüfung vorbereitet hat und

3. seinen Wohnsitz in Berlin hat.

(2) Abweichend von Absatz 1 wird nicht zur Prüfung zugelassen, wer

1. die allgemeine Hochschulreife besitzt oder,

2. zur allgemeinen Hochschulreife führende Prüfungen zweimal nicht bestanden hat.

Für Bewerberinnen und Bewerber, die eine zur allgemeinen Hochschulreife führende Prüfung bereits einmal nicht bestanden haben, gilt die Prüfung als Wiederholungsprüfung im Sinne des § 22 Absatz 2.

(3) Die Prüfung wird einmal jährlich durchgeführt. Wer sich bewirbt, muss die Zulassung für die Prüfung bis zum 15. November des Vorjahres der Prüfung (Ausschlussfrist) bei der Schulaufsichtsbehörde schriftlich beantragen.

(4) Über die Zulassung entscheidet die Schulaufsichtsbehörde. Die Entscheidung über die Zulassung ist der Bewerberin oder dem Bewerber spätestens zwei Wochen vor dem ersten Prüfungstermin unter Angabe der Termine der verpflichtenden mündlichen und schriftlichen Prüfungen, des Prüfungsortes und der Prüfungsfächer mitzuteilen.

§ 12:

Prüfungsaufgaben für die schriftliche Prüfung:

(1) Die Schulaufsichtsbehörde stellt die Aufgaben für die schriftliche Prüfung. In allen Fächern werden mindestens zwei Aufgaben mit unterschiedlichen Schwerpunkten zur Wahl gestellt. Für sie gelten, insbesondere hinsichtlich der möglichen Aufgabenarten, der Aufgabenkonstruktion, der Anforderungen und der zur Verfügung stehenden Bearbeitungszeit die Bestimmungen für die Abiturprüfung der gymnasialen Oberstufe nach Maßgabe der in dieser Verordnung geregelten Abweichungen und Ergänzungen.

(2) Den Aufgaben werden beigefügt

1. eine stichwortartige oder tabellarische Beschreibung der von den Prüflingen erwarteten Leistungen einschließlich der Angaben von Gewichtungen und von weiteren Bewertungskriterien,

2. die Angabe über die Dauer der Bearbeitungszeit und

3. eine Aufstellung der zugelassenen Hilfsmittel.

(3) Die Aufgaben dürfen den Prüflingen erst bei Beginn der jeweiligen Arbeit bekannt werden. Jedes vorzeitige Bekanntwerden sowie jede vorzeitige Andeutung der Themen oder Aufgaben führt zur Ungültigkeit dieses Prüfungsteils.

§ 13:

Durchführung der schriftlichen Prüfung:

(1) Zur Durchführung der schriftlichen Prüfung werden für jedes Prüfungsfach Prüfungsgruppen getrennt nach Leistungsfach und weiterem Fach gebildet. Die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses weist die Prüflinge den Prüfungsgruppen zu.

(2) Die Prüflinge haben sich vor Beginn der Prüfung auszuweisen.

(3) Die schriftliche Prüfung findet unter Aufsicht statt. Es dürfen nur die bei den Aufgaben angegebenen Hilfsmittel benutzt werden. Hilfen für einzelne Prüflinge sind nicht zulässig.

(4) Die Prüflinge sind rechtzeitig auf die Bestimmungen über die Durchführung der schriftlichen Prüfung und über Unregelmäßigkeiten (Abschnitt V) hinzuweisen.

(5) Die schriftlichen Arbeiten sind spätestens mit Ablauf der zugelassenen Arbeitszeit zusammen mit allen Entwürfen und Aufzeichnungen sowie sämtlichen zur Verfügung gestellten Unterlagen abzugeben.

§ 14:

Beurteilung der schriftlichen Arbeiten:

(1) Jede Arbeit einschließlich der Entwürfe wird von zwei Lehrkräften (Gutachterinnen und Gutachtern) des jeweiligen Faches, die die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses bestellt, durchgesehen und beurteilt. Mindestens eine der beiden Lehrkräfte muss die Laufbahnbefähigung als Studienrätin oder Studienrat haben.

(2) Die endgültige Note setzt die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses fest. Sie oder er ist berechtigt, zur Beurteilung einer schriftlichen Arbeit selbst ein Gutachten anzufertigen oder eine weitere Lehrkraft mit der Anfertigung eines solchen Gutachtens zu beauftragen. Unter Angabe von Gründen, die schriftlich niedergelegt werden müssen, darf sie oder er im Benehmen mit der Erst- und Zweitgutachterin oder dem Erst- und Zweitgutachter von deren Beurteilung der schriftlichen Prüfungsarbeiten abweichen.