Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen

Abschnitt I Allgemeine Bestimmungen

§ 1:

Zweck und Teile der Prüfung:

(1) In der Prüfung ist festzustellen, ob der Prüfling die für das Latinum, Graecum oder Hebraicum erforderlichen Kenntnisse in Latein, Altgriechisch oder Hebräisch besitzt.

(2) Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Abschnitt.

§ 2:

Prüfungsnoten und Leistungsbewertung Prüfungsnoten sind die Noten der schriftlichen und der mündlichen Prüfung. In den Notenstufen 1 bis 5 werden die Noten bei Leistungen, die im oberen oder unteren Drittel der jeweiligen Notenstufe liegen, durch Angabe der Notentendenzen plus (+) oder minus (­) ergänzt. Für die Ermittlung des Prüfungsergebnisses werden die Noten in Punkte nach folgendem Schlüssel umgerechnet:

(1) Mit der Zuerkennung des Latinums wird die Fähigkeit bestätigt, lateinische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad inhaltlich anspruchsvollerer Stellen (bezogen auf die Bereiche politische Rede, Philosophie und Historiographie) mit Hilfe eines zweisprachigen Wörterbuchs in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen. Dieses Verständnis ist durch eine sachlich richtige und treffende Übersetzung in angemessenem Deutsch nachzuweisen. Hierzu sind Sicherheit in der für die Texterschließung notwendigen Formenlehre und Syntax, ein ausreichender Wortschatz und die erforderlichen Kenntnisse aus den Bereichen römische Politik, Geschichte, Philosophie und Literatur Voraussetzung.

(2) Mit der Zuerkennung des Graecums wird die Fähigkeit bestätigt, griechische Originaltexte im sprachlichen Schwierigkeitsgrad inhaltlich anspruchsvollerer PlatonStellen mit Hilfe eines zweisprachigen Wörterbuchs in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen. Dieses Verständnis ist durch eine sachlich richtige und treffende Übersetzung in angemessenem Deutsch nachzuweisen. Hierzu sind Sicherheit in der für die Texterschließung notwendigen Formenlehre und Syntax, ein ausreichender Wortschatz und die erforderlichen Kenntnisse aus den Bereichen griechische Politik, Geschichte, Philosophie und Literatur Voraussetzung.

(3) Mit der Zuerkennung des Hebraicums wird die Fähigkeit bestätigt, hebräische Originaltexte mittleren Schwierigkeitsgrades aus der alttestamentlichen Prosa (zum Beispiel Stellen aus dem Pentateuch, den Samuelis-Büchern oder den Königsbüchern) mit Hilfe eines zweisprachigen Wörterbuches in Inhalt, Aufbau und Aussage zu erfassen und dieses Verständnis durch eine sachlich richtige Übersetzung in angemessenem Deutsch nachzuweisen; auf Wunsch der Bewerberin oder des Bewerbers können der Prüfung poetische Texte geringeren Schwierigkeitsgrades (zum Beispiel Psalmen) zugrunde gelegt werden. Hierzu sind Sicherheit in der für die Texterschließung notwendigen Formenlehre und Syntax, ein ausreichender Wortschatz und die erforderlichen Kenntnisse für die Einordnung in die biblische Zeit und die Lebenssituation der Verfasser Voraussetzung.

§ 4:

Zuhörerinnen und Zuhörer:

(1) Bei den Prüfungen, die im organisatorischen Zusammenhang mit der Abiturprüfung abgelegt werden, gelten für die Anwesenheit bei der mündlichen Prüfung und den Beratungen des Prüfungsausschusses die Bestimmungen für die Abiturprüfung.

(2) Bei den Prüfungen, die nicht im organisatorischen Zusammenhang mit der Abiturprüfung abgelegt werden, kann die oder der Vorsitzende des Prüfungsausschusses mit der Ausbildung oder dem Prüfungswesen befassten Personen die Anwesenheit bei der mündlichen Prüfung gestatten.

§ 5:

Protokolle

Über die Prüfungen und über die Beratungen des Prüfungsausschusses werden Protokolle gefertigt. Sie müssen folgende Angaben enthalten:

1. bei allen Prüfungen Angaben über

a) die teilnehmenden Prüflinge,

b) den Verlauf der Prüfungen,

c) die Beschlüsse einschließlich abweichender Meinungen,

d) besondere Vorkommnisse und

2. bei der mündlichen Prüfung zusätzlich Angaben über

a) die Zusammensetzung der Ausschüsse,

b) die Prüfungsgegenstände,

c) die wesentlichen Kriterien für das Zustandekommen der Bewertung.

Besteht eine Prüfungsaufgabe aus mehreren Teilen oder werden in einem Prüfungsfach mehrere Aufgaben gestellt, so ist die auf die einzelnen Teile oder Aufgaben entfallende Bewertung gesondert auszuweisen.

§ 6:

Nachteilsausgleich:

(1) Prüflinge mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf erhalten bei Bedarf einen ihrer Behinderung entsprechenden individuellen Nachteilsausgleich. Festgesetzt werden können die in § 39 der Sonderpädagogikverordnung vom 19. Januar 2005 (GVBl. S. 57), die zuletzt durch Artikel I der Verordnung vom 23. Juni 2009 (GVBl S. 309) geändert worden ist, aufgeführten besonderen Hilfsmittel oder methodischen Unterstützungsmaßnahmen. Über Art und Umfang des individuell zu gewährenden Nachteilsausgleichs entscheidet bis spätestens vier Wochen vor Beginn der ersten Prüfung die oder der Prüfungsvorsitzende entsprechend dem in § 40 der Sonderpädagogikverordnung geregelten Verfahren; dabei sind die generellen Vorgaben der Schulaufsichtsbehörde zu beachten. Findet die Prüfung bei der Schulaufsichtsbehörde oder einer von dieser beauftragten Schule statt, ist ein Antrag auf Festsetzung eines Nachteilsausgleichs erforderlich. Dieser muss in der Regel mit dem Antrag auf Zulassung zur Prüfung schriftlich gestellt werden. Wurde durch die Schulaufsichtsbehörde ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt, ist dies im Antrag anzugeben. Andernfalls kann die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung verlangt werden.

(2) Prüflinge mit festgestellten gravierenden Lese- und Rechtschreibstörungen können bis zu einem vom Prüfungsausschuss festgelegten Termin eine Verlängerung der Bearbeitungszeit für die schriftliche Prüfung beantragen, über die die oder der Prüfungsvorsitzende entscheidet.

(3) Hilfsmittel oder Unterstützungsmaßnahmen nach Absatz 1 Satz 2 können auf Antrag auch gewährt werden, wenn Prüfungen infolge einer vorübergehenden körperlichen Beeinträchtigung nicht ohne Erleichterungen bewältigt werden können. Dem Antrag ist ein ärztliches Attest beizufügen. Die Entscheidung trifft die oder der Prüfungsvorsitzende.

(4) Die fachlichen Prüfungsanforderungen dürfen durch einen Nachteilsausgleich gemäß den Absätzen 1 bis 3 nicht verändert werden.

Abschnitt II Prüfungsorgane

§ 7:

Prüfungsausschuss:

(1) Für die Durchführung der Prüfung wird ein Prüfungsausschuss gebildet. Der Prüfungsausschuss besteht aus einer oder einem Beauftragten der Schulaufsichtsbehörde als Vorsitzender oder Vorsitzendem und zwei weiteren Mitgliedern. Die oder der Vorsitzende muss Lehrkraft mit der Laufbahnbefähigung als Studienrätin oder Studienrat sein. Die weiteren Mitglieder müssen befähigt sein, in der jeweils geprüften Sprache zu unterrichten; sie werden von der oder dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses berufen.

(2) Die oder der Vorsitzende bestellt ein Mitglied des Prüfungsausschusses zur Schriftführerin oder zum Schriftführer.