Photovoltaik

Planungszustand das gesamte Gewerbegebiet der Wertstufe I „sehr stark im Bodenaufbau veränderte Böden" (Versiegelung 45-90 %, 1 Wertpunkt / 1.000 m²) zugeordnet wurde.

Altlasten/ Bodenbelastungen

Die im Plangebiet von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Auftrag gegebenen Erkundungen der Altlastensituation sind abgeschlossen. Das Plangebiet wurde nach der vollständigen Beräumung auf Altlasten untersucht und ist danach frei von Altlasten. Dementsprechend wurde der Geltungsbereich des Bebauungsplans Anfang des Jahres 2007 aus dem Bodenbelastungskataster entlassen. Bei der Beräumung des Auffüllungshorizontes des Flurstücks 6464 wurden im August 2008 Bauschuttvergrabungen auf ca. 1.500 m² vorgefunden. Diese wurden bereits beseitigt."

II. 3.2.2.3 Schutzgut Wasser Wasserschutzgebiet

Durch die Lage im Urstromtal ist der Hauptgrundwasserleiter im Geltungsbereich relativ oberflächennah ausgebildet. Die Grundwasserverschmutzungsempfindlichkeit wird im Umweltatlas Berlin (Karte 02.05) wegen des vorherrschend sandigen Substrates und des geringen Flurabstandes als „hoch" eingestuft; das Grundwasser gilt somit als „ungeschützt".

Auf der Fläche des festzusetzenden Gewerbegebietes standen 1994 nur rund 9.000 m² Fläche für die Regenwasserversickerung und -rückhaltung zur Verfügung (Vegetationsflächen, teilversiegelte Flächen), das entspricht einem Anteil von 18 % an den Flächen des Gewerbegebietes.

Durch die Festsetzungen des Bebauungsplans (Vegetationsflächenanteil im Gewerbegebiet mindestens 28 % (textliche Festsetzung Nr. 9), Versickerungsgebot (textliche Festsetzung Nr. 13) wird gewährleistet, dass mindestens 88 % des im Gewerbegebiet anfallenden Niederschlagswassers zur Versickerung gelangen (Dachflächen = 60 % + Vegetationsflächen = 28 %). Dabei wird angenommen, dass im Gewerbegebiet das Niederschlagswasser von Dachflächen und nicht von den Erschließungsflächen versickert wird. In der Wasserschutzgebietszone III B hängt die Zulässigkeit der Versickerung von Regenwasser, das von gewerblich genutzten (Erschließungs-)Flächen abfließt, von der Art der Nutzung und der Art der Versickerungsanlage ab und unterliegt damit der Einzelfallentscheidung.

Die Flächen im Geltungsbereich des Bebauungsplans liegen nach Auskunft der Wasserbehörde nicht mehr in der Wasserschutzgebietszone III B.

Als wasserwirtschaftliche Anforderung an das schadlose Versickern gilt, dass bei der Mulden- Versickerung der Abstand zwischen der Geländeoberkante und dem Bemessungsgrundwasserstand mindestens anderthalb Meter beträgt und der Versickerungsraum frei von Altlasten ist. Unter Berücksichtigung der aktuellen Geländehöhen um 34,75 m ü.NHN und bei einem angenommenen HGW von 32,73 m ü.NHN ist eine Versickerung von Regenwasser möglich. Im Gewerbegebiet verbleibt mindestens 28 % nicht überbaubare Flächen, so dass prinzipiell ausreichend Freiflächen für die Anlage von Versickerungseinrichtungen zur Verfügung stehen (vgl. auch II.4.1.6 Versickerung von Niederschlagswasser).

Die Wasserschutzfunktion wird nach AUHAGEN 1994 anhand der Kriterien „Rückhaltevermögen von Niederschlägen" und „Rate der Grundwasserneubildung" bewertet.

Insgesamt nehmen die Flächen mit Rückhaltevermögen und zur Grundwasseranreicherung um rund 34.000 m² zu. im Vergleich zum Bestand 1994 ergibt sich ein positiver Wert von 108

Wertpunkten für das Kriterium Rückhaltevermögen und von 62 Wertpunkten für das Kriterium Grundwasserneubildung.

Eine Belastung von Oberflächengewässern kann ausgeschlossen werden, da das potenziell belastete und abgeleitete Regenwasser über den Hauptsammler der Retentionsbodenfilteranlage an der Wegedornstraße zugeführt wird. Von hier aus gelangt es erst nach Vorklärung in den Teltowkanal, der folglich keinen erhöhten Belastungen ausgesetzt ist.

Gemessen am Zustand zum Zeitpunkt der Planaufstellung ist durch die vorgesehenen Festsetzungen des Bebauungsplans XV-55c insgesamt eine Aufwertung für das Schutzgut Wasser zu erwarten. Die vorgesehene Dachbegrünung wird darüber hinaus zu einer Verzögerung des Regenwasserabflusses und damit zur Entlastung der Regenwasserentsorgungssysteme beitragen.

Der zum Großteil unverzögerten Abflussgeschwindigkeit des Regenwassers ist entsprechend Rechnung zu tragen (Einfluss auf die Größe der Mulden etc.) Anstelle der Dachbegrünung sind auch technische Anlagen wie u. a. Photovoltaikanlagen zulässig soweit deren Flächenanteil insgesamt nicht überwiegt.

II. 3.2.2.4 Schutzgüter Klima und Luft

Gemäß den Karten 04.11.1 und 04.11.2 des Umweltatlas Berlin (Klimaökologische Funktionen und Planungshinweise Stadtklima) liegt das Plangebiet im Einwirkbereich von Kaltluft33 entstehungsgebieten (Bahnflächen) und ist gekennzeichnet durch gute Durchlüftungsverhältnisse mit überwiegend geringer bis keiner bioklimatischen Belastung.

Durch die Festsetzungen des Bebauungsplans (Vegetationsflächenanteil in den Gewerbegebieten mindestens 28 % (textliche Festsetzung Nr. 9), Dachbegrünung (textliches Festsetzung Nr. 12)) sind gemessen am Umweltzustand 1994 positive Auswirkungen auf die klimatischen Funktionen zu erwarten. Der Flächenanteil der klimawirksamen Strukturen im Gewerbegebiet (Vegetationsflächen, Dachbegrünung, sonstige unversiegelte Flächen) nimmt im Planungszustand um rund 13.500 m² bzw. um rund 28 % zu.

Nach dem Bewertungsmodell von AUHAGEN 1994 wird das Plangebiet in Bestand (1994) und Planung (2007) dem Übergangsbereich 3 (Wertstufe D, 2 Punkte / 1.000 m²) zugeordnet, das heißt, es werden keine Veränderungen prognostiziert (zum Themenkomplex „Luft" siehe Schutzgut Mensch).

II. 3.2.2.5 Schutzgut Biotope

Als Grundlage für die Beurteilung des Biotoptypenbestandes 1994 wurde die Biotopkartierung von bgmr (1995) zum Entwurf des Bebauungsplans XV-55 herangezogen, die durch eine Auswertung des Echtfarben-Luftbildes aus dem Jahr 2004 (Gebäudebestand noch vorhanden) sowie durch eine Kartierung im Herbst 2006 (Bauwerke vollständig abgeräumt) überprüft wurde (vgl. Seite 23, Abb.1 und Abb.2).

Im Gewerbegebiet waren bis zur Beräumung der Bauwerke etwa 26 % der Fläche mit Gebäuden und 55 % der Fläche mit Wegen, Erschließungsflächen und sonstigen Nebenanlagen bedeckt. Im Norden des Plangebietes wurde ein Teilbereich (ca. 6 % des Plangebietes) bereits 1995 beräumt und ist nahezu vegetationsfrei.

Nur etwa 13 % der Fläche des geplanten Gewerbegebietes ist im Bestand mit Vegetation bedeckt (inkl. der Gehölzkronen, die versiegelte Flächen überdecken). Etwa 9 % der Flächen werden von rasigen Beständen und 4 % von Gehölzbeständen eingenommen.

Sowohl artenreiche als auch artenarme ruderale Pionier- und Halbtrockenrasen sind im Plangebiet vorhanden. Die artenarmen ruderalen Halbtrockenrasen werden in der Regel von wenigen Grasarten, z. B. Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos), Kriech-Quecke (Elymus repens) und behaarte Segge (Carex hirta), dominiert. In den artenreichen ruderalen Halbtrockenrasen sind außerdem zahlreiche thermophile Arten der Möhren-Steinkleefluren vertreten.