Gastronomie

Gemeinbedarf

Die Versorgung des Gebietes mit Gemeinbedarfseinrichtungen sollte im Gesamtniveau angehoben werden. Die bestehenden Kindertagesstätten und die Grundschule am Traveplatz in der Jessnerstraße sollten saniert werden. Darüber hinaus sollten zusätzliche Kitas, eine wettkampfgerechte Sporthalle, Jugendfreizeiteinrichtungen und ein Senioren- und Bürgertreff geschaffen werden.

Grün- und Freiflächen

Aufgrund der Defizite bei den wohnungsnahen Grün- und Freiflächen wurde vorgeschlagen, die vorhandenen öffentlich nutzbaren Flächen, wie den öffentlichen Straßenraum und die beiden Platzanlagen Traveplatz und Lenbachplatz, qualitativ aufzuwerten und weitere öffentliche Freiflächen als Kinderspielplätze neu anzulegen. Bei den privaten Grundstücken sollte eine intensivere Nutzung der Hofflächen u.a. durch Entsiegelung, Begrünung, Bildung von Gemeinschaftshöfen und die Anlage von Spielflächen ermöglicht werden.

Gewerbe Ziel war, die vorhandenen Gewerbestandorte vorrangig als Standorte für das produzierende Gewerbe zu erhalten und aufzuwerten sowie die Ansiedlung von anwohnerorientiertem Gewerbe bzw. kleinteiliger Produktion zu unterstützten. Die Verdrängung von nichtstörendem Gewerbe sollte vermieden, leerstehende und für Wohnzwecke ungeeignete Räume in den Erdgeschossen von Wohngebäuden für gewerbliche Ansiedlungen genutzt werden.

Verkehr

Im Gebiet sollten durch die Ausweisung als Tempo 30-Zonen und ggf. durch die bauliche Umgestaltung des Straßenraumes flächendeckend differenzierte Verkehrsberuhigungsmaßnahmen durchgeführt werden. Die gute ÖPNV-Anbindung des Gebietes sollte durch den unmittelbaren Anschluss zwischen S-Bahn und Straßenbahn weiter optimiert und damit auch die Boxhagener Straße entlastet werden.

Ökologische Ziele / Technische Infrastruktur

Aufgrund der hohen Umweltbelastung wurde vorgesehen, im Wesentlichen den Anteil modern beheizter Wohnungen und den Grünanteil im öffentlichen und privaten Bereich zu erhöhen und die Verkehrsemissionen zu reduzieren. Für die „Endmastanlage" am Ostkreuz sollte eine Erdverkablung der Freileitung angestrebt werden.

Soziale Ziele

Die Sanierung sollte an den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert werden, die Erneuerungsmaßnahmen waren sozialverträglich zu gestalten und die Verdrängung insbesondere der einkommensschwachen Bevölkerungsgruppen zu vermeiden. Die vorhandene soziale Struktur sollte stabilisiert und der Verbleib von Familien im Gebiet ermöglicht werden. Alle Sanierungsmaßnahmen sollten möglichst barrierefrei erfolgen. Die Potentiale der Bewohner sollten genutzt und die Interessenwahrnehmung aller Beteiligter im Rahmen einer Betroffenenvertretung ermöglicht werden.

Planungsrechtlicher Status Flächennutzungsplan

Der Flächennutzungsplan Berlin weist den weitaus überwiegenden Teil des Gebietes als Wohnbaufläche W 1 (GFZ über 1,5) aus. Lediglich die Bereiche zwischen der Neuen Bahnhofstraße und den Gleisanlagen der Ringbahn sowie der Block 74 sind als gemischte Baufläche M 2 dargestellt.

Bebauungspläne

Zur planungsrechtlichen Sicherung von Gemeinbedarfsflächen wurden insgesamt 8 Bebauungspläne festgesetzt.

Aktueller Stand der Sanierung

Die wesentlichen Sanierungsziele konnten realisiert werden. Das Gebiet ist heute aufgrund seiner innerstädtischen Lage, des Angebotes an sanierten Wohnungen und des Infrastrukturangebotes ein von jungen Familien begehrtes Wohngebiet. Für den Block 74 wird nach der Aufgabe des Produktionsstandortes auf Grundlage eines städtebaulichen Wettbewerbes ein Nahversorgungszentrum, Wohnungsbauten, eine Kindertagesstätte und eine Durchwegung zwischen Boxhagener Straße und Weserstraße geplant.

Sanierungsergebnisse Städtebauliche Ergebnisse

Mit der umfassenden Sanierung der meisten Wohnungsaltbauten sowie der Erneuerung und Erweiterung von Gemeinbedarfseinrichtungen konnte der Charakter des Gebietes als Wohngebiet mit untergeordnetem, überwiegend anwohnerorientiertem Gewerbe bewahrt werden.

Ein Teil der kriegsbedingten Baulücken und gestörten Blockränder konnte durch Neubauten geschlossen werden, darunter die städtebaulich besonders wichtigen Blockecken der Blöcke 83 und 72 (Sonntagstraße 1 sowie Jessnerstraße 47 - 55/Oderstraße 26 - 28). Weitere Neubauvorhaben sind im Bau (Oderstraße 32 - 33) oder sind bereits weit vorbereitet. Deutliche Verbesserungen der stadträumlichen Situation erfolgten auch durch die Neugestaltung von öffentlichen Freiflächen, wie beim Lenbachplatz oder bei der Freifläche der Grundschule am Traveplatz.

Wohnen

Der Wohnungsbestand hat sich durch Wohnungszusammenlegungen und vereinzelte Abrisse von 4.380 Wohnungen auf 3.847 Wohnungen im Altbestand reduziert. In ausgebauten Dachgeschossen wurden ca. 149 Wohnungen und in Neubauten 287 Wohnungen neu geschaffen, so dass sich eine derzeitige Gesamtwohnungsanzahl (einschließlich der im Bau befindlichen Wohnungen) von ca. 4.283 Wohnungen ergibt. Auch wenn kleinere Wohnungen im Gebiet dominieren, konnte der Anteil von größeren familiengerechten Wohnungen im Sanierungsverlauf kontinuierlich erhöht werden.

Ende 2009 sind fast 80 % der Wohnungsaltbauten erneuert, davon über die Hälfte mit öffentlichen Förderungsmittel. Bei der Erneuerung von zwei Wohnhäusern konnten mit dem Einbau von stufenlos erreichbaren Aufzügen und auf der Grundlage vertraglicher Vereinbarungen altengerechte Wohnungen hergerichtet und gesichert werden.

Gemeinbedarf

Die Grundschule am Traveplatz wurde im Sanierungszeitraum in mehreren Bauabschnitten einschließlich der beiden Freiflächen und der Schulmensa, die nach der Sanierung auch als behindertengerechter Kiezversammlungsraum genutzt werden kann, umfassend erneuert.

Die beiden Kita in der Scharnweberstr. 60 und 61 wurden saniert.

Nach neuem Zuschnitt der Grundstücke und der Abtrennung einer Teilfläche für den öffentlichen Spielplatz Dossestraße 1 wurden auch die Freiflächen der beiden Kindertagesstätten neu gestaltet. Eine dritte Kita mit 70 Plätzen ist in den Wohnungsneubau Müggelstr. 19 - 20 integriert.

In unmittelbarer Nähe des bereits zu Beginn der Sanierung erneuerten Kurt-Ritter-Sportplatzes wird seit 2009 für Schul- und Vereinssport eine wettkampfgerechte Sporthalle mit zwei Hallenteilen errichtet. Gleichzeitig wird der bestehende Anbau an dem vorhandenen Sportfunktionsgebäude in der Gürtelstraße 20 zu einer Kinder- und Jugendeinrichtung umgebaut.

Grün- und Freiflächen

Der Traveplatz und der Lenbachplatz wurden im Sanierungszeitraum einschließlich der Kinderspielbereiche umfassend erneuert. Beide Plätze weisen trotz starkem Nutzungsdruck eine hohe Aufenthaltsqualität auf. Darüber hinaus wurden neue Kinderspielplätze auf den Grundstücken Wühlischstraße 3 - 4, Müggelstraße 12, Böcklinstraße 11/Wühlischstraße 54 sowie der Jungstraße 27 - 28/Oderstr. 15 für unterschiedliche Altersgruppen geschaffen. Eine Besonderheit stellt hierbei der Spielplatz in der Böcklinstraße dar, da er Jugendlichen eine legale Gestaltung von Wandflächen durch Graffiti ermöglicht.

Eine weitere Freifläche ist zwischen Boxhagener Straße und Wühlischstraße durch den Umbau der vormaligen Straßenfläche und Verkehrsinsel in einen kleinen markanten Stadtplatz, den Caroline-Herschel-Platz, entstanden.

Bei weiteren Vorhaben steht der Baubeginn unmittelbar bevor, wie bei der Durchwegung zwischen Dosse- und Scharnweberstraße sowie der Errichtung des öffentlichen Kinderspielplatzes Dossestr.1. Vorbereitet sind auch die Neuerrichtung des Kinderspielplatzes Dossestr. 19 und die öffentliche Grünanlage in der Simplonstraße im Block 81.

Unter Berücksichtigung dieser Vorhaben ist das erreichte Angebot an öffentlichen Grün- und Freiflächen im Gebiet, trotz eines verbleibenden rechnerischen Defizits, für ein innerstädtisches, dicht bebautes Wohngebiet überaus positiv zu bewerten.

Die privaten Freiflächen wurden im Zusammenhang mit der Sanierung des Altbaubestandes neu gestaltet.

Gewerbe

Mit der zunehmenden Attraktivität des Gebietes und der Ansiedlung von Beherbergungsbetrieben für jugendliche Rucksacktouristen, geht auch eine Zunahme der gewerblichen Nutzung der Erdgeschossbereiche einher. Insbesondere im Umkreis von Lenbachplatz ist ein starker Anstieg von Gastronomiebetrieben zu verzeichnen. Daneben haben sich anwohnerorientierte Einzelhandelsbetriebe für den kurzfristigen Bedarf und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt.

Verkehr, Straßenraum

Im gesamten Gebiet sind mit wenigen Ausnahmen Tempo 30-Zonen eingerichtet. Darüber hinaus sind durch Gehwegvorstreckungen kleinteilige Verkehrsberuhigungsmaßnahmen realisiert worden. Zur Verbesserung des Wohnumfeldes wurden die südliche Müggelstraße und die Weserstraße zwischen Jessner- und Weichselstraße umgestaltet und mit ergänzenden Baumpflanzungen, Gehwegvorstreckungen und neuer Straßenbeleuchtung versehen. Die Wendekehre der südlichen Müggelstraße wurde zu einer autofreien Spielstraße umgebaut.

Zurzeit wird die Jessnerstraße mit Verkehrsberuhigungs- und Begrünungsmaßnahmen neu gestaltet.

Ein Teil der Gehwege wurde bisher erneuert. Weitere bauliche Maßnahmen im öffentlichen Straßenland sollen in diesem und den nächsten Jahren noch erfolgen.