Ganztagsgrundschulen

Seite 16 von 24 Zu Nummer 10:

Durch die Ergänzungen und Umformulierungen soll gerade vor dem anstehenden Thema „Inklusion" die enge Verbindung von Förderung und Regelunterricht verdeutlicht werden.

Beispiele für schulische Förderinstrumente - im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden Mittel - sind insbesondere zusätzlicher Teilgruppenunterricht, geringere Frequenzen oder Doppelsteckungen, d. h. der zeitweise Einsatz zweier Pädagoginnen oder Pädagogen in einer Klasse. Um den Schulen ggf. aufwendige Auseinandersetzungen zu ersparen, werden die Regelungen um die - ohnehin bestehende, aber nie ausdrücklich formulierte Verpflichtung der Teilnahme von Schülerinnen und Schülern an Fördermaßnahmen ergänzt, die dem Ausgleich von Benachteiligungen dienen. Zudem werden bisher in § 17 beschriebene Inhalte aus systematischen Gründen nach § 14 übertragen (Änderung Nummer 13).

Zu Nummer 11:

Durch die Streichung wird vermieden, dass Erziehungsberechtigte eine Auswahl zwischen verschiedenen Förderangeboten erwarten, die in der Breite faktisch so nicht existiert.

Zu Nummer 12:

Die Ergänzungen präzisieren, wann die besondere Förderung einsetzt und fordern in den Fällen, in denen Schulen beabsichtigen, Benotungen mehrfach hintereinander auszusetzen, die rechtzeitige Information der Schulaufsicht. Durch die Kenntnis der schulischen Entscheidungsabsichten erhält die Schulaufsicht die Möglichkeit, etwaige Fehlentwicklungen ­ insbesondere eine außergewöhnlich hohe Zahl an Notenbefreiungen

­ korrigieren zu können.

Zu Nummer 13:

Die Regelungen werden ­ soweit erforderlich ­ an die Neufassung der Sekundarstufe IVerordnung vom 31. März 2010 zur Förderung für Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache und insbesondere die bereits existierende Praxis bei der Beschulung von Neuzugängen ohne Deutschkenntnisse angeglichen. Durch offene Formulierungen steigt im Sinne der Eigenverantwortung auch der Handlungsspielraum für Schulen. So ist der verwendete Begriff der „besonderen Lerngruppe" umfassender als es die „Kleinklasse" war und schließt die Organisationsform einer (temporär) separaten Klasse mit niedrigen Frequenzen ­ der Kleinklasse ­ nicht aus. Zudem wird die Schulleitung in jedem Fall mindestens in die Entscheidung einbezogen, in welcher Form gefördert wird bzw. die Zuordnung in Regelklassen erfolgt. Der Verzicht einer Anrechnung

- Seite 17 von 24 des Besuch einer „besonderen" Lerngruppe auf die Höchstverweildauer an der Grundschule ist entbehrlich, weil entweder die Förderung innerhalb der ohnehin flexiblen Schulanfangsphase erfolgt oder, bei Aufnahme älterer Schülerinnen und Schüler, die Höchstverweildauer an der Berliner Grundschule wegen des Prinzips des grundsätzlichen Aufrückens von sieben Jahren schon rechnerisch nicht überschritten werden kann.

Die Inhalte des Absatzes 3 werden aus systematischen Gründen nach § 14 übertragen (Änderung Nummer 10).

Zu Nummer 14:

Die Formulierung beschreibt präziser den Beginn der besonderen Förderung bei einer Hochbegabung und schließt insbesondere nicht solche Schülerinnen und Schüler aus, die

­ aus welchen Gründen auch immer ­ die Schulanfangsphase nicht bereits nach einem Jahr verlassen.

Zu Nummer 15:

Es handelt es sich hier um Anpassungen entsprechend den Änderungen in § 58 Abs. 4 SchulG. Danach genügt künftig in den Jahrgangsstufen 3 und 4 die absolute Mehrheit der Erziehungsberechtigten, wenn anstelle von Noten eine verbale Beurteilung erfolgen soll.

Bei der Einrichtung von Klassen über drei Jahrgangsstufen wird in Jahrgangsstufe 3 generell verbal beurteilt, so dass alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse dieselbe Form des Zeugnisses erhalten. Die bewährten indikatorenorientierten Zeugnisse werden ausdrücklich als Form der verbalen Beurteilung benannt. Angesichts der Bedeutung von Beurteilungen für die weitere schulische Laufbahn und auch um ein besseres Verständnis und eine größere Akzeptanz der zugrunde gelegten Maßstäbe zu erzielen, ist deren Erläuterung und Begründung nicht mehr vom ausdrücklichen Wunsch der Schülerinnen und Schüler oder der Erziehungsberechtigten abhängig. Die Erfahrung zeigt zwar, dass dies an den meisten Grundschulen bereits selbstverständliche Praxis ist, an einigen Standorten jedoch vernachlässigt wird. Für junge Schülerinnen und Schülern, aber auch Eltern mit bildungsfernem Hintergrund, ist es schwierig, einen solchen Wunsch nachhaltig als letztlich rechtlichen Anspruch zu formulieren. Selbstverständlich ist eine Erläuterung nach wie vor entbehrlich, wenn Schülerinnen und Schüler oder Erziehungsberechtigten aktiv darauf verzichten. Als Präzisierung und um immer wieder auftretende Unsicherheiten zu bereinigen, wird der Beurteilungszeitraum der Zeugnisse ­ der sich vom Jahresnotenprinzip an Schulen der Sekundarstufe I grundlegend unterscheidet ­ unmissverständlich definiert.

- Seite 18 von 24 Zu Nummer 16:

Der Begriff „Hausaufgaben" und seine wesentliche Funktion werden definiert.

Zu Nummer 17:

Es wird präzisiert, welche noch nicht erfüllten Anforderungen einen dreijährigen Verbleib von Schülerinnen und Schüler in der Schulanfangsphase rechtfertigen.

Zu Nummer 18:

Entsprechend der im Rahmen des Gesetzes zur Einführung der Integrierten Sekundarschule anstelle der bisherigen Bildungsgangempfehlung eingeführten Förderprognose werden die beim Übergang in Schulen der Sekundarstufe I erforderlichen und durch die Grundschule zu steuernden Abläufe dargestellt. Einerseits handelt es sich dabei um redaktionelle Anpassungen, andererseits kommt der Beratung der Erziehungsberechtigten eine besondere Bedeutung bereits im Vorfeld zu; diese für den weiteren Bildungsweg besonders wichtige Beratung sollte erst stattfinden, wenn bereits verlässliche Prognosen möglich sind, d. h. in der Regel frühestens fünf Wochen vor Beginn der Weihnachtsferien.

Absatz 6 wird gestrichen, da für eine solche Ausnahmeregelung kein Bedarf mehr besteht.

Anders als die bisherige Bildungsgangempfehlung hat die Förderprognose keine unmittelbare Wirkung im Übergangsverfahren, sondern rein empfehlenden Charakter. Die aus Gründen der Transparenz erforderliche Dokumentationspflicht über das Beratungsgespräch bedingt nur einen geringen Mehraufwand, da der ohnehin obligatorische Vordruck „Förderprognose" um ein Zusatzfeld erweitert wird.

Zu Nummer 19:

Es handelt sich um eine redaktionelle Anpassung und die Wiederherstellung des passenden Bezugs an die Regelungen zur Kindertagesförderung.

Zu Nummer 20:

Durch die Ergänzung soll im Sinne der vorgesehenen Rhythmisierung des Schultages verhindert werden, dass an gebundenen Ganztagsgrundschulen Unterricht und außerunterrichtliche Angebote blockartig voneinander abgegrenzt werden.

Zu den Nummern 21 und 22:

Seit der Umsteuerung der Zumessung für die Sprachförderung ab dem Schuljahr 2008/09 haben alle Schulen wieder eine durchgängig einheitliche Stundentafel.