Baugrundstücke

Landschaftspflegerischen Begleitplans und wurde bei der Eingriffsermittlung zum Gesamtbereich des ursprünglichen Bebauungsplans II-201 nicht berücksichtigt.

Sie finden aber dadurch Berücksichtigung, dass die planfestgestellte teilweise Unterbauung des Bebauungsplangebietes bei der Ausgangsbewertung der Umweltsituation im Bebauungsplanverfahren einbezogen wird. Ebenso wird davon ausgegangen, dass die temporäre Nutzung von Teilflächen des Bebauungsplangebietes als planfestgestellte Baustelleneinrichtungsflächen abgeschlossen ist. Bei der Bestandsbewertung werden diese Flächen als vegetationsloser offener Boden bewertet.

Ermittlung des Eingriffstatbestandes Demgegenüber wird durch den Bebauungsplan auf den Bauflächen ein deutlich höheres Nutzungsmaß ermöglicht (MK 1 GFZ 5,6, MK 2 GFZ 7,0, MK 3 GFZ 4,5 und MK 4 GFZ 11,0). Die Baugrundstücke sind ­ unter Berücksichtigung der Belange der Planfeststellung ­ vollständig unterbaubar. Die durch den Bebauungsplan vorbereitete Bebauung, die über das geltende Baurecht hinausgeht führt zum Verlust der Naturhaushaltsfunktionen Boden, Wasser, Klima und der Lebensraumfunktionen für Tiere und Pflanzen. Sie löst einen Eingriff gem. § 1a Abs. 3 BauGB aus, der in der Abwägung bzw. der Entscheidung über den Ausgleich zu berücksichtigen ist.

Ermittlung der Eingriffsdimension

Die Festsetzungen des Bebauungsplans ermöglichen eine großflächige Über- und Unterbauung sowie die vollständigen Versiegelung der Flächen im Plangebiet. Für die Ermittlung der Beeinträchtigung der biotischen und abiotischen Faktoren wurde die Neuversiegelung durch Baukörper zugrunde gelegt.

Tab.5: Abgleich der nach § 34 Abs.1 BauGB zulässig wäre.

Kompensationsbedarf und Ausgleichsumfang

Für die Bewertung von Eingriffen in der Bauleitplanung wurden spezifische Handlungsempfehlungen formuliert. Das verwendete Verfahren nach Auhagen (VERFAHREN ZUR BEWERTUNG UND BILANZIERUNG VON EINGRIFFEN IM LAND BERLIN, 2004) stützt sich auf einen nutzwertanalytischen Ansatz, bei dem aus dem Landschaftsprogramm abgeleitete Ziele über Wertträger operationalisiert werden, um die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes sowie des Landschaftsbildes abzubilden.. Die ermittelte Wertdifferenz drückt den Wertverlust aus.

Für die Bewertung des Naturhaushaltes nach der Auhagen-Methode konnten nur jene Wertträger herangezogen werden, für die sich aus § 34 Abs.1 BauGB Aussagen treffen lassen. Sie erfolgte für die Umweltgüter Boden, Wasserhaushalt, stadtklimatische Funktion sowie Biotope. Der Zustand des Naturhaushalts vor dem Eingriff wurde dem Zustand nach dem Eingriff gegenüber gestellt.

Im Bestand sind die geplanten Baufelder geprägt durch versiegelte Bereiche, Flächen mit offenem Boden und Biotopflächen geringer und mittlerer Wertigkeit (vgl. Gutachten Ermittlung der Eingriffsdimension und des Kompensationsbedarfsund und Kap 1.3.1). Diese Flächen übernehmen Bodenfunktionen, Funktionen für den Wasserhaushalt, für das kleinräumige Stadtklima und sie haben Bedeutung als Lebensraum für Tier und Pflanzen.

Durch die vollständige Überbauung der Baugrundstücke mit Gebäudekörpern und die Errichtung von Tiefgaragen wird der Naturhaushalt der Flächen nachhaltig verändert. Der Boden wird in diesen Bereichen vollständig ausgehoben, die Komponenten des Wasserhaushaltes gestört und vorhandene Biotope beseitigt. Die biotischen und abiotischen Komponenten des Naturhaushalts verlieren vollständige ihre Leistungsfähigkeit.

Baugrundstücke und versiegelte Flächen besitzen bei einer Bewertung nach der AuhagenMethode folglich keinerlei Wert mehr für die Umwelt. Daher musste der Nach-EingriffsZustand im Bereich der Baugrundstücke sowohl für die Fläche A als auch die Fläche B mit null Wertpunkten bewertet werden.

Die Gesamtdifferenz zwischen Bestand und Planung (bezogen auf die Baufelder) beträgt 122 Wertpunkte.

Nach § 34 BauGB ist eine bauliche Nutzung von 75 Prozent bzw. 80 Prozent der Baugrundstücksflächen zulässig. Demnach verbleiben für den nördlichen Bereich (Fläche A) 25 Prozent des Eingriffs als für das Bebauungsplanverfahren kompensationsrelevant und für den südlichen Bereich (Fläche B) 20 Prozent. Dies ergibt für die Fläche A 9,0 auszugleichende Wertpunkte und für die Fläche B 17,2 auszugleichende Wertpunkte.

In dem zugrunde gelegten Verfahren nach Auhagen wird ein Wertpunkt mit einem Geldbetrag von 1.366 Euro bewertet. Daraus ergeben sich bei 26,2 Wertpunkten Gesamtkosten für Kompensationsmaßnahmen von rund 35.000 Euro.

Zuordnung der Kompensationsmaßnahmen

Im Zuge des Bauleitplanverfahrens II-201 wurden 1996 dem Geltungsbereich des Bebauungsplans II-201c Ausgleichsmaßnahmen im Bereich des Bebauungsplans II-201b zugeordnet. Diese sind bereits umgesetzt worden. Die diesen zugrunde liegende Bewertung erfolgte unter Berücksichtigung der Gesamtmaßnahme für den ursprünglich ungeteilten Bebauungsplan II-201. Die Finanzierung wurde durch die Entwicklungsmaßnahme "Hauptstadt-Parlament -und Regierungsviertel" gesichert. Durch die Entwicklung einer großen Parkanlage (Geschichtspark ehemaliges Zellengefängnis) wurden negative Auswirkungen der Planung auf die Schutzgüter Boden, Wasser und Vegetation kompensiert.

Mit Entwicklung der öffentlichen Parkanlage konnten im Geltungsbereich II-201b Bodenfunktionen wiederhergestellt werden, die Rückhaltefähigkeit des Regenwassers erhöht, Die Abflussbildung verbessert sowie umfangreiche Vegetationsflächen neu geschaffen werden. Darüber hinaus wirkt die Kompensationsmaßnahme klimatisch entlastend und stellt stadtgestalterisch eine bedeutsame Verbesserung des Landschaftsbildes dar.

Durch die fertig gestellte Ausgleichsmaßnahme „Geschichtspark ehemaliges Zellengefängnis" wurde dem Geltungsbereich des Bebauungsplans II-201c durch diese vorgezogene Ausgleichsmaßnahme ein Teilausgleich von 74 Prozent des Gesamteingriffs zugeordnet.

Von dem ermittelten Kompensationsbedarf im Bereich der Schutzgüter Boden, Wasser, Klima und Biotope im Wert von 26,2 Wertpunkten kann ein Anteil von 74 Prozent (19,3

Wertpunkte) der bereits durchgeführten Kompensationsmaßnahme (Geschichtspark ehemaliges Zellengefängnis) zugeordnet und damit als ausgeglichen angesehen werden.

Die verbleibenden 26 Prozent (6,9 Wertpunkte) des Eingriffs sind noch nicht kompensiert und sind in die Abwägung einzustellen.

Es wird im Eingriffsgutachten empfohlen, weitere Kompensationen außerhalb des Geltungsbereichs durch die Zuordnung zur Ausgleichsmaßnahme „Döberitzer Grünzug", festzulegen.