Parksuchverkehr rund um das Oskar-Ziethen-Krankenhaus

Der Parksuchverkehr rund um das Oskar-Ziethen-Krankenhaus, Bereich Alte Frankfurter Allee, stellt eine Belastung für die Anwohner, Passanten und Besucher dar, die sich mit dem Einzug der Kinderklinik 2012 weiter verschärfen wird. Das Oskar-Ziethen-Krankenhaus beabsichtigt, an der Siegfriedstraße ein Parkhaus zu errichten.

Die Straßenräume im Gebiet zeichnen sich durch eine Dominanz der Verkehrsflächen aus, und es mangelt ihnen an Aufenthaltsqualität sowie an einer hinreichenden Ausstattung mit Sitzmöglichkeiten und Fahrradständern. Insbesondere der Bereich Alte Frankfurter Allee ist gestalterisch und funktionell defizitär.

Radfahrwege bestehen entlang der Frankfurter Allee, der Möllendorffstraße und der südlichen Ruschestraße (bis Normannenstraße) jeweils in beiden Richtungen. Aufgrund der starken Verkehrsbelastungen, in Bereichen übergroßen Verkehrsflächen und fehlender Querungsmöglichkeiten sind Fußgänger und Fußgängerinnen im Untersuchungsgebiet deutlich benachteiligte Verkehrsteilnehmer und Verkehrsteilnehmerinnen. Gehwegvorstreckungen gibt es nur entlang der Fanningerstraße; hier äußerten Bürgerinnen und Bürger vielfach den Wunsch nach weiteren verkehrsberuhigenden Maßnahmen.

Umwelt und Natur

Das Untersuchungsgebiet ist der Klimazone 3 zugeordnet. Dies bedeutet eine mittlere Temperaturabweichung im Vergleich zu Freilandverhältnissen von etwa 9,5 °C. Das Risiko für bioklimatische Reize ist gering, eine Gefährdung durch Schwüle ist mäßig.

Das Untersuchungsgebiet ist im gesamtstädtischen Vergleich in Teilbereichen überdurchschnittlich lärmbelastet. Die Mehrzahl der Bewohnerinnen und Bewohner des Gebietes erfährt Lärm über dem gesundheitlichen Schwellenwert. Hauptverursacher ist der Straßenverkehr in Form von Erschließungsverkehr und kleinräumigem Durchgangsverkehr. Die problematische Lärmsituation wird verstärkt durch enge Straßenräume und durch die Kombination von Kfz- und Straßenbahnverkehr. Am höchsten lärmbelastet sind die Frankfurter Allee (75 dB(A) tags/68 dB(A) nachts), die Siegfriedstraße (73 dB(A) tags/66 dB(A) nachts) und die Alfredstraße (72 dB(A) tags/66 dB(A) nachts). Weitere Straßen mit hoher Lärmbelastung sind Rusche-, Möllendorff-, Atzpodien- und der mittlere Abschnitt der Rüdigerstraße. Besonders lärmbelastet ist zudem die Freifläche an der Frankfurter Allee/Möllendorffstraße. Entlang der Frankfurter Allee sind die Abschnitte direkt östlich des S-Bahnhofs Frankfurter Allee sowie östlich und westlich der Einmündung Alfredstraße besonders beeinträchtigt. Für das Untersuchungsgebiet sind im Altlastenkataster insgesamt 21 Flurstücke eingetragen.

Technische Infrastruktur

Die Leitungen der technischen Infrastruktur im Untersuchungsgebiet haben in der Regel ausreichende Kapazitäten. Eine Grunderneuerung der Leitungsnetze erfolgte bislang überwiegend nicht, seit 1990 werden die Leitungen nach Bedarf repariert und erneuert.

Durch das Gebiet verlaufen mehrere Fernwärmetrassen, die Bestandteil eines Verbundnetzes mit den Erzeugern des HKW Klingenberg in Rummelsburg und bei Kapazitätsengpässen des HKW Lichtenberg im Bezirk Marzahn-Hellersdorf sind.

Anders als die Berliner Innenstadt, die über ein Mischsystem verfügt, wird das Untersuchungsgebiet über ein Trennsystem von Abwasser und Regenwasser entsorgt. An der Westseite der Lichtenberger Brücke befindet sich ein Regenpumpwerk, nördlich der Kinderklinik Lindenhof liegt ein Regenrückhaltebecken. Die bestehenden Netze sind in einem betriebsfähigen Zustand. Seit 1990 fanden keine umfassende Erneuerung des Systems, sondern nur punktuelle Verbesserungen statt. z. T. überdimensionierte Straßenbreiten.

Wohnen und Wohnumfeld

- nachgefragter Wohnstandort;

- Wohnraum mit überwiegend zeitgemäßer Ausstattung; insgesamt geringer Leerstand; gute Durchlüftung und Belichtung;

- weitgehend sanierter Wohnungsbestand;

- Vielzahl historisch bedeutsamer Gebäude; relativ hoher Anteil an öffentlichem Eigentum (Bund, Land, Bezirk); hoher Anteil Wohnungsbestand im Eigentum von öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften

- Flächenpotenziale für Neubauten;

- Standort von wichtigen, z. T. stadtweit bedeutsamen Verwaltungs- und Infrastruktureinrichtungen (darunter zahlreiche Einrichtungen im Gesundheitsbereich).

- 50 % des Wohnungsbestandes sind 1- und 2 Zimmer-Wohnungen; Defizit an Wohnraum für Familien; Defizit an barrierefreiem Wohnraum;

- erheblicher Sanierungsbedarf Wohnanlage Ruschestraße/Frankfurter Allee.

- energetischer Sanierungsbedarf bei ca. 40 % der Wohngebäude.

- negatives Gebietsimage bei Außenstehenden; fehlende Wohngebietszentren.

- umfangreicher aktueller und absehbarer Leerstand von Infrastruktur- und Verwaltungsstandorten;

- umfangreiche brachliegende Flächen; nicht erhaltenswerte und leerstehende Bausubstanz;

- dringender Sanierungsbedarf Hubertusbad.

Bevölkerungs- und Sozialstruktur

- stabile Einwohnerzahl; im Berliner Vergleich junge Bevölkerung; gesunkene Anzahl Transferleistungsempfänger; Zunahme sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverträge.

Gewerbe, Handel, Dienstleistungen / lokale Ökonomie

- Nähe zu Ringcenter I-II - - fehlende Einkaufsmöglichkeiten von Waren des täglichen Bedarfs in Wohnungsnähe;

- vorhandene Einkaufsstandorte überwiegend in Randlage.

Soziale Infrastruktur

- ausreichende Kapazitäten an den Schulen ; Potenziale für Zuwachs Schülerzahlen im Bestand vorhanden;

- ausreichende Kapazitäten für Sport an Schulen/ in Vereinen;

- vielfältiges Kita-Angebot und gute Standortverteilung;

- stark nachgefragte Jugendfreizeiteinrichtungen mit ausgeprägter Profilierung;

- Vielzahl ansässiger sozialer/ soziokultureller Einrichtungen;

- überregional bedeutsame Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße /"Stasimuseum";

- zahlreiche, z. T. stadtweit bedeutsame Einrichtungen des Gesundheitswesens.

- erheblicher baulicher Sanierungsbedarf der Oberschule; umfassender Maßnahmenbedarf bei Pausenhof- und Freiflächen;

- umfassender Sanierungsbedarf bei allen Schulsporthallen;

- umfangreiche Bau- und Ausstattungsmängel bei großem Teil der Kita-Einrichtungen;

- Kapazität der Jugendfreizeiteinrichtungen nicht bedarfsdeckend, diese nur in Randlage bzw. außerhalb des Untersuchungsgebietes;

- fehlendes Angebot für bewegungsorientierte Freizeitgestaltung für Jugendliche;

- fehlende zentrale Begegnungsstätte/ Kiezhaus.

Technische Infrastruktur

- ausreichend Netzkapazitäten bei allen Medien;

- überwiegend moderne Wärmeversorgung, vor allem mit Fernwärme;

- Abwasser-Trennsystem vorhanden.

- keine Grunderneuerung der Leitungsnetze.

Öffentliche Grün- und Freifläche

- relativ hoher Grün- und Freiflächenanteil;

- umfangreicher, z. T. alter Baumbestand.

- wenig Nutzungsmöglichkeiten und geringe gestalterische Qualität der Grün- und Freiflächen;

- fehlende Vernetzung; fehlende Anbindung an Landschaftspark;

- hohes Defizit an Spielplätzen (Versorgungsrate 6 -10 %);

- geringe Aufenthaltsqualität im Straßenraum (Dominanz von Verkehrsflächen, Defizit an Sitzmöglichkeiten und Fahrradständern).

Verkehr:

- gute ÖPNV ­Anbindung;

- Zustand der Straßen- und Gehwege überwiegend gut;

- rechnerisch ausreichende Stellplatzkapazität.

- sehr hohes Verkehrsaufkommen im Gebiet und auf umgebenden Straßen;

- Bedarf an Radwegen im Gebiet und Querungsmöglichkeiten über die Frankfurter Allee; - umfangreicher Bedarf an Gehwegvorstreckungen;

- Gehwegschäden im südlichen Nibelungenviertel;

- Belastungen durch Parkplatzsuchverkehr im Bereich Arbeitsamt und OZK/ Alte Frankfurter Allee wegen Defizit an Stellplätzen vor Ort.

Umweltsituation

- Geländehöhenunterschied (13 m) - hohe Verkehrslärmbelastung;

- Vielzahl altlastenverdächtiger Flächen.

Leitbild und Entwicklungsziele

Das Leitbild lautet: FAN ­ Das gesunde, ökologische Modellgebiet mit besonderen Orten.

Die Ergebnisse der Vorbereitenden Untersuchungen verdeutlichen die Stärken des Gebiets, darunter seine Qualität als innenstadtnaher Wohnstandort und seine Leistungskraft als Gesundheits- und Verwaltungsstandort. Allerdings wird das Image des Gebiets diesen Stärken nicht gerecht.

Mit dem Leitbild Gesundheit, Ökologisches Modellgebiet, besondere Orte bietet sich ressortübergreifend die Chance, das Gebiet zu profilieren. Dabei werden die Potenziale anknüpfend an bestehende Ankerpunkte ausgebaut. Gesundheit gehört zu den primären Wachstumsbranchen der Berliner Wirtschaft. Das Gebiet Frankfurter Allee Nord hat zudem gute Voraussetzungen, an Entwicklungen im Bereich von Ökologie, Energieeffizienz und Klimaschutz teilzuhaben und von ihnen zu profitieren.