Die Auswertung der Ergebnisse zeigte eine flächenhafte Verunreinigung des Bodens mit Quecksilber sowie Blei in der Altauffüllung

Gegenstand der Erkundung waren Bodenuntersuchungen und Grundwasseruntersuchungen auf die Parameter organische Stoffe sowie anorganische Stoffe.

Die Auswertung der Ergebnisse zeigte eine flächenhafte Verunreinigung des Bodens mit Quecksilber sowie Blei in der Altauffüllung. Weiterhin wurden Verunreinigungen durch Nickel, Arsen, Kupfer, Zink und / oder PAK festgestellt. Organische Verunreinigungen durch Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) sowie leichtflüchtige aromatische und halogenierte Kohlenwasserstoffe (BTEX, LHKW) konnten nicht festgestellt werden.

Im Zuge der Baufeldfreimachung des Geländes wurden nur die aufstehenden Bauwerke und unterirdische Baugrundanomalien beseitigt. Sanierungsbedürftige Grundwasserverunreinigungen auf dem Gelände wurden nicht festgestellt. Die Ergebnisse der durchgeführten Eluat-Untersuchungen des Bodens sowie der Grundwasseruntersuchung ergaben keine Hinweise auf relevante Einträge von Schwermetallen, MKW, BTEX sowie LHKW in das Grundwasser.

Aktuell wurde im Bereich des geplanten Wohngebietes weitere Grundwasseruntersuchungen (GWAC, für Wirtschafts- und Altlasten-Consulting mbH, 2009) durchgeführt. Aufgrund eines nahe dem Lehrter Stadtquartier anliegenden LHKW-Schadens wurde insbesondere die Untersuchung des Parameters LHKW in den Beprobungsplan aufgenommen. Bei der Grundwasseruntersuchung konnte der Parameter LHKW nicht bzw. nur geringfügig (unterhalb des Geringfügigkeitsschwellenwertes, Berliner Liste 2005) nachgewiesen werden.

Eine Verunreinigung des Grundwassers durch LHKW ist daher nicht gegeben.

Im Einzelnen ergibt sich folgender Kenntnisstand auf Grund der bei der Bodenschutzbehörde vorhandenen Unterlagen:

Eine Sanierungsanordnung vom 7. Mai 1992 der damaligen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz hat für Teilbereiche auf Grund vorhandener Bodenbelastungen einen Bodenaushub von mindestens 5 x 5 m bis in die dargestellte Tiefe vorgesehen. Soweit die dargelegten Probenahmepunkte innerhalb der Sonderfläche (BMI Areal) liegen, sieht die derzeitige Planung für die Herrichtung dieser Fläche vor, die Bereiche

­ soweit umweltrechtlich erforderlich ­ bis zum Grundwasseranschnitt auszuheben und mit Boden der Zuordnungsklasse Z0 wiederzuverfüllen. Die Arbeiten haben im ersten Quartal 2010 begonnen. Innerhalb des Geltungsbereichs liegt ein weiterer Sondierungspunkt ­ RKS 13 ­ Kastanienrampe / Nähe Alt-Moabit: Als sanierungsbedürftig wurde hier ein Teufenbereich von 0 bis 1,3 m u. Geländeoberkante (GOK) ausgewiesen. Voraussichtlich wurde der Bereich im Zuge von bereits durchgeführten Baumaßnahmen und Baumpflanzungen an der Kastanienrampe bereits bearbeitet und Boden ausgetauscht. Unabhängig davon erfordert die sensible Lage dieses Punktes eine Abwägung der Belange Baumschutz/ Denkmalschutz einerseits und Bodenschutz andererseits. Vor diesem Hintergrund ist eine Überprüfung bzw. ein Aushub dieses Bereiches als unverhältnismäßig zu erachten. Das Umweltamt hat dies vorab im Januar 2010 bestätigt und fordert für den Sondierungspunkt keine weiteren Maßnahmen.

Weitere in der Sanierungsanordnung aufgeführte Sondierungspunkte liegen außerhalb des Geltungsbereichs.

Orientierende Bodenuntersuchungen aus dem Jahr 1995 für den im Bereich des geplanten allgemeinen Wohngebiets zeigen Prüfwertüberschreitungen für Blei. Bodenuntersuchungen für die Bewertung der relevanten Oberbodenschicht liegen jedoch nicht vor. Da der mittlere Teil der Auffüllung von ca. 1 m unter GOK bis ca. 2,5 m bzw. 4 m nicht analysiert wurde, sind zusätzliche Untersuchungen für das geplante allgemeine Wohngebiet (WA) beauftragt worden. Die Untersuchungen erfolgten im März 2010 für sieben Bodenproben in einer Tiefe bis 60 cm für Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe. Gemäß den nach BBodSchV durchgeführten Analysen an Bodenmischproben werden bei dem beprobten Bodenmaterial die Grenzwerte nach BBodSchV für Wohngebiete eingehalten. In dem Wissen, dass bei einer Bebauung des WA-Bereiches der gegenwärtig vor Ort vorhandene Zustand nicht beibehalten wird (Aushub der Baugruben für das / die Gebäude, Bodenabtrag von ca. 50 cm für die Herstellung von Erschließungs- und Freiflächen) wurde vorsorglich noch eine Einstufung nach LAGA TR Boden vorgenommen, welche jedoch erst mit Beginn der zeitlich noch nicht einzuordnenden Bauarbeiten relevant wird. Sanierungsmaßnahmen sind im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens nicht erforderlich. Die fachgerechte Entsorgung erfolgt im Rahmen der Baumaßnahmen.

Das Umweltamt hat die Prüfergebnisse bestätigt.

Es liegen keine konkreten Erkenntnisse über das Vorhandensein von Kampfmitteln im Plangebiet vor. Eine präventive Untersuchung vor Baubeginn liegt im Interesse des Bauherrn und ist nicht Gegenstand der Festsetzung.

Grundlagen Landschaftsprogramm einschließlich Artenschutzprogramm (2006); Umweltatlas Berlin; Historische Recherche Parlaments- und Regierungsviertel Spreebogen Berlin, Ermittlung von Altlastenverdachtsflächen (Geo-data, 1993); Landschaftsplanerischer Fachbeitrag zum Bebauungsplan II-200 „Innerer Spreebogen" (Seebauer, Wefers und Partner, 1996); Hydrogeologisches und wasserwirtschaftliches Gutachten mit Gewässermodell zum Bauvorhaben Verkehrsanlagen im Zentralen Bereich (Arbeitsgemeinschaft Umweltgeologie und Geotechnik, Berlin, 1994); Orientierende Erkundung zur Feststellung von Bodenverunreinigungen (GWAC, Gesellschaft für Wirtschafts- und Altlasten-Consulting mbH, 1994); Zusammenfassendes Altlastengutachten für den Bereich des Moabiter Werders (GWAC, Gesellschaft für Wirtschafts- und Altlasten-Consulting mbH, 1995; Grundwasseruntersuchung auf dem Moabiter Werder (GWAC, Gesellschaft für Wirtschafts- und AltlastenConsulting mbH, 2009); Prüfbericht (UCL, Umwelt Control Labor GmbH, 2010)

Hinweise auf Schwierigkeiten und Kenntnislücken Keine

Ziele des Umweltschutzes

Mit Grund und Boden soll gemäß § 1a Abs. 2 BauGB sparsam und schonend umgegangen werden; dabei sind zur Verringerung der zusätzlichen Inanspruchnahme von Flächen für bauliche Nutzungen die Möglichkeiten der Entwicklung der Gemeinde insbesondere durch Wiedernutzbarmachung von Flächen, Nachverdichtung und andere Maßnahmen zur Innenentwicklung zu nutzen sowie Bodenversiegelungen auf das notwendige Maß zu begrenzen.

Prognose über die Entwicklung des Umweltzustandes Entwicklungsprognose bei Nichtdurchführung der Planung

Bei Nichtdurchführung der Planung kann für die Flächen südöstlich der Elisabeth-AbeggStraße sowie für das Grundstück der Polizei- und Feuerwache bis an die Straße Alt-Moabit von einer möglichen baulichen Entwicklung auf Grundlage von § 34 BauGB ausgegangen werden.

Eine solche Nutzung würde die Bodenfunktionen heute unversiegelter, teils mit Vegetation bestandener Flächen weiter herabsetzen. Unbebaute Flächen würden entsprechend der Bauordnung Berlin als gärtnerische Freiflächen gestaltet. Allein die Flächen im Wurzelbereich der als Naturdenkmal festgesetzten Bäume (Buche und Platane) würden auf Grund des gesetzlichen Schutzes in ihren jetzigen Zustand erhalten bleiben.

Die übrigen Flächen des Geltungsbereiches blieben ohne Durchführung der Planung mangels rechtlicher Grundlage unbebaut und voraussichtlich auch ungenutzt. Negative Auswirkungen auf das Schutzgut Boden sind nicht zu erwarten.

Positive Auswirkungen sind hinsichtlich der Untersuchung und Beseitigung vorhandener Kontaminationen.

Entwicklungsprognose und Bewertung bei Durchführung der Planung

Entsprechend der nachfolgenden Tabellen steigt bei Umsetzung der Planung der Anteil versiegelter und befestigter Flächen im Plangebiet von 3,0 ha auf 5,04 ha mit allen negativen Folgen für die Bodenentwicklung sowie negativen Wechselwirkungen mit den Schutzgütern Pflanzen, Tiere, biologische Vielfalt; Wasser; Klima und Landschaftsbild.

Insgesamt bereiten die Festsetzungen des Bebauungsplans somit eine Neuversiegelung von ca. 2 ha vor. Darüber hinaus erhöht sich auf Flächen, die im Bestand bereits teilversiegelt bzw. stark verdichtet sind durch vollständige Überbauung die Versiegelungsintensität auf weitere 0,72 ha (im Bereich bestehender Parkplatz- und Lagerflächen). Aufgrund der bereits erheblichen Vorbelastung des Standorts stellt die Erhöhung von Versiegelungsgrad und -intensität eine weitere graduelle Verschlechterung in Bezug auf die Bodenfunktionen (Lebensraum für die natürliche Vegetation, Ertrag für Kulturpflanzen, Puffer- und Filtervermögen, Regelung des Wasserhaushaltes sowie Bedeutung als mögliches Archiv der Naturgeschichte) dar.

Teile der Bauflächen im Geltungsbereich (Kerngebiet, Fläche für den Gemeinbedarf und Gaststätte) sind schon heute gemäß § 34 BauGB bebaubar. Im Rahmen der Anwendung der Eingriffsregelung wirkt sich das planungsrechtlich zulässige Nutzungsmaß mindernd auf die ausgleichspflichtigen Eingriff aus (siehe hierzu Kapitel II.5.4 Anwendung der Eingriffsregelung).

Die Umwandlung der Bestandsflächen in Freiflächen der Bauflächen bzw. öffentliche Grünoder Parkflächen bewirkt aufgrund der Vorbelastung keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut Boden.

Auswirkungen auf das Schutzgut Wasser

Beschreibung und Bewertung des Bestandes Oberflächenwasser

Im Geltungsbereich des Bebauungsplans existieren keine Oberflächengewässer. Unmittelbar an den Geltungsbereich anschließend fließt die Spree. Sie wurde in den Jahre 1883 bis 1894 als Wasserstraße mit begradigten und befestigten Ufern angelegt.

Der Wasserstand der Spree wird durch Schleusen geregelt. Im Bereich des Planungsgebietes sind das Wasser und das Sediment der Spree durch Schwermetalle, Pestizide sowie PCBs belastet. Der Umweltatlas Berlin zeigt eine Gewässergüte der Gütekasse III an.