Feuerwehr

Abegg-Straße, der Kastanienallee und dem Bestand an Uferbäume innerhalb der Uferpromenade, sind nicht zu befürchten, da sie ebenfalls als Teil öffentlichen Grünflächen und Parkanlagen bzw. Straßenverkehrsflächen gesichert werden. So bleibt auch der von jenseits der Spree dominante von Baumbeständen geprägte Rand des Plangebietes erhalten.

Hinter der Uferpromenade mit Biergarten erheben sich künftig das Bundesinnenministerium mit bis zu neun Geschossen im Süden, das fünfgeschossige allgemeine Wohngebiet und das bis achtgeschossige Kerngebiet. Diese Gebäude reihen sich auch in ihrer Höhe in die umgebenden Solitärbauten des Parlaments- und Regierungsviertel bzw. des Areals um den Hauptbahnhof ein. Erhebliche negative Auswirkungen auf das Landschafts- und Ortsbild sind daher nicht zu erwarten.

Gleiches gilt, wenn das Plangebiet von Norden oder vom Stadtbahnviadukt aus betrachtet wird. Der geplante Gebäudekomplex des Plangebietes fügt sich als weitere architektonische Einzelleistung in den Gesamtkontext des neuen Stadtteils rund um das Parlaments- und Regierungsviertels ein. Die Höhenentwicklung der geplanten Gebäude liegt für das Kerngebiet und Teilen des Sondergebietes über der Berliner Traufhöhe, korrespondiert jedoch mit anderen vorhandenen und geplanten Einzelbauten in der Umgebung und liegt deutlich unterhalb der Bürotürme des Hauptbahnhofs.

Innerhalb des Sondergebietes wird eine Bauhöhe bis 69,0 m über NHN festgesetzt, gleichzeitig sichert die Geschossflächenzahl von 2,1 bei einer Grundflächenzahl von 0,5, dass diese Höhenbegrenzung nur in Teilbereichen des Baugebietes ausgeschöpft werden kann. Der architektonische Entwurf sieht nur im Süden des Baugebietes eine Höhenentwicklung bis maximal 69,0 m über NHN vor. Nach Norden nimmt die Geschossanzahl bis auf 4 bis 5 Geschosse ab, um hier einen Übergang zur geringen Bauhöhe des bestehenden Fachwerkgebäudes des Restaurants „Paris-Moskau" herzustellen.

Die landschaftsarchitektonische bzw. -gärtnerische Gestaltung der in den geplanten Baugebieten verbleibenden Freiflächen sichert die Neugestaltung des Landschaftsbildes im Rahmen des Planungsziels der baulichen Entwicklung des Plangebietes. Erhebliche negative Auswirkungen auf das Landschaft- und Ortsbild sind nicht zu erwarten.

Auswirkungen auf den Menschen und seine Gesundheit

Beschreibung und Bewertung des Bestandes Wohnnutzung

Im Plangebiet befindet sich keine Wohnnutzung. Die vorhandenen Gebäude werden als Gaststätten und als Polizei- bzw. Feuerwehrwache genutzt. Außerhalb des Plangebietes befindet sich westlich des Bahnviadukts entlang der Lüneburger Straße gründerzeitliche Wohnbebauung, südlich des „Kanzlerparks" befindet sich weitere Wohnbebauung.

Erholung

Die Freiraum-Versorgungsanalyse von Berlin mit Stand von 2006 stellt im Plangebiet die Uferpromenade, die Kastanienallee und die Freifläche an der Elisabeth-Abegg-Straße Ecke Alt-Moabit als wohnungsnahe Grünanlagen und damit als erholungsrelevanten Freiraum dar.

Die letztgenannte Fläche ist jedoch nicht öffentlich nutzbar.

Die jenseits des Stadtbahnviadukts nördlich der Lüneburger Straße befindliche Wohnbebauung wird in Bezug auf den Versorgungsgrad an öffentlichen und privaten Grünflächen als schlecht bzw. ohne Versorgung genannt. Die Wohnbebauung südlich des Kanzleramts wird hingegen als gut mit öffentlichem und privatem Grün versorgt eingestuft.

In Bezug auf die siedlungsnahen Grünflächen werden das Plangebiet und die Umgebung von der Freiraum-Versorgungsanalyse als versorgt aufgeführt.

Die im Plangebiet vorhandenen Grün- und Freiflächen stellen im innerstädtischen Freiraumverbund wichtige Teilflächen dar. Die Uferpromenade ist Teil des von den Straßen abgekoppelten Wegesystems im Regierungsviertel und der Innenstadt, das die unterschiedlichen Frei- und Stadträume im Verlauf der Spree miteinander verbindet. Die Kastanienrampe ist im Norden jenseits der Straße Alt-Moabit durch Unterführungen und über eine Treppenanlage mit dem ehemaligen ULAP-Gelände Richtung Hauptbahnhof verknüpft und integriert sich im Süden über die Ingeborg-Drewitz-Allee in das Freiflächennetz.

Uferpromenade und Kastanienrampe sind die Freiräume im Plangebiet, die eine Verbindungsfunktion in Bezug auf bewegungsorientierte Freizeitaktivitäten, wie Rad fahren und Spazierengehen besitzen.

Die öffentlich zugängliche Brachfläche besitzt teilweise Funktionen im Rahmen der Freiflächennutzung. Hier stehen jedoch Nutzungen wie Hundeauslauf und ggf. auch Kinderspiel im Vordergrund.

Die äußere Anbindung bzw. Erschließung des Plangebietes für die Erholungsnutzung ist gut.

Der Hauptbahnhof ist fußläufig über die Uferpromenade der Spree bzw. die Straßenunterquerung Alt-Moabit und das ULAP-Gelände erreichbar. Die Frei- und Grünflächen selbst (so auch die Brachfläche) sind gemäß ihrer Nutzungsart und Charakteristik ausreichend erschlossen, um eine Erholungsaktivität zu ermöglichen.

Innerhalb der Brachfläche bestehen Trampelpfade und die Zuwegung zum Busparkplatz. Bei der Kastanienrampe steht historisch bedingt die Erschließungsfunktion im Vordergrund. Die Uferpromenade ist gleichermaßen zum spazieren gehen oder flanieren und zur fahrradgerechten Erschließung der Innenstadt geeignet.

Lärm

Für die nördlich angrenzende Straße Alt-Moabit stellt der Umweltatlas in der Karte Straßenverkehrslärm Mittlungspegel an der nächstgelegenen Bebauung von 55 bis 60 bis 65 bis 70 dB(A) am Tage (6.00 ­ 22.00 Uhr) dar. Hierbei liegen die höheren Werte im Bereich der Moltkebrücke und der Stadtbahntrasse, die niedrigeren dazwischen. Für die Nachzeit werden Werte von bis 55 bzw. 55 bis 60 dB(A) aufgeführt.

Das schalltechnische Gutachten zum Bebauungsplan II-200g (ACOUPLAN, 2009) nennt unter Berücksichtigung der Verkehrsprognose 2015 für die Straße Alt-Moabit Werte Emissionspegel von 66,5 dB(A) tags und 58,1 dB(A) nachts. Die Orientierungswerte der DIN 18005 werden eingehalten.

Der Mittlungspegel am Tage für den Schienenverkehrslärm der Stadtbahntrasse wird im Umweltatlas mit 65 ­ 70 dB(A) an der Bebauung der Lüneburger Straße und mit bis zu 55 dB(A) in einem Abstand von 25 m in das Plangebiet hinein angegeben. Nachts liegt der Mittlungspegel beidseitig bis zu 55 dB(A).

Das schalltechnische Gutachten zum Bebauungsplan II-200g (ACOUPLAN, 2009) nennt unter Berücksichtigung der planfestgestellten Belegungszahlen des Schienenverkehrs für die Bahntrasse Emissionspegel von 66,5 bis 70,8 dB(A) tags und 58,3 bis 67,2 dB(A) nachts.

Die niedrigen Werte gelten jeweils für eines der Fernbahngleise, die höheren für eines der SBahngleise. Die Immissionsbelastungen im allgemeinen Wohngebiet weisen Immissionswerte tags bis 61 dB(A) und nachts bis 56 dB(A) auf. Die für die Bauleitplanung maßgeblichen Orientierungswerte der DIN 18005 werden demnach im Tagbeurteilungszeitraum bis 6 dB(A) und im Nachtbeurteilungszeitraum bis 11 dB(A) überschritten

Im Plangebiet selber finden sich bis auf die Gaststätte mit Biergarten an der Spree keine lärmintensiven Nutzungen. Das schalltechnische Gutachten zum Bebauungsplan II-200g (ACOUPLAN, 2009) nennt unter Berücksichtigung von 750 Plätzen tags und 200 Plätzen nachts Schallemissionen von 99,0 dB(A) tags und 93,2 dB(A) nachts.

Luft

Die Luftverunreinigung Berlins wird seit 1975 durch das Berliner Luftgüte-Messnetz (BLUME) kontinuierlich gemessen. Das Messnetz besteht derzeit aus 15 ortsfesten Messstationen für Luftschadstoffe, von denen 5 an stark befahrenen Straßen, 5 im innerstädtischen Hintergrund (Wohn- und Gewerbegebieten) und 5 im Stadtrand- und Waldbereich liegen. In der Nähe des Plangebietes befindet sich keine Messstation. In den Messstationen werden Stickoxide, Schwefeldioxid, Schweb- oder Feinstaub (PM10), Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid und Ozon gemessen.

Die Daten werden u.a. in Monats- und Jahresberichten veröffentlicht. Der letzte vorliegende Jahresbericht von 2007 zeigt beispielsweise Grenzwertüberschreitungen für Ozon und Stickstoffdioxid. Überschreitungen für Feinstaub wurden 2007 für die Jahresmittelwerte nicht gemessen. Das Jahr 2007 ist für Feinstaub aufgrund günstiger Witterungsbedingungen das am wenigsten belastete Jahr seit 2000.

Im Rahmen des Berliner Luftreinhalteplans 2005 ­ 2010 erfolgt eine jährliche Beurteilung der Luftqualität in Berlin. Als Plangebiet für den Luftreinhalteplan ist das ganze Stadtgebiet festgelegt. Grenzwertüberschreitungen für Feinstaub PM10 und Stickstoffdioxid NO2 traten in der Vergangenheit überall im Stadtgebiet insbesondere an Hauptverkehrsstraßen auf.

Seit 2007 wurden die PM10-Grenzwerte in Berlin nicht mehr überschritten. Allerdings trug die günstige, gegenüber dem langjährigen Mittel zu warme Witterung in den vergangenen Winterhalbjahren dazu bei, dass kaum austauscharme Hochdruckwetterlagen auftraten und deshalb die PM10-Grenzwerte deutlich seltener überschritten wurden. Hingegen wird der NO2-Grenzwert trotz günstiger Wetterlage weiterhin sehr deutlich überschritten. Durch die Umweltzone und weitere Maßnahmen ist hier langfristig eine Besserung zu erwarten.

Daten zur Immissionsbelastung des Plangebietes liegen nicht vor. Die Immissionsgefährdung des Planungsgebietes kann jedoch wegen der emissionsarmen Nutzung des Gebietes und der Umgebung sowie der grundsätzlich eher günstigen Belüftungsverhältnisse als vergleichsweise gering eingestuft werden. Auch Emissionen aus dem Straßenverkehr sind bei der vergleichsweise geringen Verkehrsbelastung der Straße Alt-Moabit als gering zu betrachten. Die Untersuchung zur verkehrlichen Erschließung (M+O BERLIN) geht als mittlerem Wert zwischen den Prognosedaten 2015 und 2025 von 12.000 KfZ/d aus, wobei die geplanten Vorhaben im Plangebiet eingeschossen sind.

Den Gehölzstrukturen im Plangebiet kommt eine allgemeine, lokale lufthygienische Ausgleichsfunktion zu, weil sie zum Luftaustausch und zur Staubbindung einen Beitrag leisten.

Gerüche, Erschütterungen, Strahlung Vorbelastungen durch Gerüche, Erschütterungen oder Strahlung mit entsprechenden Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind nicht erkennbar.

Abfall, Abwasser

Derzeit fallen im Plangebiet bedingt durch die vorhandenen Nutzungen bereits Abfälle und Abwässer an. Diese werden ordnungsgemäß behandelt und entsorgt (Müllabfuhr, zentrale Schmutzwasserkanalisation/Kläranlage). Energie Vorbelastungen durch Energieaufwendung für Gebäudeheizungen u.ä. und damit einhergehende stoffliche Emissionen, die die Luftqualität und das Klima beeinflussen können, sind im Plangebiet in geringem Umfang durch den vorhandenen Gebäudebestand gegeben.

Grundlagen Freiraum-Versorgungsanalyse von Berlin (SenStadt, 2006); Umweltatlas Berlin, Karten zu Straßenverkehrslärm und Schienenverkehrslärm mit Erläuterungstext (SenStadt, 2005); Strategische Lärmkarte (SenStadt, 2005); Berliner Luftreinhalteplan 2005-2010 (SenStadt); Jahresbericht Luftgütemessdaten 2007 (SenStadt, 2008); Schalltechnisches Gutachten Bebauungsplan II-200g, Verkehrslärm / Schankvorgartenlärm (Acouplan, Ingenieurbüro für Akustik, Schallschutz und Schwingungstechnik, 13.07.2009); Untersuchung zur verkehrlichen Erschließung (M+O Berlin, Ingenieurgesellschft für das Bauwesen, 2009); örtliche Einschätzung

Hinweise auf Schwierigkeiten und Kenntnislücken

Die Einschätzung erfolgt teilweise auf Grundlage allgemeiner Annahmen und Analogieschlüssen. Daten zur Immissionsbelastung des Plangebietes in Bezug auf die Lüftgüte liegen nicht vor, hier musste auf allgemeine Daten für das gesamte Stadtgebiet sowie Analogieschlüssen aus Nutzungsart und Verkehrsbelastung zurückgegriffen werden.