Einfamilienhaus

Totholzstrukturen erwarten, die einen relevanten Lebensraum für Xylobionten (Holzbewohnern) und insbesondere geschützte Arten mit sehr spezifischen Lebensraumansprüchen bieten.

Um auch den Verlust potenzieller Lebensstätten in Höhlen aufweisenden Bäumen angemessen zu berücksichtigen, werden im faunistische Gutachten folgende Vorschläge für Kompensationsmaßnahmen gemacht:

· 7 Nistkästen für Höhlenbrüter mit unterschiedlichen Einflugöffnungen,

· 3 Nisthilfen für Insekten.

Die Aufhängung von Nistkästen für Höhlenbrüter und Nisthilfen für Insekten in der vorgeschlagenen Diversität lässt eine Verhinderung negativer Auswirkungen des geplanten Bauvorhabens auf die lokalen Bestände als nahezu gesichert erscheinen. Gerade die von einem Verlust von Baumhöhlen potenziell betroffenen und in der Innenstadt lebenden Arten Kohl- und Blaumeise profitieren von der Aufhängung entsprechender Nistkästen.

Durch die Aufhängung von Insektenkästen können zwar keine Lebensräume für Xylobionten, die mit der Beseitigung von Baumhöhlen ebenfalls verloren gehen könnten, geschaffen werden; dieser Lebensraumtyp ist an den jungen Bäumen jedoch auch nicht zu erwarten. Es handelt sich also um eine Förderung von Insekten allgemein, die zum Erhalt und zur Förderung der allgemeinen Artenvielfalt beiträgt.

Gemäß Mitteilung der zuständigen Oberen Naturschutzbehörde (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) stehen der Vollzugsfähigkeit des Bebauungsplans keine artenschutzrechtlichen Hinderungsgründe entgegen.

Die Anlage extensiv begrünter Dachflächen als Beitrag zum Erhalt des Lebensraumes für Haubenlerchen kommt im Plangebiet nicht in Betracht. In Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde beabsichtigt der Bauträger grundsätzlich die Errichtung von Satteldächern, welche Begrünungsmaßnahmen erheblich erschweren. Aufgrund der kleinteiligen, differenzierten Gestaltung der Dachlandschaft mit vielen Vor- und Rücksprüngen werden außerdem kaum größere und zusammenhängende Dachflächen entstehen, die als Lebensraum für die Haubenlerche geeignet wären.

Der Bebauungsplan hat keine nachteiligen Auswirkungen auf das Schutzgut Pflanzen.

Negative Auswirkungen auf das Schutzgut Tiere können durch die genannten Maßnahmen kompensiert werden.

III.3.4 Schutzgut Boden und Grundwasser

Der Anteil der versiegelten Flächen wird gegenüber dem Ist-Zustand von 85 % voraussichtlich auf etwa 60 % zurückgehen. Eine Erhöhung des Anteils der versickerungsfähigen Flächen trägt zu einer Verbesserung der Grundwasserneubildungsrate bei.

In einer orientierenden Altlastenuntersuchung konnte die Einhaltung der geltenden Maßnahmewerte des Wirkungspfades Boden ­ Mensch für Park- und Freizeitanlagen, Wohngebiete sowie Kinderspielplätze gemäß BBodSchV nachgewiesen werden (vgl. I.2.2.8).

Der Bebauungsplan hat keine nachteiligen Auswirkungen auf das Schutzgut Boden und Grundwasser.

III.3.5 Schutzgut Klima

Das Gebiet weist typische innerstädtische klimatische Verhältnisse ohne Extremwerte auf.

Die Begrünungs- und Bepflanzungsmaßnahmen und die damit einhergehende Erhöhung der naturhaushaltswirksamen Flächen wirken sich vorteilhaft auf das Mikroklima aus, da die Flächen Staub binden und als Luftbefeuchter und Verdunstungskühler wirken. Weil außerdem Sauerstoff produziert wird, ergeben sich positive Auswirkungen auf die Lufthygiene. Durch die Planung ist deshalb keine relevante Beeinträchtigung des Kleinklimas gegeben.

III.3.6 Schutzgut Landschaftsbild

Die bauliche Wiedernutzung einer innerstädtischen Brachfläche wirkt sich positiv auf das Stadtbild aus (vgl. III.2.). Im Übrigen weist das Gelände keine unmittelbaren landschaftsräumlichen Bezüge auf.

III.4. Auswirkungen auf die Infrastruktur

Durch die Planung werden voraussichtlich neue Wohnungen in einer Größenordnung von etwa 80 ­ 90 Einheiten, überwiegend in Form von Einfamilienhäusern, geschaffen. Daraus kann ein Zuwachs von etwa 250 ­ 290 Einwohnern prognostiziert werden (Auf der Grundlage einer Annahme von 3,2 Einwohnern (EW) / Wohneinheiten (WE) im Einfamilienhausbau). Der bislang ermittelte Bedarf an Plätzen in Kindertagesstätten betrug für den gesamten Entwicklungsbereich ca. 75 Plätze. Aufgrund des Bebauungsplans 3-9 wird sich dieser Bedarf rechnerisch voraussichtlich um ca. 10 ­ 12 Plätze erhöhen:

Als Orientierungswert für die Berechnung der Anzahl von Kindern in den jeweiligen Altersklassen wird z.Z. in Anlehnung an den Berliner Durchschnitt eine Jahrgangsstärke von 1 % angenommen.

Außerdem wird ein Versorgungsgrad von 70% der Kinder in den entsprechenden Altersstufen angesetzt. Da die Hort-Betreuung inzwischen ganz überwiegend an den Schulen erfolgt, wird von sechs zu betreuenden Jahrgängen ausgegangen. Hieraus ergibt sich folgender Wert: Kitaplätze: ca. 250 ­ 290 EW x 1% x 6 Jahrgänge x 70% = ca. 10 ­ 12 Plätze

Die dem Plangebiet nächstgelegene Einrichtung befindet sich an der Eldenaer Straße (Bebauungsplan IV-2d) in einer Entfernung von ca. 500 m. Im Geltungsbereich des Bebauungsplans IV-2a an der Otto-Ostrowski-Straße ist eine Fläche für den Gemeinbedarf mit der Zweckbestimmung „Kindertagesstätte, Anlagen für soziale und kulturelle Zwecke" festgesetzt. Die Größe dieser Fläche ist für die Errichtung einer Einrichtung mit bis zu 100 Plätzen konzipiert. Es kann insofern davon ausgegangen werden, dass auch der durch die Planung verursachte zusätzliche Bedarf im näheren Umfeld planerisch abgedeckt ist.

Insgesamt ca. 66.000 m2 neu geschaffene öffentliche Grünflächen decken den bislang für das ehemalige Schlachthofareal ermittelten Bedarf von ca. 21.000 m2 (wohnungs- und siedlungsnahe Grünflächen) mehrfach ab. Auch bei Einbeziehung des mit dem Bebauungsplan 3-9 vorbereiteten Wohnungsbauvorhabens ist eine mehrfache Bedarfsdeckung gegeben. Gleiches gilt auch für den Bedarf an öffentlicher Kinderspielfläche.

Der Bedarf an privater Kinderspielfläche nach § 8 Abs. 2 BauO Bln (4 m2 je WE = ca. 320 ­ 360 m2 ist wegen der beengten räumlich Verhältnisse aufgrund der Beibehaltung der historischen Bebauungsstrukturen voraussichtlich nicht vollständig im Plangebiet nachweisbar. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, dass sich der Bauträger gemäß § 8 Abs. 3 BauO Bln zur Zahlung eines Geldbetrages zur Herstellung oder Instandsetzung eines Spielplatzes an anderer Stelle verpflichtet. Da voraussichtlich alle Wohnungen (außer denen im Mischgebiet) über einen eigenen privaten Garten verfügen werden, erscheint dies angemessen. Außerdem weist der im Rahmen der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahe hergestellte Hermann-Blankenstein-Park einen öffentlichen Spielplatz in einer Entfernung von lediglich ca. 200 m vom Plangebiet aus.

III.5. Finanzielle und personelle Auswirkungen

Durch den Verkauf der Flächen für das allgemeinen Wohngebiet und das Mischgebiet durch den Liegenschaftsfonds an einen privaten Bauträger konnten zwischenzeitlich Einnahmen für das Land Berlin erzielt werden. Die im Plangebiet befindliche Kerngebiets-Fläche ist bereits seit längerem veräußert.