Vorhandene Bäume sind auf die Zahl der zu pflanzenden Bäume anzurechnen

Laubbaum zu pflanzen (textliche Festsetzung Nr.12). Dabei sind bei der Ermittlung der Zahl der zu pflanzenden Bäume die vorhandenen Bäume sowie die in der Abfolge von vier Stellplätzen zu pflanzenden Laubbäume einzurechnen (textliche Festsetzung Nr. 11). Mit dieser Festsetzung wird ein bestimmter Vegetationsanteil auf den nicht überbaubaren Grundstücksflächen gesichert. Neben der Bedeutung für die Biotopentwicklung und das Landschaftsbild wirken sich die Baumpflanzungen positiv auf den Wasserhaushalt und das Lokalklima aus. Mit der Maßnahme können Eingriffe in Natur und Landschaft gemindert werden. Die Festsetzung erfolgt insbesondere unter Berücksichtigung notwendiger Ersatzpflanzungen für die Fällung von Bäumen, die nach Baumschutzverordnung geschützt sind. Da diese insbesondere im Kerngebiet erheblich sein können (Fällung der vorhandenen Pappelreihen), wird durch die Festsetzung eines Mindeststammumfanges von 20-25 cm auch eine bestimmte Qualität der Pflanzungen vorgeschrieben, damit die Ersatzpflanzungen vorrangig im Plangebiet untergebracht werden können. In der Abwägung hält der Plangeber mit dieser Festschreibung des Stammumfanges den Ausgleich für den Gehölzwertverlust für angemessen. Es ist auch in die Abwägung einzustellen, dass die Anwachsbedingungen bei zunehmendem Stammumfang schwieriger werden.

Vorhandene Bäume sind auf die Zahl der zu pflanzenden Bäume anzurechnen. Abhängig vom künftigen Grundstückszuschnitt kann es möglich sein, dass die vorhandenen Bäume ausreichend sind. Die Festsetzung ist ­ wie die folgende auch ­ ein ökologischer Standard innerhalb der Entwicklungsmaßnahme.

Dachbegrünung

Als weitere Ausgleichsmaßnahme wird ­ entsprechend der im gesamten Entwicklungsbereich umzusetzenden „ökologischen Standards" ­ eine extensive, d.h. nicht begehbare und nicht der Erholung dienende Dachbegrünung festgesetzt (textliche Festsetzung Nr. 9). Die Bepflanzungen sind zu erhalten. Abgesehen von dem Biotopwert sorgt die Dachbegrünung für eine Abflussverzögerung und eine stärkere Bindung der Niederschläge im Raum. Ein Gründach hat beispielsweise den positiven Effekt, dass gegenüber einem Bitumendach nur 42 % der Strahlungsbilanz in Wärme umgewandelt wird. Bei einem Bitumendach werden hingegen 95 % der Strahlungsbilanz während des Sommers in Wärme umgewandelt.

Technische Einrichtungen und Beleuchtungsflächen sind von der Verpflichtung zur Begrünung ausgenommen. Es kann auf Grund von Erfahrungswerten davon ausgegangen werden, dass mindestens ein durchschnittlicher Anteil von 30 % begrünter Dachflächen erreicht werden kann. Dieser Wert wurde auf Grund der Erfassung bereits realisierter Vorhaben im Entwicklungsbereich bestätigt. Die aktualisierte Fassung der Gesamtausgleichskonzeption legt ebenfalls diesen Anteil für die Berechnung von Eingriffen in den Naturhaushalt zu Grunde.

Bepflanzung unterirdischer Anlagen

Neben den bei der Dachbegrünung aufgeführten Vorzügen (Erhöhung des Vegetationsanteils, Bindung von Staub und Niederschlagswasser) ist die Begrünung oberhalb von unterirdischen baulichen Anlagen auch aus städtebaulichen Gründen erforderlich. Auch wenn planungsrechtlich keine Tiefgaragen oder sonstige unterirdische bauliche Anlagen ausgewiesen werden, da bei der vorgesehenen Angebotsplanung keine Festlegung erfolgen kann und soll, ist die Errichtung unterirdischer baulicher Anlagen im Rahmend der Festlegungen des Maßes der Nutzung zulässig.

Im Gegensatz zur Dachflächenbegrünung ist die gerade die Begrünung von Tiefgaragen oder sonstigen unterirdischen baulichen Anlagen für die Nutzer und Besucher des Gebiets unmittelbar erlebbar. Es muss vermieden werden, dass ungestaltete Oberflächen entstehen können. Auch wenn die Bauordnung Berlins den Bauherren bereits zu einer Begrünung und Bepflanzung nicht überbaubarer Grundstückflächen verpflichtet, soll mit dem Pflanzgebot gemäß textlicher Festsetzung Nr. 10 dazu beigetragen werden, dass die Außenanlagen in einer gehobenen Qualität hergestellt werden, mit der sie u. a. auch einer Erholungsnutzung dienen können. Um die qualitativ hochwertige Bepflanzung zu erreichen, ist eine Substratschicht von mindestens 0,60 m erforderlich. Die Bepflanzungen sind zu erhalten. Eine Benachteiligung gegenüber denjenigen Bauherren, die lediglich oberirdische Stellplätze anlegen ist nicht erkennbar, da auch oberirdische Stellplatzanlagen durch Baumpflanzungen gegliedert und gestaltet werden müssen.

II. 4.1.19 Versickerung von Niederschlagswasser

Durch die mit diesem Bebauungsplan eröffneten Bebauungsmöglichkeiten werden bislang auch der Grundwassergewinnung dienende Flächen erstmalig versiegelt.

Die Festsetzung Nr. 13 dient dem ökologischen Ziel der Sicherung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes in seiner Gesamtheit und gewährleistet, dass das auf den Dachflächen und sonstigen versiegelten Flächen anfallende Niederschlagswasser in den Baugebieten dem Grundwasser zugeführt wird. Trotz zusätzlicher Bebauung und Versiegelung bleibt die Regeneration des Grundwassers dadurch erhalten. Bei den im Plangebiet festgesetzten Grundflächenzahlen ist eine Versickerung des anfallenden Regenwassers auf den Grundstücken rechnerisch möglich. Neben den Vorschriften zur Reduzierung des Versiegelungsgrades (textliche Festsetzung Nr. 6) dient auch die Festsetzung zur Verwendung von wasser- und luftdurchlässigen Belägen (textliche Festsetzung Nr. 14) einer quantitativ ausgeglichenen Wasserbilanz für das Entwicklungsgebiet.

Durch die dezentrale Entwässerung vor Ort können weitere Eingriffe in den Naturhaushalt wie der Bau von Regenrückhaltebecken, der Ausbau der Kanalisation und der Bau von Vorflutern vermieden und damit dem Gebot des sparsamen und schonenden Umgangs mit Grund und Boden gefolgt werden.

Zum nachhaltigen Schutz des Grundwassers vor Verunreinigungen soll die hohe Selbstreinigungskraft von belebten und begrünten Böden genutzt werden. Daher wird die Begrünung der Versickerungsflächen festgesetzt. Die Sickerfähigkeit der Flächen ist zu gewährleisten. Die vorherrschenden Bodenverhältnisse und Grundwasserstände sind genau untersucht worden, so dass feststeht, dass im Regelfall die vorgeschriebene Versickerung auf den Baugrundstücken ohne unzumutbare Einschränkung der Ausnutzbarkeit möglich ist. Der höchste zu erwartende Grundwasserstand (HGW) liegt bei 32,70 m über NN.

Die textliche Festsetzung wird gemäß § 9 Abs. 4 BauGB in Verbindung mit § 36a Abs. 3 Berliner Wassergesetz im Bebauungsplan festgesetzt. Die Festsetzung ist eine Maßnahme der Niederschlagswasserbewirtschaftung, die auch dem Naturhaushalt zu Gute kommt. Sie kann jedoch aus rechtlichen Gründen nicht als Ausgleich in der Abwägung gemäß § 1 Abs. 6 in Anwendung des § 1 a Abs. 2 Nr. 2 BauGB berücksichtigt werden. Die Versickerungspflicht besteht nur, sofern wasserwirtschaftliche Belange nicht entgegenstehen.

Wasserwirtschaftliche Belange stehen der Versickerung insbesondere dann entgegen, wenn Verunreinigungen des Grundwassers und sonstige signifikante nachteilige Auswirkungen auf den Zustand der Gewässer zu erwarten sind sowie in den Gebieten Vernässungsschäden an der Vegetation oder den Bauwerken entstehen oder Bodenbelastungen hervorgerufen werden (vgl. § 36a Abs. 1 Berliner Wassergesetz).

Um das anfallende Regenwasser auf den Grundstücken ­ bezogen auf die spezifischen klimatischen Bedingungen und Bodenverhältnisse im Entwicklungsgebiet Adlershof ­ zu versickern, werden abhängig von der Art der Versickerung 7 bis 20 vom Hundert der Grundstücksfläche als Versickerungsfläche benötigt. Unter der Annahme einer fünfjährlichen Überstauhäufigkeit und einer Muldentiefe von 0,3 m werden unter den gegebenen Bodenverhältnissen in Abhängigkeit von der Sohlbreite und der Ausformung der Böschungen 14 bis 20 vom Hundert der angeschlossenen Flächen als Versickerungsfläche benötigt. Eine flächenhafte Ausdehnung der Versickerungsanlagen ist nicht vorgeschrieben.

II. 4.1.20 Minderung der Bodenversiegelung

Die Verwendung von wasser- und luftdurchlässigen Belägen unterstützt das Ziel, einen möglichst hohen Anteil des Niederschlages vor Ort zu versickern und damit dem Grundwasser zuzuführen. Auch Wasser- und Luftdurchlässigkeit wesentlich mindernde Befestigungen, wie Betonunterbau, Fugenverguss, Asphaltierung und Betonierungen sind unzulässig (textliche Festsetzung Nr. 14).