Feuerwehr

Schaffung von Nisthilfen für Brutvögel der Mischwälder, Anlage von Fledermausquartieren, vogel- und insektenverträgliche Beleuchtung, Rückbau versiegelter Flächen und Entwicklung von Wald, Bauzeitbeschränkung: Fällarbeiten nur in der vegetationsfreien Zeit und außerhalb von Setz- und Brutzeiten, ansonsten Begehung der Flächen vor Baubeginn durch eine fachkundige Person.

Im Zuge der aktuellen Biotoptypenerfassung wurden auf dem Gelände keine faunistischen Beobachtungen gemacht, die Konflikte mit den artenschutzrechtlichen Verbotstatbeständen gemäß § 44 Abs. 1 i.V.m. § 44 Abs. 5 BNatSchG erkennen lassen und damit eine Vollzugsunfähigkeit des Bebauungsplans bewirken könnten. Besonders geschützte Tierarten werden nicht gefangen, verletzt oder getötet; deren Fortpflanzungs- und Ruhestätten nicht aus der Natur entnommen, beschädigt oder zerstört. Es ist davon auszugehen, dass es durch das geplante Vorhaben nicht zu einer erheblichen Störung streng geschützter Arten kommt. Auch liegen keine Hinweise auf Vorkommen flächengebundener Fortpflanzungs- und Ruhestätten signifikant geschützter Arten vor.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans war bisher insgesamt Teil des Landschaftsschutzgebiets Düppeler Forst. Da die Verkehrsflächen (Zufahrten) und die Sondergebietsausweisung Wohnwagenstellplatz den Verbotsbestimmungen des § 2 der LSG-Verordnung zuwiderlaufen, war für die bauplanungsrechtlichen Festsetzungen die Aufhebung des Landschaftsschutzes für die genannten Teilflächen erforderlich. Mit Veröffentlichung der Verordnung über die Einschränkung des Schutzes von Landschaftsteilen des Düppeler Forstes vom 31. März 2011 (GVBl.Nr. 9 S. 98) wurde der Landschaftsschutzstatus für Teilflächen des Bebauungsplans aufgehoben.

Dagegen dient die Festsetzung der östlichen Teilfläche mit der Wiedergewinnung als Wald den Zielen der LSG-Verordnung und bleibt daher weiterhin Teil des Landschaftsschutzgebietes Düppeler Forst.

Die Abwägungsentscheidung zu Gunsten des Wohnwagenstellplatzes ergibt sich aus den besonderen, die Belange von Natur und Landschaft überwiegenden Anforderungen der Allgemeinheit. Es besteht ein dringendes Gesamtinteresse des Landes Berlin daran, einen (dauerhaften) Wohnwagenstellplatz für durchreisende Sinti und Roma auf dem Gelände zu errichten. Der Standort Dreilinden hat sich nach intensiver Prüfung als der am besten geeignete Platz erwiesen.

Auf der Grundlage des vorliegenden Bebauungskonzepts müssen im Zuge der Errichtung baulicher Anlagen und Herstellung einer feuerwehrtauglichen Erschließung voraussichtlich 65 Bäume, davon 34 mit Schutzstatus, gefällt werden. Verglichen mit der Vorentwurfsfassung der Planung kann der Eingriff in den geschützten Baumbestand damit um 16 Stück deutlich verringert werden; zuvor hätten 50 geschützte Bäume gefällt werden müssen. Im Rahmen der Abstimmungsrunde am 9. Juni 2009 wurde zwischen den an der Planung beteiligten Fachbehörden dahingehend Konsens erzielt, dass die Ersatzpflanzverpflichtung gemäß Baumschutzverordnung im räumlich-funktionalen Kontext zum Eingriffsort in Form einer Aufforstung im östlichen Drittel des Plangebiets in einer Größenordnung von 8.956 m² erfolgt und nicht durch die Pflanzung von 51 Einzelbäumen, wie die Ermittlung gemäß Baumschutzverordnung üblicherweise vorsieht.

Die Beeinflussung der Schutzgüter Pflanzen und Tiere (Gehölzverluste) durch das geplante Bauvorhaben überschreitet die Schwelle der Erheblichkeit und macht einen Ausgleich erforderlich.

Schutzgut Boden Derzeitiger Umweltzustand

Der Boden im Plangebiet ist durch starke Überformung geprägt und zu einem Großteil versiegelt (lt. Umweltatlas ca. 85 % des Stauraums und 94 % der Zufahrtsstraße).

Die unversiegelten Flächen im Geltungsbereich haben einen künstlichen Bodenaufbau, es sind anthropogene Bodengesellschaften. Laut Umweltatlas handelt es sich um Pararendzinen, Kalkregosole und Lockersyroseme. Ausgangsmaterial der Bodenbildung ist eine sandige Schüttung über Trümmerschutt. Hauptbodenart des Ober- und Unterbodens ist Mittelsand. Es besteht keine Zuordnung zu einer geomorphologischen Einheit.

Die im Untersuchungsgebiet vorkommenden Bodengesellschaften sind im Berliner Raum sehr häufig und weisen keine besondere naturräumliche Eigenart auf. Im Umweltatlas wird die Bedeutung der Böden hinsichtlich der Archivfunktion für die Naturgeschichte als gering eingeschätzt. Die Lebensraumfunktion für naturnahe und seltene Pflanzengesellschaften, die Puffer- und Filterfunktion und die Regelungsfunktion für das Wasser werden ebenfalls mit gering bewertet.

Das Plangebiet wird lt. Umweltatlas der Bodenschutzkategorie Unerheblichkeitsbereich zugeordnet. Die Planungshinweise zum Bodenschutz beschränken sich auf die allgemein zu beachtenden Belange; besondere Anforderungen an den Bodenschutz werden vor dem Hintergrund obiger Ausführungen nicht gestellt. Das Plangebiet besitzt gegenüber Nutzungsänderungen nur eine geringe Empfindlichkeit.

Anzumerken ist, dass das Areal im Bodenschutzkataster eingetragen ist, da der Stauraum ursprünglich auf ca. 2 m Trümmerschutt (ca. 55.000 m³) errichtet wurde. Nach Angaben des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf wurde die Fläche bereits 1996 wieder vom Altlastenverdacht befreit, da diverse vorgenommene Sondierungen ohne Befund waren. Das bestätigt auch das aktuelle Bodenbelastungskataster.

Positiv zu bewerten ist, dass ein schon anthropogen stark geprägtes Gebiet beansprucht wird und nicht neue, naturnahe Flächen für das Vorhaben genutzt werden. Hiermit wird dem Grundgedanken zum schonenden Umgang mit Grund und Boden Rechnung getragen.

Prognose bei Durchführung der Planung

Der Boden wird während der Bauphase beeinträchtigt. So werden der Oberboden und Teile der unterlagernden Bodenhorizonte im Bereich zukünftig versiegelter oder überbauter Flächen abgetragen, mit der Folge, dass dort die bodenökologischen Funktionen und die sonstigen Eigenschaften der Böden (Versickerungs- und Verdunstungsfläche, Lebensraum für Flora und Fauna, Regulations- und Pufferfunktion, Archivfunktion) verändert werden oder verloren gehen.

Da weite Teile des Plangebiets bereits voll versiegelt sind, ist die Gefahr baubedingter Bodenverdichtungen sehr gering.

Anlagebedingt werden Böden im Plangebiet überbaut (Sanitär- und Sozialgebäude) oder durch künstliche Materialien (z.B. Straßendecke, Pflasterung) versiegelt oder teilversiegelt.

Damit manifestieren sich die schon o.g. baubedingten Auswirkungen auf die ökologischen Funktionen des Bodens langfristig, d.h. seine Biotopbildungs- und Abflussregulationsfunktion gehen im Bereich der neu versiegelten Flächen verloren. Darüber hinaus wird dort das natürliche Retentionsvermögen der Böden aufgehoben mit der Konsequenz eines schnellen und ansteigenden Oberflächenabflusses bei entsprechenden Starkniederschlagsereignissen.

Bei der Bewertung des Eingriffs sind die einschlägigen Vorbelastungen im Plangebiet durch die zurückliegende und aktuelle Nutzung zu berücksichtigen.

Innerhalb des Bebauungsplanbereichs kommt es durch die Ausweisung des Sondergebiets Wohnwagenstellplatz und einer Verkehrsfläche zu einer Versiegelung von ca. 18.250 m². Ausgehend von der aktuell sehr hohen Bestandsversiegelung unter Würdigung geplanter wasser- und luftdurchlässiger Beläge beträgt die max. anrechenbare Neuversieglung (ohne Berücksichtigung der Ausgleichsmaßnahme Rückbau und Erstaufforstung) lediglich ca.1.300 m².

Trotz einer auf den Standort angepassten Entwicklung mit einer prozentualen Neuversiegelung von 3,9 % übersteigt der o.g. Absolutwert die Schwelle der Erheblichkeit.

Jegliche dauerhafte Bodenversiegelung ist grundsätzlich als erheblicher Eingriff in den Naturhaushalt zu werten, da hierdurch die vielfältigen Bodenfunktionen (Boden als Filterungs- und Pufferungsmedium, als Grundwasserspeicher, als Lebensraum für Kleinstlebewesen und Grundlage der Nahrungsmittelproduktion) stark und z.T. irreversibel beeinträchtigt werden. Die Bodenversiegelung beeinflusst außerdem nachhaltig den Wasserund Klimahaushalt. So stehen voll versiegelte Flächen nicht mehr für die Grundwasserneubildung zur Verfügung und der Boden-Luft-Austausch ist auf Dauer unterbrochen.

Nach Fertigstellung des Vorhabens sind betriebsbedingt bzw. nach Aufnahme der vorgesehenen Nutzungen keine weiteren Beeinträchtigungen für den Boden bzw. seine Funktionen zu erwarten.

Schutzgut Wasser Derzeitiger Umweltzustand

Im Plangebiet und dessen unmittelbarer Umgebung sind keine Oberflächengewässer vorhanden.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans befindet sich innerhalb der Schutzzone III (weitere Schutzzone) des Wasserschutzgebiets Beelitzhof. Gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 5+6 der Wasserschutzgebietsverordnung Beelitzhof vom 13. November 1987 ist das Einrichten und Betreiben von Zelt- und Campingplätzen sowie das Aufstellen von einzelnen Campingwagen verboten. Ferner ist das Einleiten von Niederschlagswasser über Sickerschächte und Negativbrunnen in den Untergrund (Nr. 3) untersagt. Seit 1995 wird der ehemalige Stauraum saisonal als Wohnwagenstellplatz genutzt und dafür jährlich eine Befreiung vom Verbot gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 2 der Verordnung erteilt. Voraussetzung einer dauerhaften Herrichtung und Nutzung als Wohnwagenstellplatz sind eine ordnungsgemäße Abfall- und Schmutzwasserentsorgung und Niederschlagsentwässerung sowie eine wasserschutzgebietskonforme Herrichtung der Stellflächen. Eine Verunreinigung des Grundwassers oder eine sonstige nachteilige Veränderung seiner Eigenschaften ist durch besondere Vorkehrungen mit hinreichender Sicherheit auszuschließen.

Der Grundwasserflurabstand beträgt lt. Umweltatlas 19,7 m (grundwasserferner Standort).

Es handelt sich um einen Hauptgrundwasserleiter in Berlin. Der Grundwasserzustand ist gespannt. Gemäß Umweltatlas (2005) beträgt der Gesamtabfluss aus Niederschlägen im Gebiet 435 mm/a. Dieser Wert teilt sich auf in 272 mm/a Oberflächenabfluss und 163 mm/a Versickerung. Die Grundwasserneubildungsrate aus Versickerung beläuft sich auf 134 mm/a und liegt damit in einem mittleren Bereich.

Das Plangebiet hat lt. Umweltatlas im Bereich der Zufahrtsstraße zum Zollamt Anschlussmöglichkeit an die getrennte Schmutzwasser- und Regenwasserkanalisation. Die vorhandene Trennkanalisation geht vermutlich auf das zwischenzeitlich abgetragene Motel an der Autobahn A 115 zurück.

Tatsächlich versickert z. Z. der überwiegende Teil des Regenwassers im geplanten Sondergebiet über den unbefestigten Flächen des Plangebiets und angrenzenden Forstflächen. Die Schmutzwasserentsorgung erfolgt über das Abpumpen oder Austauschen der Sanitär- und Wasch-Containern.

Aufgrund des gespannten Grundwasserzustands und des großen Flurabstands mit einer Verweilzeit des Sickerwassers in der ungesättigten Zone von über 20 Jahren wird die Verschmutzungsempfindlichkeit des Grundwassers gegenüber flächenhaft eindringender Schadstoffe im Berliner Umweltatlas als gering eingestuft.

Prognose bei Durchführung der Planung

Die Festsetzung des Bebauungsplans gewährleistet, dass die oben beschriebenen Voraussetzungen auf Dauer erfüllt werden. Baubedingte Auswirkungen sind dort zu erwarten, wo infolge von Ausschachtungsarbeiten der schützende Bodenkörper entfernt und damit die Mächtigkeit der filternden Deckschicht verringert wird. Bei Unfällen oder Leckagen mit wassergefährdenden Stoffen steigt dort die Wahrscheinlichkeit einer Verschmutzung des Grundwasserkörpers an.

Aufgrund des gespannten Grundwasserzustands und des großen Flurabstands sowie der daraus resultierenden Infiltrationszeiten von Stoffen bis zum Grundwasser (21,3 Jahre lt. Umweltatlas) wird dem Plangebiet eine geringe Verschmutzungsempfindlichkeit gegenüber flächenhaft eindringender Schadstoffe attestiert, was das diesbezügliche Gefahrenpotenzial deutlich mindert.

Anlagebedingt wird mit der Überbauung und Versiegelung heute noch unversiegelter Flächen im geplanten Sondergebiet die Grundwasserneubildung in diesen Bereichen lokal unterbunden, sofern das Niederschlagswasser zukünftig der Kanalisation zugeleitet wird.

Damit einher ginge für diese Flächen eine Verschiebung der Evapotranspirationsrate (Verdunstungsleistung von Pflanzendecke und Bodenoberfläche) sowie ein oberflächlich zu beobachtender, beschleunigter Abfluss, der zu einer Belastung der Kanalisation insbesondere bei Starkregenereignissen führen würde.