Aktionsplan Ausbildung für Jugendliche

Laut Statistik des Arbeitsamtes Hamburg nimmt seit Herbst 2001 die Arbeitslosigkeit von Jugendlichen unter 25 kontinuierlich zu. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei den unter Fünfundzwanzigjährigen betrug 2001 8,5 Prozent, 2002 stieg sie auf 9,3 Prozent. Während das Angebot an dualen Ausbildungsplätzen deutlich nachlässt (im Berichtsjahr 2000/2001 wurden 11229 Stellen gemeldet, im Berichtsjahr 2001/2002 nur noch 10545), lag die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt bei den Zwanzig- bis Fünfundzwanzigjährigen im Jahre 2001 bei 5968 Personen, im Jahr 2002 stieg sie auf 7056

Personen. Mit diesem Anstieg von über 18 Prozent waren die unter Fünfundzwanzigjährigen am stärksten von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen.

Aufgrund der steigenden Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften in Hamburg ist es besonders für Zwanzig- bis Fünfundzwanzigjährige ohne Schulabschluss oder betriebliche Ausbildung schwierig, eine Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Um die Ausbildungssituation dieser Gruppe zu verbessern, bot Hamburg eine Vielzahl von arbeits- und bildungspolitischen Maßnahmen an. Allerdings werden derzeit eine Reihe von Angeboten auf diesem Gebiet eingestellt oder erheblich gekürzt, z.B. die Fachoberschulen, Plätze bei der Jugendberufshilfe (siehe Drucksache 17/943, bisher 524 geförderte Jugendliche) und beim Berufsvorbereitungsjahr für benachteiligte Jugendliche und Migrantinnen und Migranten. Der DGB Hamburg geht davon aus, dass im Jahr 2003 ca. 3000 Ausbildungsplätze für Jugendliche fehlen („Welt" vom 18. Februar 2003).

Die „Hamburger Initiative für Arbeit und Ausbildung", welche in der letzten Legislaturperiode deutliche Erfolge verzeichnen konnte, wurde dagegen eingestellt. Mit Hilfe dieser Initiative und gemeinsamer Anstrengungen von Politik, Unternehmen und Gewerkschaften ist es in der vorigen Wahlperiode gelungen, die Jugendarbeitslosigkeit in Hamburg um rund 30 Prozent zu senken.

Der Senat hat in der Vergangenheit der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit hohe Bedeutung zugemessen und jährliche „Berichte zur Ausbildungssituation sowie Maßnahmen zur Sicherung der beruflichen Bildung" (vgl. Drucksachen 16/1934, 16/3842, 16/5636) vorgelegt. Diese Berichte gaben einen aktuellen und umfassenden Einblick z. B. in die

­ allgemeine Ausbildungssituation in Hamburg,

­ Entwicklungen bei der betrieblichen und außerbetrieblichen Ausbildung,

­ Fragestellungen und Maßnahmen für besondere Gruppen von Jugendlichen (junge Frauen, benachteiligte Jugendliche, Jugendliche mit Migrationshintergrund, behinderte Jugendliche usw.),

­ Entwicklung neuer Ausbildungsberufe,

­ Maßnahmen zur Ausbildungsförderung.

Der jetzige Senat zieht es offensichtlich vor, über diese Entwicklungen der Bürgerschaft nicht mehr zu berichten.

Vor diesem Hintergrund möge die Bürgerschaft beschließen:

Der Senat wird ersucht,

1. sich unverzüglich bei Handwerks- und Handelskammer für zusätzliche Lehrstellen einzusetzen mit dem Ziel, 2003 die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze mindestens konstant zu halten, und über seine Bemühungen bis zum 30. Mai 2003 der Bürgerschaft zu berichten.

2. allen Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz im dualen System finden, ein staatliches Ausbildungs- und Qualifizierungsangebot zu machen und dazu

­ die beabsichtigte Schließung der Fachoberschulen zurückzunehmen,

­ die Kürzungen bei der außerbetrieblichen Ausbildung, z. B. bei der Jugendberufshilfe sowie in der Berufsvorbereitung für benachteiligte Jugendliche und Migrantinnen und Migranten, zurückzunehmen.

3. Den Ausbildungsbericht wieder einzuführen, um künftig wieder jährlich über die Ausbildungssituation und über Maßnahmen zur Sicherung der beruflichen Bildung zu berichten, und den Bericht über das Jahr 2002 bis zum 30. Mai 2003 vorzulegen.