Nur wenn Menschen kompetent in eigener Sache sind können sie gesundheitliche Risiken

Gesundheitserziehung ­ Investition in die Zukunft

Alle Kinder und Jugendliche sollen die gleichen Chancen haben, gesund alt zu werden. Deshalb bekommt die Gesundheitsförderung in den Kindergärten und in den Schulen einen immer größeren Stellenwert. Durch eine konsequente Gesundheitserziehung können Krankheiten und in der Folge auch ein weiterer Kostenanstieg im Gesundheitswesen vermieden werden.

Nur wenn Menschen kompetent in eigener Sache sind, können sie gesundheitliche Risiken erkennen.

Voraussetzung dafür ist das Wissen über Funktionsweisen des eigenen Körpers. Schon im Kindesalter kann diese Kompetenz erworben werden. Je eher Kinder die Notwendigkeit einer gesunden Lebensweise erlernen, desto weniger gesundheitliche Probleme werden sie im Alter haben.

Gerade die zahnmedizinische Prophylaxe an Schulen und Kindergärten belegt, wie wichtig und erfolgreich gesundheitliche Aufklärung ist. So ist der Anteil der Kinder mit naturgesunden Gebissen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Wenn alle Beteiligten wie z. B. Kindergärten, Schulen, Selbsthilfegruppen, Ärztekammern, Verbraucherschutzorganisationen, Krankenkassen, Erwachsenenbildung und nicht zuletzt politische Entscheidungsträger diese Aufgabe ernst nehmen, werden wir unseren nachfolgenden Generationen ein gesundes Leben ermöglichen und ein funktionierendes Gesundheitssystem erhalten.

Das Ziel einer intensiven Gesundheitserziehung muss sein, dass alle Schüler bis zum Schulabschluss in die Lage versetzt worden sind, gesundheitliche Risiken zu erkennen und kompetent mit den Angeboten im Gesundheitswesen umzugehen und nicht zuletzt bei Erkrankungen und Verletzungen erste Hilfemaßnahmen anzuwenden.

Der Senat wird ersucht,

1. ein pädagogisches Konzept unter Mitwirkung der im Gesundheitswesen Beteiligten zu entwickeln, das Gesundheitserziehung vom Kindergarten bis zum Schulabschluss vorsieht. Dabei wird die Gesundheitserziehung, die im Schulgesetz in §5 als besonderes Gebiet der Gesundheitsförderung festgeschrieben worden ist,

­ in die vorschulische Erziehung und Bildung integriert,

­ in der Grundschule sowie in der Sekundarstufe I und II als verbindlicher Lernbereich mit überprüfbaren Standards fächerübergreifend gelehrt und in die Bildungspläne aufgenommen.

2. dafür Sorge zu tragen, dass Erzieherinnen und Erzieher durch entsprechende Ausbildung in die Lage versetzt werden, Kindern in Kindergärten erste Schritte gesunder Lebensweise zu vermitteln.

3. Gesundheitserziehung verpflichtend als fächerübergreifendes Angebot in die Lehrerausbildung aufzunehmen.

4. in Zusammenarbeit mit dem Beratungsfeld Gesundheitsförderung des Instituts für Lehrerfortbildung allen Hamburger Schulen Arbeitshilfen für die Gesundheitserziehung und für schulische Projekttage zu Gesundheit und Ernährung zukommen zu lassen.

5. der Bürgerschaft bis zum 30. September 2003 über einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung des oben genannten Ersuchens zu berichten.