Daten zum Bereich Kinder, Jugend und Drogen

Die Datenlage zum Bereich Kinder, Jugend und Drogen ist in Hamburg nach Aussagen von Fachleuten auch deswegen nicht transparent und umfassend, weil es keine gemeinsamen und nicht einmal kompatible drogen- und suchtspezifische Erhebungen über die Zuständigkeitsbereiche der verschiedenen Behörden hinweg gibt; so erfasst die so genannte Basisdatendokumentation (BADO) neben anderen nicht berücksichtigten ambulanten Bereichen auch nicht die jugendspezifischen Drogen- und Suchthilfeangebote, die sich in der Zuständigkeit sowohl der Behörde für Soziales und Familie (BSF) als auch der Behörde für Wissenschaft und Forschung (BWF) befinden; insbesondere altersbezogene übergreifende Aussagen über die in Hamburg von drogenspezifischen Hilfeprojekten erfassten Personen sind damit nicht möglich.

Ich frage deshalb den Senat.

Ziel der Hamburger Basisdatendokumentation ist es, die Transparenz der Leistungen der ambulanten Suchthilfe zu erhöhen und planungsrelevante Daten über die Klientel der ambulanten Suchthilfe für deren Träger sowie für Politik und Verwaltung zu erhalten. Die Hamburger Basisdatendokumentation ist kein Instrument der Datenerhebung im Bereich der Suchtprävention.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt.

1. Wie viel und welche drogen- und suchtspezifischen bzw. entsprechend schwerpunktmäßig tätigen ambulanten Hilfeangebote welcher Träger wurden bisher und werden zurzeit aus welchen Gründen nicht von der so genannten Basisdatendokumentation erfasst?

2. In die Zuständigkeit welcher Behörde fallen diese Angebote jeweils und welche davon richten sich speziell oder schwerpunktmäßig an Kinder und Jugendliche?

3. Ist geplant, diese Einrichtungen zukünftig in die so genannte Basisdatendokumentation einzubeziehen? Wenn ja, welche in welcher Hinsicht ab wann? Wenn nein, warum nicht? Wahlperiode

Die unter den Nummern 1 bis 3 genannten Einrichtungen haben bis 2002 aufgrund mangelnder datentechnischer Voraussetzungen keine Daten an BADO e.V. geliefert. Seit dem Jahr 2003 werden auch hier die Daten nach dem Standard von BADO e.V. einbezogen.

Die unter Nummer 4 aufgeführte Einrichtung beteiligt sich nicht an der Hamburger Basisdatendokumentation, da es sich um eine sehr kleine Einheit handelt. Die Anzahl möglicher Datensätze würde in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum Aufwand und zur Belastung der Einrichtung stehen.

Die Einrichtungen unter den Nummern 5 und 6 beteiligen sich nicht an der Basisdatendokumentation, weil sie nicht zu der ursprünglichen Zielgruppe des Erfassungssystems gehören.

4. Wie will der Senat zukünftig übergreifende oder gar repräsentative quantitative Aussagen hinsichtlich kinder- und jugendspezifischer Drogenhilfeangebote gewährleisten?

Der Senat hat sich hiermit bisher nicht befasst.

5. Findet in den oben angegebenen Einrichtungen regelmäßig eine Datenerhebung statt?

Wenn ja, in welcher Form bzw. nach welchem System?

6. Welche Daten jeweils über die Anzahl der Beratungen, Betreuungen und ambulanten Behandlungen und die Anzahl der Kinder und Jugendlichen sowie ggf. über welche weiteren Items liegen dem Senat jeweils aus den einzelnen oben angegebenen Einrichtungen jeweils für die Jahre 2000 und 2001 sowie bereits für das Jahr 2002 vor? Bitte aufgeschlüsselt angeben.

In den in der Antwort zu 1., 2. und 3. unter den Nummern 1 bis 3 genannten Einrichtungen findet eine regelmäßige Datenerhebung in Form einer jährlichen Leistungsdokumentation mit festgelegten Kennzahlen statt. Kinder und Jugendliche gehören nicht zur Zielgruppe der Angebote.

Im Zentrum für Psychosoziale Medizin (Drogenambulanz für Jugendliche und junge Erwachsene sowie Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf werden Patientendaten, aber keine Daten zur Beratung und Betreuung im Sinne der Anfrage dokumentiert.

Die Beratungsstelle Kö 16a wertet ihre Arbeit seit 1972 mit EBIS, dem Bundesdatensatz der ambulanten Suchtkrankenhilfe, aus.

Zur Beratungsstelle Kö 16 a liegen für die Jahre 2000 und 2001 folgende Daten vor. Die differenzierte Auswertung der Daten für 2002 ist noch nicht abgeschlossen.

7. Wo und in welcher Form hat der Senat diesbezügliche Daten bisher regelmäßig zusammengefasst dargestellt bzw. gedenkt er dies zukünftig ab wann zu tun?

Die Bürgerschaft wurde und wird weiterhin anlassbezogen über Daten zur Drogen- und Suchtpolitik informiert.