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Sicherheitslücken beim Online-Roulette

Der Senat hat bei der umstrittenen Zulassung des Online-Roulettes am 28. Oktober 2002 „großes Gewicht auf die technische und rechtliche Sicherheit des Spiels" gelegt und betont, dass am Spiel nur teilnehmen könne, wer sich nachweislich im Stadtgebiet Hamburgs aufhält. Nach unseren Informationen ist es jedoch schon mehreren Spielern ohne größere Mühe gelungen, von ihrem Wohnsitz in anderen Bundesländern aus am Online-Roulette der Hamburger Spielbank teilzunehmen. Wie „Spiegel Online" am 14. März 2003 berichtet, verlangt die Finanzbehörde nun eine verstärkte Kontrolle durch Rückrufe der Spielbank bei der vom Spieler angegebenen Hamburger Festnetznummer. Aber auch diese Kontrolle kann unseres Wissens nicht funktionieren wegen der technisch einfachen und vom Anrufer nicht feststellbaren Rufumleitung.

Ich frage den Senat:

1. Wie viele Fälle sind dem Senat bekannt geworden, in denen die Teilnahme am OnlineRoulette der Hamburger Spielbank aus einem anderen Bundesland erfolgte?

2. Wann wurde dem Senat der erste solche Fall bekannt und was hat er daraufhin veranlasst?

3. Wann wurde der letzte solche Fall bekannt?

Der zuständigen Behörde ist bislang nur ein Fall bekannt geworden, bei dem die Teilnahme am OnlineRoulette aus einem anderen Land (Nordrhein-Westfalen) erfolgte. Eine entsprechende Beschwerde des Spielteilnehmers ging bei der zuständigen Behörde Ende Januar 2003 ein. Der Spieler erreichte den Zugang zum Online-Spiel durch eine falsche Angabe bei der Anmeldung. Er hatte angegeben, sich im Ausland aufzuhalten. Die Überprüfung der Daten durch die Spielbank führte nicht zur Aufdeckung der falschen Angaben.

Die Spielbank wurde nach Bekanntwerden des Vorfalls von der zuständigen Behörde angewiesen, Anmeldungen aus dem Ausland bis zu einer Verbesserung der Prüfungsroutine nicht mehr zum Spiel zuzulassen.

Eine Überarbeitung des Anmeldeprocederes ist zwischenzeitlich erfolgt.

4. Teilt der Senat meine Ansicht, dass eine Kontrolle des Aufenthaltsortes des Spielers wegen der technisch möglichen Rufumleitung nicht sicher funktionieren kann?

Gegen den Zugang aus anderen Ländern werden verschiedene Prüfroutinen eingesetzt. Ein absoluter Schutz gegen die missbräuchliche Erschleichung ist aber nicht möglich. Es ist jedoch ein erheblicher Aufwand zu treiben, um den Zugangsschutz zu umgehen. Vor dem Hintergrund vielfältiger Möglichkeiten illegalen Spiels im Internet, die ohne wesentliche Zugangshürden verfügbar sind, erscheint die verbleibende Lücke eher theoretischer Natur. Zudem dient die Abgrenzung gegenüber Spielern aus anderen Ländern dem Fiskalinteresse dieser Länder und nicht dem Spielerschutz.

5. Werden Spielverluste auch dann vom Spieler eingezogen, wenn er nachweisen kann, dass er unzulässigerweise von einem anderen Bundesland aus am Online-Roulette teilgenommen hat?

Der Spieleinsatz wird als Voraussetzung für die Spielteilnahme eingezogen. Er wird auch im Falle unberechtigter Spielteilnahme nicht erstattet.

6. Welche Auflagen wurden der Spielbank Hamburg bei der Konzessionserteilung für das Online-Roulette erteilt hinsichtlich

a) der Überprüfung des zulässigen Aufenthaltsortes des Spielers?

Die Spielbank Hamburg hat von dem Spieler die Adressdaten zu erheben. Außerdem hat jeder Spieler die Daten seiner Kreditkarte der Spielbank aufzugeben. Mittels einer vom Spieler zur Überprüfung seiner Angaben zu übersendenden Kopie des Personalausweises und der Daten der Kreditkarte kann die Spielbank die Richtigkeit seiner Angaben überprüfen. Erst danach erhält der Spieler die Möglichkeit, sich zum Spiel anzumelden. Hierbei hat er anzugeben, wo er sich zurzeit aufhält. Weichen diese Angaben von seinem registrierten Wohnsitz ab, hat er die derzeitige Adresse sowie eine Festnetztelefonnummer aufzugeben. Die Spielbank kann die Angaben dann durch Rückruf überprüfen.

Gleichzeitig hat die Spielbank die Möglichkeit, im Rahmen eines so genannten IP-Targetings die IPAdresse des Computers auf Plausibilität mit den gemachten Angaben zu prüfen.

6. b) des Jugendschutzes?

Es gelten uneingeschränkt alle gesetzlichen Bestimmungen für den Jugendschutz, insbesondere das Spielverbot für Minderjährige.

6. c) des Spielerschutzes?

Die Spieler haben die Möglichkeit, sich für jede Spielsitzung ein Limit zu setzen. Aus dem Limit der Kreditkarte ergibt sich eine zusätzliche Begrenzung des Spieleinsatzes. Die Website der Spielbank enthält Hinweise zu den Angeboten der vorhandenen Beratungsstellen, an die suchtgefährdete Spieler sich wenden können.

6. d) des Datenschutzes?

Es gelten alle gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes ohne Einschränkung.

7. Wie kontrolliert der Senat die Einhaltung dieser Auflagen hinsichtlich der Überprüfung

a) des zulässigen Aufenthaltsortes des Spielers?

b) des Jugendschutzes?

c) des Spielerschutzes?

d) des Datenschutzes?

8. Welche Sanktionen muss die Spielbank Hamburg befürchten, wenn die erteilten Auflagen unzureichend erfüllt werden?

Wenn Anhaltspunkte für eine Nichteinhaltung der geltenden Regelungen vorliegen, werden geeignete Maßnahmen ergriffen.

9. Wie viele Teilnehmer am Online-Roulette hat die Spielbank bisher verzeichnet und wurden die Erwartungen damit erfüllt?

Die wirtschaftlichen Daten unterliegen dem Geschäftsgeheimnis der Spielbank Hamburg Jahr+Achterfeld KG. Im Zusammenhang mit der Genehmigung des Online-Roulettes wurden keine Mehreinnahmen veranschlagt, da gesicherte Erfahrungen, welche Bruttospielerträge in diesem Bereich erzielt werden können, fehlen.