Mondprogramm

Wie in der Beantwortung zu Frage 2 thematisiert, werden in Bremen sowohl im für die Planung und Durchführung komplexer robotischer Missionen aufgebaut. Diese Fähigkeiten sind erforderlich, um derartige Missionen durchführen zukönnen. den in Oberpfaffenhofen vorhandenen bzw. geplanten Fähigkeiten zu erachten.

Die Freie Hansestadt Bremen strebt an, dass insbesondere die für Bremen Mitteln profitieren sowie die Bremer Unternehmen OHB und Astrium sich mit dem DFKI, dem ZARM und dem DLR Institut für Raumfahrtsysteme Bremen technologisch für kommende Marsmissionen der Europäischen Weltraumorganisation ESA positionieren können.

9. Welche Chancen sieht der Senat, das nationale Mondprogramm eventuell doch noch umzusetzen?

Trotz anstehender Ausweitung des nationalen Raumfahrtetats gibt es nach Einschätzung des Senats derzeit keine realistische Chance, die Bundesebene dazu zu bewegen, die erwogene nationale Mondmission (Orbiter) in dem bisher angedachten Rahmen (300 bis 350 Mio.) finanziell darzustellen, was eine Erhöhung des nationalen Raumfahrtprogramms um immerhin etwa ein Viertel voraussetzen würde. Eine Chance zur Realisierung der Mission bestünde jedoch 150 bis 200 Mio. reduziert oder die Nutzlasten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert würden.

10. Welche Strategie verfolgt der Senat, um den Raumfahrtstandort Bremen weiter zu profilieren und zu stärken?

Der Senat hält an der Strategie des Leitvorhabens Bremen als Modellregion Raumfahrt für Deutschland in Europa mit folgenden Schwerpunkten fest:

· Weitere Stärkung der Systemrolle des Landes bei der Entwicklung, in der europäischen Weltraumexploration,

· Unterstützung des nutzerorientierten Einsatzes von Raumfahrtsystemen (GMES, GALILEO und Kommunikation),

· Ausbau und Stärkung des Standortes im Bereich der Weltraumrobotik.

Nach der maßgeblichen landesseitigen Unterstützung der Bremer Raumfahrtgroßvorhaben BEOS und PHOENIX in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts sind im Rahmen der Modellregion Raumfahrt bisher u. a. folgende erfolgreiche Maßnahmen festzuhalten:

- die Gründung des DFKI Robotik-Labors Bremen,

- die Einrichtung des DLR Instituts für Raumfahrtsysteme,

- die Implementierung des GMES Office Bremen,

- mit den Teilaktivitäten Fachkoordination, Nutzerbüro für Maritime Sicherheit und Pilotprojekte zur Objektdetection auf See sowie

- die ebenfalls beim DLR erfolgte Akquisition des Demonstrationsprojektes LUNARES. Ausstehende Maßnahmen sind u. a. - die Gründung des Bremer GMES GALILEO Centers CEON (Promotion Center for Communication, Earth Observation and Navigation space based services),

- die Akquisition eines nationalen Förderprogramms für Technologien zur planetaren Landung und Explorations-Robotik (KEPLER-Vorschlag, siehe auch Beantwortung der Frage 3) sowie

- der Vorschlag für einen nationalen Klimasatelliten.

11. Ist der Senat bereit, Haushaltspolitiker zu unterstützen, um im nächsten Bundeshaushalt einen angemessenen Betrag für eine Mondmission einzustellen, der weitere Planungen ermöglicht?

Die vorrangige Strategie des Senats wird sich zunächst darauf konzentrieren, einen Teil der veranschlagten Bundesmittel für Robotik nach Bremen zu holen, das DLR-Institut Bremen sowie das ZARM und industrielle Partner vor Ort zu realisieren. Darüber hinaus ist der Senat jederzeit bereit, Haushaltpolitiker zu unterstützen, um im nächsten Bundeshaushalt Mittel für eine Mondmission einzustellen. Da aber nach Einschätzung des Senats die Mittel für die bisher geplante Orbitermission auch zukünftig kaum ausreichen werden, schlägt der von ca. 150 Mio. ­ verteilt über vier bis fünf Jahre ­ zu vereinbaren wären.