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Das Plangebiet befindet sich östlich der BAB A 27 und nördlich des Bremer Kreuzes im Ortsteil Mahndorf (Stadtteil Hemelingen) in unmittelbarer Autobahnnähe und wird landwirtschaftlich genutzt (Ackerbau). Nördlich des Plangebiets befinden sich, ebenfalls in unmittelbarer Nähe zur Autobahn, nicht genehmigte Bauten sowie Streusiedlungen in dem Gemeindegebiet Oyten.

m östlich des Plangebietes erstreckt sich das Landschaftsschutzgebiet Königsmoor (Gemeinde Oyten).

2. Geltende Darstellungen

Der Flächennutzungsplan Bremen in der Fassung der Bekanntmachung vom 31. Mai 2001 stellt für den Änderungsbereich Flächen für die Landwirtschaft dar.

3. Planungsziele und Erforderlichkeit der Flächennutzungsplanänderung

Mit der Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) sollen die Vorrangflächen für die Windkraftnutzung in der Stadtgemeinde Bremen erweitert und die Genehmigungsgrundlage für die Aufstellung einer weiteren Windenergieanlage im Planbereich geschaffen werden. Die Änderung des FNP ist erforderlich, um entsprechend § 1 Abs. 6 Nr. 7 Buchstabe f die Energieerzeugung durch Windkraft in Bremen zu fördern. Die vorhandene Darstellung (landwirtschaftliche Nutzung) soll daher um die Sonderbaufläche Windkraftanlagen für Vorhaben zur Erforschung, Entwicklung oder Nutzung der Windenergie gemäß § 35 Abs. 1 Nr. 5 ergänzt werden.

Damit wird ein Beitrag zum Klimaschutz und zur klimafreundlichen Energieversorgung geleistet.

Die Darstellung einer Sonderbaufläche zur Windkraftnutzung im Flächennutzungsplan erfolgt mit dem Ziel, den Ausbau der Windkraft verträglich zu gestalten. Seit Bremen Vorranggebiete ausgewiesen hat, sind Windkraftanlagen im Außenbereich nur noch innerhalb von Vorranggebieten privilegiert (§ 35 Abs. 3 Satz 3 Zur Standortsuche fand ein umfangreiches, mehrstufiges Prüfverfahren statt.

Dessen Ziel war es, anhand definierter Kriterien Flächen im Außenbereich der Stadtgemeinde Bremen zu ermitteln, die grundsätzlich für eine Erweiterung der Vorrangflächen für die Windkraftnutzung geeignet sind. Hinsichtlich der Umweltauswirkungen ist von einer grundsätzlichen Eignung der Fläche auszugehen, wenn die einschlägigen fachgesetzlichen Genehmigungsanforderungen von marktüblichen Windkraftanlagen eingehalten werden können. Diese grundsätzliche Eignung ist jedoch im Rahmen der Gesamtabwägung nur ein Gesichtspunkt, der neben den Mindestanforderungen für eine Genehmigung auch Planungs- und Entwicklungsziele, Vorbelastungen und Auswirkungen auf verschiedene Schutzgüter sowie Natur und Landschaftsbild betrachtet. Gegenüber vorangegangenen Verfahren und den dort zugrunde gelegten Kriterien wurden hier auch Standorte miteinbezogen, die nur für Einzelanlagen geeignet erscheinen. Das Ermittlungsverfahren hat ergeben, dass unter heutigen Rahmenbedingungen die Ausweisung eines Vorranggebietes für die Windenergienutzung im Gebiet der Stadtgemeinde Bremen nur im Plangebiet grundsätzlich möglich ist (siehe Gliederungspunkt D] Umweltbericht).

Der Standort liegt aufgrund der vorherrschenden Westwinde im Windschatten der Stadt. Die damit verbundene Verwirbelung des Windes wirkt sich erst bei einer Gesamthöhe von mehr als 150 m nicht mehr entscheidend auf den Stromertrag aus. Mit höheren Anlagen wird zudem eine verbesserte Wirtschaftlichkeit erreicht. Die mit einer größeren Höhe verbundenen stärkeren Auswirkungen auf das Landschaftsbild sollen durch Ersatzmaßnahmen kompensiert werden.

Der Einsatz von Windkraftanlagen erfolgt vor allem aus energiepolitischen CO2 Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern). Negative Auswirkungen ergeben sich durch die Darstellung einer Vorrangfläche zur Windenergienutzung am Bremer Kreuz durch Schallimmissionen und Schattenwurf sowie durch die Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes auf niedersächsischem Gebiet. Aufgrund der starken Strukturierung der betroffenen Bereiche durch Gehölze ergeben sich hohe und sehr hohe Beeinträchtigungen für das Landschaftsbild jedoch nur in Gebieten mit mittlerer Bedeutung. Die Erholungsnutzung ist durch Verkehrslärmimmissionen zweier Autobahnen eingeschränkt. Aus den o. g.

Gründen ist beim derzeitigen Stand der Technik sowie der städtebaulichen und raumordnerischen Situation in Bremen und dem niedersächsischen Umland nur dieser eine Standort am Bremer Kreuz in der Gesamtabwägung für die Ausweisung eines weiteren Vorranggebietes geeignet.

Das Plangebiet liegt im Anflugbereich des Bremer Flughafens. Nach Aussage der Deutschen Flugsicherung bestehen gegen die Errichtung einer Anlage mit den nach dieser Planung zugrunde gelegten Annahmen (180 m Gesamthöhe) keine Bedenken. Im Genehmigungsverfahren sind Auflagen für die Hinderniskennzeichnungen erforderlich. Diese dürfen jedoch nicht zu einer Gefährdung der Verkehrssicherheit auf der BAB 27 führen.

Die Windkraftanlage ist zwingend mit einer Sicherung gegen Eiswurf zu versehen. Der Schattenwurf der WKA darf die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs auf der Autobahn nicht beeinträchtigen. Dazu ist im Genehmigungsverfahren ein Schattenwurfgutachten vorzulegen.

C) Planinhalt

Unter Beibehaltung der vorhandenen Darstellung (Landwirtschaft) erfolgt eine zusätzliche Darstellung als Sonderbaufläche Windkraftanlagen (Vorranggebiet). D) Umweltbericht

1. Einleitung

Das Vorhaben und seine Rahmenbedingungen

Betroffener Raum

Als betroffener Raum wird hier von einer Fläche im Umkreis der 15fachen Gesamthöhe der WKA (2700-m-Radius), welche sich sowohl im Stadtgebiet Bremen als auch in den Gebieten der Stadt Achim und der Gemeinde Oyten befindet, ausgegangen. Im so definierten Gebiet treffen mit der Borgfelder Wümmeniederung/Fischerhuder Niederung in der Wümmeniederung, der Achim-Badener Geestinsel in der Achim-Verdener Geest, dem Blockland und der Bremer Düne/Wesersandterrasse Osterholz-Oberneuland-Borgfeld/Lesum-Achimer Dünen- und Terrassenstreifen in den Wesermarschen sowie einem kleinen Teil der im Verdener Wesertal eine Vielzahl von naturräumlichen Landschaftseinheiten aufeinander. Fernwirkungen auf das Landschaftsbild werden auch über diesen Raum hinaus betrachtet (bis in eine Entfernung der rund 30-fachen Anlagenhöhe).

Die landwirtschaftlichen Nutzflächen des betroffenen Raumes werden überwiegend als Grünland, im Bereich Oyten, Uphusen und im Bereich des geplanten Standortes auch großflächig als Acker bewirtschaftet. Die meisten Grünlandflächen sind als artenarmes Intensivgrünland eingestuft.

Im Bereich Oyter See und Königsmoor befinden sich Waldgebiete, teilweise kleinflächig im Grünland verteilt.

Wie man der Abbildung 1 (siehe unten) entnehmen kann, ist das Gebiet 1 und die BAB 27 treffen am Bremer Kreuz aufeinander, durchschnitten werden sie zudem von der B 75/L 168 und von der L 158. Hinzu kommt die Verbindung beider Strecken im Bereich des Weserparks sowie die im Südwesten gelegene Eisenbahnstrecke Bremen ­ Hannover. Das Gebiet wird zusätzlich auch von der Eisenbahnstrecke Hamburg ­ Osnabrück durchschnitten.

Im oben definierten betroffenen Raum selbst gibt es noch keine WKA. Aber in einem Umfeld mit einem Radius von 7 km befinden sich 20 bestehende Windkraftanlagen.

Direkt angrenzend an die Bundesautobahnen und fast angrenzend an den geplanten Standort beginnt das Gewerbegebiet Bremer Kreuz.

Die nächsten Wohngebäude im Außenbereich (Einzelgehöfte bzw. Streusiedlung) befinden sind auf niedersächsischem Gebiet in einem Abstand von über 500 m nordwestlich und nordöstlich vom Anlagenstandort (Clausheide, Neubauersdamm). Die geschlossenen Wohngebiete von Achim, Oyten und Bremen sind rund 1500 m und mehr vom Anlagenstandort entfernt (siehe Abbildung 2). Unmittelbar östlich des Bremer Autobahnkreuzes liegt in rund ein bis zwei Kilometern Entfernung von der Vorrangfläche das Erholungsgebiet Oyter See mit Campingplatz und Badestrand. Weitere Gebiete mit Erholungsnutzung sind der Bultensee und der Behlingsee mit Kleingartengebiet, rund drei Kilometer nördlich der Vorrangfläche. Auch das Landschaftsschutzgebiet Königsmoor im Osten der Vorrangfläche wird von Erholungssuchenden genutzt.