Bahn

Ersuchen der Bürgerschaft vom 29. September 2005

- Drs. 18/2872 „Unbefristete Verlängerung der HVV-Nachtfahrten an Wochenenden und gesetzlichen Feiertagen"

In ihrer Sitzung am 29. September 2005 hatte die Bürgerschaft folgendes Ersuchen (Drs. 18/2872) beschlossen: „Der Senat wird ersucht,

1. die bisher auf ein Jahr projektierte Regelung über Nachtfahrten von U- und S-Bahnen im Hamburger Verkehrsverbund HVV am Wochenende und gesetzlichen Feiertagen unbefristet zu verlängern.

2. durch Gespräche mit den Umlandkreisen dafür zu werben, dass der Nachtverkehr auch im erweiterten HVV-Verbund ausgeweitet wird, ohne dass dies zu Kosten für die Freie und Hansestadt Hamburg führt.

3. zu prüfen, inwieweit an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Anlässen weitere Nachtfahrten angeboten werden können."

Hierzu hat mir der Senator der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt mit Schreiben vom 15.10.2007 Folgendes mitgeteilt: „Seit dem 17. Dezember 2004 fahren in Hamburg U- und S-Bahnen in den Wochenendnächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag sowie in den Nächten vor gesetzlichen Feiertagen im 20-Minuten-Takt rund um die Uhr.

Der Nachtbetrieb ist begrenzt auf ein Kernnetz im Hamburger Stadtgebiet, das alle U- und S-Bahnlinien mit Ausnahme der weiter außen liegenden Haltestellen umfasst. Das Kernnetz wird begrenzt von den Bahnhöfen Blankenese, Elbgaustaße, Niendorf Markt, Ochsenzoll, Poppenbüttel, Volksdorf, Mümmelmannsberg, Bergedorf und Neugraben.

Zusätzlich zur Nachtdurchfahrt der Bahnen wurde ein ergänzendes Busnetz eingerichtet, das die Anschlüsse an die Schnellbahn-Haltestellen herstellt und die Fahrgäste weiter in die Stadtteile befördert. Die Erweiterung des nächtlichen Schnellbahnbetriebes hat in Zusammenhang mit dem ergänzenden Nachtbusbetrieb zu einem erheblichen Anstieg der Fahrgastzahlen geführt. Damit ist die Attraktivität Hamburgs für Einwohner und Besucher weiter gestiegen. Dies ist zugleich ein Baustein der Wachsenden Stadt.

Vor Einführung des durchgehenden Nachtbetriebes am Wochenende auf den Schnellbahnen wurden im Nachtbusnetz am Wochenende etwa 30.000 Fahrgäste befördert.

Im 1. Quartal 2005 nutzten durchschnittlich rund 60.000 Fahrgäste das neue Angebot bei den Schnellbahnen (in den beiden Wochenendnächten).

Eine Überprüfung der Fahrgastnachfrage hat bestätigt, dass die Fahrgastzahlen gegenüber der ersten Zählung nochmals angestiegen sind. Die Fahrgastzahlen in den beiden Wochenennächten haben sich 2006 mehr als verdoppelt auf rund 75.000 Fahrgäste in den Schnellbahnen. Hinzu kommen rund 20.000 Fahrgäste in den ergänzenden Buslinien, die zum Teil auch die Schnellbahnen benutzt haben. Dies ist zugleich ein Erfolg für mehr Sicherheit im Straßenverkehr, da sich die Zahl der KfZ-Fahrten unter Alkoholeinfluss aufgrund des attraktiven Angebots reduziert haben dürfte. Die nächtlichen Unterhaltungsangebote in der inneren Stadt sind damit noch attraktiver geworden.

Durch das erweiterte Fahrtenangebot in den Wochenendnächten werden Mehreinnahmen in Höhe von rund 0,7 Millionen Euro erzielt. Damit reduzieren sich die Mehrkosten auf rund 3,1 Millionen Euro/Jahr.

Zu den einzelnen Prüfaufträgen wird Folgendes mitgeteilt:

Zu 1.: Die unbefristete Verlängerung des HVV-Nachtverkehrs auf Hamburger Gebiet wurde zum Winterfahrplan ab 11. Dezember 2005 beschlossen.

Zu 2.: In Gesprächen mit den im HVV vertretenen Umlandkreisen wurde stets verdeutlicht, dass Hamburg einer Ausweitung des Nachtverkehrs im erweiterten HVV offen gegenübersteht, sofern die Umlandkreise die Finanzierung übernehmen.

Auf Hamburg kämen begrenzte Kosten für die Weiterführung der Schnellbahnen bis zur Landesgrenze zu.

Zu 3.: Es ist ständige Praxis der zuständigen Behörde und des HVV zu prüfen, ob an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Anlässen weitere Nachtfahrten angeboten werden sollen. Sie finden seit langem zu Silvester und zu Großveranstaltungen in Hamburg, wie zum Beispiel Alstervergnügen und Hafengeburtstag, statt. Zu bestimmten Ereignissen, wie es bei den während der Woche ausgetragenen Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Fall war, werden die Fahrpläne auch stundenweise verlängert."