Tourismus

Vertiefung der Beziehungen zu Dar es Salaam

In seiner Stellungnahme auf das in der Bürgerschaft beschlossene Ersuchen (Drs. 18/3682) Afrika und Hamburg gibt der Senat unter anderem Auskunft darüber, aus welchen Gründen, in welcher Form und auf welchen Gebieten Hamburg die Zusammenarbeit speziell mit Dar es Salaam/Tansania seit 2006 vertieft hat. In dem am 20. März 2007 vom Ersten Bürgermeister sowie dem Bürgermeister der Stadt Dar es Salaam unterzeichneten Memorandum über die Zusammenarbeit 2007/2008 werden als Ausgangspunkt der Beziehungen die Gemeinsamkeiten der beiden Städte als „große Hafen- und Handelsstädte als Metropolen der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kultur" genannt

Viele konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit (zum Beispiel zur Verbesserung der Infrastruktur in Dar es Salaam, im Bereich des Wissensaustausches sowie der Jugendarbeit), die sich daraus ergeben, werden im Memorandum sowie der Senatsmitteilung aufgezählt. Einige solcher Projekte haben bereits stattgefunden.

In Anbetracht der angeführten Tatsachen könnte eine Bekräftigung und nachhaltige Etablierung der entstandenen Beziehungen mit dem tansanischen Regierungssitz am besten in einer noch engeren und zunehmend formalisierten Partnerschaft zum Ausdruck kommen.

Partnerschaften sollten für die jeweilig vertretenen Gesellschaften die Chance bieten, die Perspektive zu erweitern und neue Möglichkeiten der Erfahrung eines anderen Ortes zu erhalten. Eine längerfristige Partnerschaft mit Dar es Salaam wäre in diesem Sinne für Hamburg dazu geeignet, neben den kulturellen, geografischen und politischen Besonderheiten des tansanischen Regierungssitzes, auch aktuelle und strukturelle Probleme, die allgemein einen Großteil des afrikanischen Kontinentes betreffen, genauer in den Blick zu nehmen. Auch historische Problemfelder, zuvorderst die Kolonialgeschichte, an welcher Hamburg als seit langem wichtige Handelsmetropole historisch beteiligt ist, könnten im Rahmen der Partnerschaft eine adäquate Thematisierung erfahren. Die intensive Miteinbeziehung der tansanischen Perspektive böte Hamburg die Chance, eine wichtige Rolle in der Aufarbeitung der leidvollen Ereignisse des letzten und vorletzten Jahrhunderts zu übernehmen, die die heutigen Nationen Tansania und Deutschland exemplarisch miteinander verbinden. Aber auch der kulturelle Austausch mit Dar es Salaam ließe sich noch erweitern, beispielhaft seien die in beiden Städten sehr lebendigen und bekannten Musikszenen genannt.

Nachdem Hamburg schon enge, erfolgreiche Städtepartnerschaften in Mittel- und Osteuropa, Nordamerika, Asien und Lateinamerika unterhält, entspricht der Aufbau einer Partnerschaft in Afrika auch dem Selbstbild der Stadt Hamburg als einer globalen und vernetzten Metropole, als „Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern".

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht:

1. die partnerschaftlichen Beziehungen mit Dar es Salaam formalisiert zu intensivieren, auf weitere Themen, insbesondere Kultur, Klimaschutz und Tourismus auszuweiten, sowie zusätzliche öffentliche und private Akteure zu gewinnen;

2. zu prüfen, inwieweit erforderliche Mittel zum Beispiel aus den Haushaltstiteln 1 100.547.01 (Städtepartnerschaften) und 1 100.681.03 (Förderung der Zusammenarbeit mit den Entwicklungsländern) bereitstehen;

3. durch Kontakte mit den zuständigen Gremien der Europäischen Union die Möglichkeit der EU-Förderung von Projekten mit Hamburger Beteiligung zu prüfen;

4. eine Fachtagung in Hamburg mit Experten aus Dar es Salaam zur Kolonialgeschichte zu organisieren und durchzuführen;

5. der Bürgerschaft zu berichten.