Absolventen

Mit dieser Drucksache wirbt der Senat zusätzliche Betriebsmittel für die Universität Hamburg (UHH) ein, deren Budget schrittweise bis 2010 um 8,5 Mio. Euro p.a. gesteigert werden soll. Zugleich soll die UHH in den fünf Jahren 2007­2011 jeweils 1 Mio. Euro für die Berufung exzellenter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Profil- und Wettbewerbsfähigkeit der UHH zu steigern und die Zukunftsperspektive für die Erreichung ehrgeiziger Ziele in wissenschaftlicher Exzellenz zu optimieren.

Die damit verbundene Steigerung der Master-Studienplatzzahlen und die Verbreiterung des Angebots an differenzierten und spezifizierten Master-Studiengängen ist zugleich ein wichtiger Baustein im Rahmen der vom Senat verfolgten TalentstadtStrategie.

1. Ausgangslage: Strukturveränderungen und Qualitätsoffensive

Ausgangslage

Zu den Lehrleistungen und insb. den Masterkapazitäten der UHH sehen die Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen der UHH und der BWF seit 2005 unverändert vor, dass die UHH ab 2009 jährlich 5.530 Bachelor- und im Weiteren mindestens 2.380 Master-Studienplätze zur Verfügung stellt. Grundlage hierfür sind die Leitlinien des Senats für die Hochschulentwicklung vom Juni 2003 und eine Kapazitätsprojektion der Hochschulinformationssystem GmbH (HIS), an der BWF und UHH gemeinsam mitgewirkt haben.

Zur Finanzierung wurde zunächst im Zukunftspakt „Qualität und Innovation" in 2002 und fortgesetzt durch den „Pakt für Exzellenz und Wachstum" in 2006 den Hamburger Hochschulen finanzielle Planungssicherheit bis zum Jahre 2011 einschließlich vereinbart. Diese Planungssicherheit bietet nicht nur Budgetkonstanz, sondern gewährt auch den Ausgleich von Tarifsteigerungen im Personalbereich und berücksichtigt die Entwicklung des Kaufkraftniveaus. Der Finanzrahmen für die mit der UHH vereinbarten Planungsziele war damit gehalten.

Neues Profilierungspotenzial

Auf der vorstehenden Basis haben sich UHH und Senat nach intensiver Diskussion darauf verständigt, in gemeinsamer Anstrengung das Potenzial der Universität für die fachlichen Profilierungen deutlich zu verstärken. Die Universität wird ihr Profil in Lehre und Forschung und ihre wissenschaftliche Exzellenz ausbauen, um im nationalen und internationalen Wettbewerb erfolgreich zu sein. In diesem Kontext ist das Angebot an 2.970 Master-Studienplätzen und die damit mögliche Diversifizierung von Master-Studiengängen besonders bedeutsam: Master-Studiengänge sind für den Ausbau wissenschaftlicher Exzellenz in Forschungsschwerpunkten ebenso unabdingbar wie für spezifische Berufsausbildungen, die höchste Qualifikationen vermitteln. Die Steigerung der Master-Studienplatzzahlen und die Verbreiterung des Angebots an differenzierten und spezifizierten Master-Studiengängen ist daher wichtiger Baustein im Rahmen der vom Senat verfolgten Talentstadt-Strategie: Master-Studiengänge zielen auch darauf ab, junge und kreative Menschen für Hamburg zu gewinnen und sie entsprechend eines immer anspruchsvolleren Arbeitsumfeldes zu qualifizieren. Master-Studiengänge machen Hamburg attraktiv für junge Talente: Deren Zustrom nach Hamburg wird gesteigert und sie werden in der Stadt gehalten. So wird Hamburgs Zukunft als Wirtschaftsstandort und als attraktive Metropole gesichert.

2. Leistungen der Universität zur Stärkung von Lehre und Forschung

Die Universität hat sich als Ergebnis des Analyse- und Verhandlungsprozesses und im Zuge einer Gesamtvereinbarung über Masterkapazitäten ­ ohne Medizin ­ und über die Finanzierung verpflichtet, mit den derzeitig rund 1.

Stellen wissenschaftlichen Personals die Lehrleistung um knapp 1.000 Semesterwochenstunden (SWS) zu steigern und weitere 600 SWS zu verstetigen. Damit kann die Universität zusätzlich knapp 600 Masterplätze mehr gegenüber den ursprünglichen Planungen anbieten und die Betreuung der Studierenden im Master sowie in der Physik und der Informatik im Bachelor gegenüber den bisherigen Planungen moderat steigern. Die UHH hat sich im Einzelnen zu Folgendem verpflichtet:

Lehrintensivere Personalstruktur

Die UHH wird mit dem vorhandenen Personal mehr Lehrleistung erbringen, d. h. die Lehrverpflichtung für Wissenschaftler und Nachwuchswissenschaftler wird moderat angehoben. Im Einzelnen ist geplant:

­ Neunte Semesterwochenstunde: Das durchschnittliche professorale Lehrdeputat soll ­ über den Pakt für Exzellenz und Wachstum hinaus ­ dauerhaft von bisher 8 auf 9 SWS angehoben werden. Dies verstetigt die bisher im Rahmen des Pakts für Wachstum und Exzellenz als nur vorübergehend Verstärkung geplanten 600 SWS Lehrleistung.

­ Wissenschaftliche Mitarbeiter: Die insgesamt 680 wissenschaftlichen Mitarbeiter sollen im Durchschnitt jeweils ein halbe Stunde mehr lehren als bisher, was eine zusätzliche Lehrleistung von 340 SWS bedeutet.

­ Funktionsstellen: Die Inhaber von 70 Funktionsstellen, die bisher nur in Ausnahmefällen Lehrleistungen erbringen, sollen künftig im Durchschnitt 2 SWS lehren und erbringen damit zusätzlich 140 SWS Lehrleistung.

Einbeziehung in die kapazitätsrelevante Lehre

Weiter wird die Universität für die studienplatzrelevante (= kapazitätsrelevante) Lehre auch solche Stellen berücksichtigen, die in der Kapazitätsberechnung bisher nicht angesetzt wurden:

­ Zentrale Stellen: Die Lehrleistung von 41 Wissenschaftler-Stellen im zentralen Bereich der UHH, die bisher wegen der Fachspezialität nicht in die Kapazitätsberechnung einbezogen worden sind, wird künftig mit 120 SWS kapazitätswirksam berücksichtigt.

­ Lehraufträge: Die für Lehraufträge zur Verfügung stehenden Stellen werden auf kapazitätsrelevante Lehre ausgeschöpft und so zusätzlich 100 SWS Lehrleistung geschaffen.

Korrekturen der Kapazitätsberechnung UHH und BWF haben sich darauf verständigt, dass die bisherige Kapazitätsberechnung der UHH zu korrigieren ist.

­ Die UHH wird den Besonderheiten der Lehrerausbildung im Bachelor-Master-System dadurch Rechnung tragen, dass sie die Lehrentlastung der UHH durch Einbindung des staatlichen Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung in die Lehre der Masterphase angemessen berücksichtigt (160 SWS Entlastung).

­ Weiter übernimmt die UHH für Bachelor-Studiengänge die mit der BWF auf Basis des HIS-Gutachtens vereinbarten Betreuungsrelationen (340 SWS Entlastung).

­ Demgegenüber verbessert die UHH die Betreuung in den Bereichen Informatik und Physik (80 SWS Aufwand) und

­ setzt 150 SWS zur Kapazitätssteigerung in der naturwissenschaftlichen Fakultät ein. Die naturwissenschaftliche Fakultät kann damit den Leitlinien für die Entwicklung der Hamburger Hochschulen und dem Hochschulpakt 2020 entsprechend ausgebaut werden.

Die Gesamtlehrleistung der UHH steigt durch diese Korrekturen der Kapazitätsberechnung im Ergebnis um 270 SWS.

Deputatsermäßigungen

Weiter haben UHH und BWF vereinbart, die heute von der Universität gewährten Deputatsermäßigungen zu evaluieren und über deren künftigen Umfang zu entscheiden.

Die UHH wird die Deputatsermäßigungen verstärkt für besondere Leistungen in der Forschung gewähren.

Masterstudienplätze

Als Folge der vorstehenden Maßnahmen und einer

­ gegenüber den bisherigen Planungen ­ moderaten Steigerung der Studierendenbetreuung in Master-Studiengängen wird die UHH neben den 5.530 Bachelor-Studienplätzen jährlich insgesamt 2.970 Master-Studienplätze anbieten können. Davon entfallen 1.060 Plätze auf Staatsexamens-Studiengänge (insb. Lehramt), während 1.

Master-Studienplätze für eine schwerpunktorientierte wissenschaftliche Ausbildung und damit zur Stärkung des wissenschaftlichen Profils der UHH zur Verfügung stehen.

3. Leistungen der Stadt: Budgetaufstockung zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Exzellenzförderung

Um die vorstehenden zusätzlichen Leistungen der UHH zu unterstützen und zu verstärken, plant der Senat, das Budget der UHH ab 2007 in mehreren Schritten strukturell um bis zu 8,5 Mio. Euro p.a. anzuheben (davon: etwa 3,8 Mio. Euro für eine verbesserte Personalausstattung und 4,7 Mio. Euro für eine verbesserte Sachkostenausstattung für bestehende und neue Studienplätze sowie für die Forschung). Zusätzlich zu dieser strukturellen Anhebung des Budgets soll für die UHH ein Fonds geschaffen werden, der mit 1 Mio. Euro jährlich ausgestattet und entsprechend der Laufzeit des „Pakts für Wachstum und Exzellenz" ab 2007 und zunächst bis 2011 ausgelegt ist. Diese zusätzlichen Mittel sollen es der Universität ermöglichen, herausragende Professorinnen und Professoren im Wettbewerb erfolgreich zu berufen.

Damit wird die UHH bis 2011 insgesamt zusätzliche Mittel in Höhe von 37 Mio. Euro erhalten, die ihr in folgenden Zeitschritten zufließen:

4. Fazit: Umfassende gemeinsame Anstrengung zur Verbesserung der Zukunftsfähigkeit der Universität

Die hier vorgestellte Vereinbarung zwischen UHH und BWF ist ein weiterer Schritt zur Verbesserung des Lehrund Forschungsangebots und damit der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit der UHH.

­ Sie ermöglicht der UHH ­ bei verbesserter Betreuungssituation ­ jährlich 2.970 Master-Studienplätze insgesamt ­ ohne Medizin ­ anzubieten, 1.060 davon in Staatsexamens-Studiengängen (insb. Lehramt) und 1.910 für die profil- und schwerpunktorientierte wissenschaftliche Ausbildung. Damit beträgt das durchschnittliche Verhältnis von Master-Studienplätzen zu Bachelor-Absolventen 95 % bei Staatsexamens-Studiengängen, 80 % in der Fakultät Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und 60 % in den anderen Fakultäten.

­ Zwischen UHH und BWF besteht Konsens, dass mit dieser Vereinbarung die UHH als forschungsorientierte Universität in allen Fakultäten differenzierte wissenschaftliche Schwerpunkte setzen und ein in Zahl und Qualität der Master-Studienplätze sehr wettbewerbsfähiges Angebot und Profil entwickeln kann.

­ Schließlich stellt die Vereinbarung Konsens über zentrale Rahmenbedingungen der Ressourcennutzung für die Lehre her. Zugleich unterstreicht sie das Einvernehmen zwischen UHH und BWF, dass das ­ schrittweise um 8,5 Mio. Euro p.a. angehobene ­ Budget der UHH eine tragfähige Grundlage für deren Aufgabenerfüllung darstellt. Ein mit 5 Mio. Euro ausgestatteter Fonds für die Berufung exzellenter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler soll die Profilierung der UHH in den kommenden fünf Jahren zusätzlich unterstützen.

5. Auswirkungen auf den Haushalt

Im Haushaltsplan 2007/2008 wird der Titel 3420.685. „Zuweisung an den Wirtschaftsplan der Universität Hamburg" in 2007 um 1.000 Tsd. Euro und in 2008 um 6. Tsd. Euro angehoben. Zugleich wird ein neuer Titel 3420.685.02 mit der Zweckbestimmung „Zuweisung an den Wirtschaftsplan der Universität Hamburg für Exzellenz-Berufungen" eingerichtet und mit jeweils 1.000 Tsd. Euro in 2007 und 2008 ausgestattet.

Die Deckung für 2007 und 2008 mit 2.000 Tsd. Euro bzw. 7.000 Tsd. Euro wird durch Heraufsetzung der Entnahme aus der allgemeinen Rücklage im Einzelplan 9.2 erbracht.

6. Petitum:

Der Senat beantragt, die Bürgerschaft wolle

1. von den vorstehenden Ausführungen und den finanziellen Konsequenzen Kenntnis nehmen,

2. die in der Anlage dargestellten Änderungen im Einzelplan 3.2 des Haushaltsplans 2007 und 2008 beschließen sowie

3. zur Deckung den Titel 9990.359.01 „Entnahme aus allgemeiner Rücklage" in 2007 um 2.000.000 Euro und in 2008 um 7.000.000 Euro heraufsetzen.