Umweltschutz

1. Anlass

2. Zielsetzung und Bedeutung des UmwelterlebnisParks für Hamburg

Lebensqualität und Familienfreundlichkeit

Nachhaltige Entwicklung mit Schwerpunkt Klimaschutz

Grundsätzliche Ansätze zur Zielsumsetzung

3. Ausgangslage: das Hamburger Umweltzentrum

4. Das neue Konzept für den UmwelterlebnisPark Karlshöhe

Konzept für den Gebäudekomplex

Erlebnisausstellung „Natur-Energie-Klimaschutz"

Veranstaltungsprogramm

Cross-Marketing der Angebotsmodule

5. Verkehrskonzept

6. Besucherprognose

7. Im letztgenannten Zeitraum wurden Arbeitsstrukturen zur pädagogischen Betreuung von Kitagruppen, Schulklassen und Multiplikatoren in enger Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung e.V. (ANU) aufgebaut, das Veranstaltungsprogramm entwickelt sowie das Gelände für Naturerlebnisse ausgebaut.

Von 2001 bis 2006 war der BUND Landesverband Hamburg e.V. Betreiber der Einrichtung und konnte in diesem BÜRGERSCHAFT DER FREIEN UND HANSESTADT HAMBURG Drucksache18/7235 Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft Haushaltsplan 2007/ 2008 „Sonderinvestitionsprogramm Hamburg 2010" (SIP)

1. Modernisierung des Hamburger Umweltzentrums zum UmwelterlebnisPark Karlshöhe mit den Themenschwerpunkten Natur, Energie und Klimaschutz

2. Nachbewilligung von Haushaltsmitteln Inhalt

Zeitraum in Zusammenarbeit mit den Vereinen das Veranstaltungsprogramm erweitern und damit die Besucherzahlen des Umweltzentrums weiter erhöhen. Im Sommer 2006 wurde von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt ein Bewerbungsverfahren durchgeführt, um für den anstehenden Modernisierungsprozess des Umweltzentrums einen strategischen Partner zu suchen. Da für das Modernisierungskonzept keine dem Anforderungsprofil in jeder Hinsicht entsprechende Organisation gefunden werden konnte, hat die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt daher wieder selbst den Betrieb des Zentrums seit 2007 übernommen.

Das Projekt entspricht den Zielen des Regierungsprogramms und fügt sich ein in das Leitbild: „Metropole Hamburg ­ Wachsende Stadt".

Durch neue hochwertige Informations- und Erlebnisangebote kann eine deutliche Erhöhung der Qualität und Effizienz des Bildungsangebots erreicht werden. Ziel des Vorhabens ist die Umsetzung des städtischen Entwicklungsleitbilds „Metropole Hamburg ­ Wachsende Stadt", die Förderung der „Bildung für nachhaltige Entwicklung" und die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts. Durch die umfassende Modernisierung werden breitere Bevölkerungsschichten erreicht. Dieses Ziel würde mit einer Sanierung des bestehenden Angebots alleine nicht gewährleistet: Es fehlen eine attraktive Ausstellung, dringend benötigte Schulungsräume und weitere Angebote (Bewirtung, Erlebnisflächen etc.).

2. Zielsetzung und Bedeutung des UmwelterlebnisParks Karlshöhe für Hamburg

Lebensqualität und Familienfreundlichkeit

Eine gezielte Familienförderung im Rahmen des Leitbildes „Metropole Hamburg ­ Wachsende Stadt" soll dazu beitragen, Hamburg zu einer familienfreundlichen Metropole auszubauen, um insbesondere junge Familien in der Metropole zu halten bzw. die Attraktivität Hamburgs für neu ansiedelnde Familien zu erhöhen. Die Verbesserung der urbanen Lebensqualität mit einer guten sozialen und gesundheitsfördernden Infrastruktur ist neben dem Angebot von Arbeitsplätzen und der Verfügbarkeit von Wohnraum ein wichtiger Faktor bei der familiären Entscheidung für einen städtischen Wohnstandort. Hierzu zählen sowohl die Aufwertung des Wohnumfelds durch die Anbindung an vielseitig nutzbare Naherholungsgebiete ­ ein entscheidender „Wohlfühl-Faktor" für Familien mit Kindern ­ als auch die Schaffung eines ansprechenden und familiengerechten Ausflugszieles in der Stadt selbst. Als attraktivem und Gesundheit förderndem Veranstaltungsund Ausflugsort im innerstädtischen Gebiet kommt dem geplanten UmwelterlebnisPark Karlshöhe eine bedeutende Rolle im Rahmen der Stadtentwicklung zu.

Durch gezielte Informationen eröffnet der UmwelterlebnisPark Karlshöhe privaten Haushalten ebenso wie Betrieben die Möglichkeit, Energie- und Wasserkosten zu senken.

Nachhaltige Entwicklung mit Schwerpunkt Klimaschutz

Bei der Umsetzung des Leitbildes „Metropole Hamburg ­ wachsende Stadt" kommt der nachhaltigen Entwicklung eine Querschnittsfunktion zu: in Form konkreter Handlungsfelder der Verwaltung, als Innovationsmotor in der Wirtschaft und durch Sensibilisierung der Bürger für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, um letztlich auch Änderungen im Verhalten auszulösen (z. B. im Hinblick auf Konsum, Ernährung, Freizeitverhalten, Ressourceneinsatz etc.). Nachhaltige Entwicklung braucht, um wirksam zu werden, eine breite gesellschaftliche Unterstützung. Hierzu haben die Vereinten Nationen die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005 bis 2014) ausgerufen.

Sie soll den Gedanken der Nachhaltigkeit in allen Bildungsbereichen verankern und so das öffentliche Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung schärfen. In ihrer Hamburger Erklärung stellt die Deutsche UNESCO-Kommission heraus, dass Nachhaltigkeit nicht „von oben" gesteuert werden kann, sondern als gesellschaftlicher Wandlungsprozess betrachtet und gefördert werden muss.

Außerschulischen Einrichtungen der Jugend- und Erwachsenenbildung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da sie die Möglichkeit zur Ansprache und Beteiligung breiter Bevölkerungsschichten haben.

Der Senat hat vor diesem Hintergrund im Mai 2005 beschlossen, zur Unterstützung der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005­2014) die Initiative „Hamburg lernt Nachhaltigkeit" auf den Weg zu bringen.

Ziel der Initiative ist es, ein ergebnisorientiertes und vernetztes Vorgehen zwischen den Akteuren zu ermöglichen.

Sie fordert alle Bereiche ­ Bildung, Wirtschaft- und Arbeitswelt, Gesundheit, Soziales und Familie, Stadtentwicklung und Umwelt ­ auf, Angebote zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung zu schaffen und bereits vorhandene Angebote auszubauen. Diese Angebote werden in dem kontinuierlich fortgeschriebenen Hamburger Aktionsplan (HHAP) zusammengefasst.

Spätestens die Veröffentlichung des letzten IPCC-Berichts zum Klimaschutz hat die Dimension des Erfordernisses, Klimaschutz zu betreiben, deutlicher denn je gemacht.

Erstmals sind auch Zahlen zum notwendigen Einsatz volkswirtschaftlicher Ressourcen und zu dem noch verbleibenden zeitlichen Spielraum in der Diskussion, um den Klimawandel auf ein verträgliches Maß zu begrenzen.

Sie verdeutlichen, dass Maßnahmen zum Schutz des Klimas höchste Priorität erhalten müssen. Der Senat hat sich dieses Themas angenommen und verfolgt im Rahmen eines Klimaschutzkonzepts ein breites Bündel an Einzelmaßnahmen und Programmen, um dem Klimaschutz gerecht zu werden. Unter der Rubrik „Bildung und Wissenschaft" ist auch der geplante UmwelterlebnisPark Karlshöhe im Klimaschutzkonzept aufgeführt. Er steht dabei in unmittelbarem Zusammenhang, nachfolgende Generationen auf die sich verändernden globalen Herausforderungen einzustellen und den Klimaschutz als selbstverständliches Alltagshandeln zu verstehen. Für den UmwelterlebnisPark Karlshöhe werden unterschiedliche Zielebenen formuliert:

­ Grundlegendes Ziel ist, den Wert von Natur und ihrer Energie zu erleben, zu begreifen und zu schätzen und breiten Bevölkerungskreisen (insbesondere Familien und Kindern) als Erfahrung anschaulich und altersgemäß zu vermitteln;

­ Konkretes Ziel ist, Anregungen und Handlungskompetenzen für eine umweltbewusste, aktive und nachhaltige Gestaltung des Alltags unter der Schwerpunktsetzung Energieeinsparung zu geben;

­ Langfristiges Ziel ist, insbesondere bei Kindern Grundlagen für eine notwendige Umwelt- und Klimakompetenz auszubilden. Auch sollen Kinder und Jugendliche vertiefenden Kontakt zu Themen der Natur- und Ingenieurwissenschaften bekommen, insbesondere auch in einem Alter, in dem sie sich an Kindergärten und Schulen hiermit noch nicht befassen. Damit trägt der UmwelterlebnisPark Karlshöhe auf Dauer dazu bei, den Fachkräftemangel in diesen Disziplinen abzubauen.

Grundsätzliche Ansätze zur Zielumsetzung

Die Natur und die in ihr liegenden Energien zu erleben kann heutzutage in einer Großstadt wie Hamburg nicht mehr unmittelbar vorausgesetzt werden. Immer häufiger müssen diese Naturerfahrungen und Erkenntnisse über natürliche Zusammenhänge ­ insbesondere im Kontext des Klimawandels ­ für Menschen unterschiedlichen Alters erst initiiert und ermöglicht werden. Hier setzt der geplante UmwelterlebnisPark Karlshöhe an. Er zielt auf die Weiterentwicklung des Zentrums von einem traditionellen Umweltbildungszentrum hin zu einem großstadtspezifischen Ausflugs-, Veranstaltungs- und Informationszentrum für Natur, Energie und Nachhaltigkeit, das attraktive und auf Lebensqualität setzende Angebote für breite Bevölkerungskreise bereithält. Durch Cross-Marketing ineinander greifende Angebote sollen insbesondere Familien und Kindern Anregungen und Handlungskompetenzen für eine umweltbewusste, aktive und nachhaltige Gestaltung ihres Alltags ­ scheinbar als Nebeneffekt ­ vermittelt werden.

Zur Gewinnung neuer Kunden zielen viele Angebote darauf, Nachhaltigkeit erst einmal attraktiv zu machen, indem das Wissen über Natur, Energie und Klimaschutz auf unterschiedlichen Ebenen und durch unterschiedliche Angebote erlebnisorientiert, modern, anschaulich und praxisnah vermittelt wird. Im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung stehen diese Angebote dabei am Anfang eines Lehr- und Lernprozesses, der schließlich zur Reflexion des eigenen Lebensstils und des Engagements für eine gerechtere Welt führen soll. Wichtig ist, dass mit dem Besuch des UmwelterlebnisParks konkrete Handlungsalternativen gut begründet und emotional ansprechend aufgezeigt werden. Ein nachhaltiger Lebens- und Konsumstil ist in der heutigen Zeit ohne Verzicht jeden Tag lebbar.

3. Ausgangslage: das Hamburger Umweltzentrum

Das seit 1989 betriebene Hamburger Umweltzentrum befindet sich auf einem ehemaligen Staatsgut im Hamburger Stadtteil Bramfeld, das bis in die 1970er Jahre landwirtschaftlich betrieben wurde. Heute stehen dem Hamburger Umweltzentrum noch ca. 9 ha als Außengelände sowie das Gebäudeensemble rund um den zentralen Hofplatz zur Verfügung (Gesetz über den Bebauungsplan Bramfeld 57 vom 08.03.1994).

Das Hamburger Umweltzentrum weist mit seiner zentralen Lage im Nordosten Hamburgs gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umweltbildungsstätte auf. Keine andere vergleichbare Einrichtung in Deutschland bietet ein ähnliches Einzugsgebiet mit rund 130.000 Einwohnern (im Radius bis 3 km) und insgesamt rund 700.000 Einwohnern im weiteren Umfeld. Als „grüne Oase" vermittelt es dem Besucher ländliche Idylle inmitten der Großstadt.

Angesichts dieser Voraussetzungen und eines soliden Veranstaltungsprogramms war das Umweltzentrum in seinem bisherigen Betrieb erfolgreich. An den rund 620 Veranstaltungen (davon rund 400 mit Kindern) im Jahr 2006 haben insgesamt rund 30.000 Personen teilgenommen (darunter rund 50 % geschätzte Teilnehmer von Großveranstaltungen; tägliche Spaziergänger ­ rund 15.000 ­ nicht eingerechnet). Die Einrichtung hat sich bei einem interessierten Publikum etabliert.

Derzeit ist das Zentrum eine erfolgreiche Einrichtung im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dies unterstreicht u. a. die aktuelle Auszeichnung als Dekade-Standort. Dennoch bedarf das Zentrum, das mit Blick auf Ursprung und Ausrichtung aus den 80iger Jahren stammt, einer umfassenden Modernisierung und strukturellen Neuausrichtung. Angesichts des Klimawandels soll ein entsprechend neues, modernes Angebotsspektrum entstehen, das durch Klimaschutzbildung konkrete Verhaltensänderungen zur CO2-Reduzierung bewirkt. Es muss attraktiv sein, um mit den anderweitigen Freizeitangeboten der Stadt konkurrieren zu können. Jedoch fehlt es an zeitgemäß eingerichteten Räumlichkeiten in ansprechend hergerichteten Gebäuden sowie einem starken Publikumsmagneten. Insbesondere aber der absehbare Verfall des Stallgebäudes (s.u.), macht eine grundlegende Sanierung unumgänglich, die wiederum Anlass zur Modernisierung des gesamten Ensembles ist.

Das Gelände des Hamburger Umweltzentrums umfasst zurzeit folgende Einrichtungen: Außengelände

Ein Rundweg von rund 1.000 m Länge erschließt das Außengelände des Zentrums. Er führt die Besucher durch unterschiedliche Lebensräume, wie Teiche, Streuobstwiese mit alten Obstsorten, Bauerngarten, einen kleinen Wald und Weiden. Stege zum Keschern, ein kleiner Solargarten, der die Nutzungsmöglichkeiten von Sonnenenergie beispielhaft vermittelt, sowie ein Bienenlehrstand ermöglichen es, das Außengelände pädagogisch zu nutzen. Um den landwirtschaftlichen Charakter des Geländes zu erhalten und Stadtkindern Erfahrungen im Umgang mit Nutztieren zu ermöglichen, wird auf dem Außengelände eine kleine Herde rauwolliger Pommernschafe gehalten. Im Außengelände befindet sich auch der 4.500 m³ fassende unterirdische Warmwasserspeicher der solaren Nahwärmeversorgung der unmittelbar an das Umweltzentrum angrenzenden Solar- und Ökosiedlung. Das Gelände ist von daher seit langem Teil eines Demonstrationsobjektes für den Klimaschutz.

Gutshaus

Das historische Gutshaus verfügt über rund 200 m² Grundfläche. Im EG sind zwei kleine Seminarräume, Besuchertoiletten und ein Sekretariat eingerichtet; im OG befinden sich die Verwaltungsräume des Umweltzentrums und eine Hausmeisterwohnung. Auf dem Dach ist eine solarthermische Anlage installiert.

Stallgebäude

Der historische Pferdestall mit rund 720 m² Grundfläche ist seit 2001 ungenutzt und dem täglichen Verfall ausgesetzt.

Damit wird nicht nur ein (Raum-) Potenzial verschwendet, ebenso sind die bereits in die Sanierung des Daches geflossenen Mittel bislang nicht in Wert gesetzt. Schließlich leidet der Charakter des Anwesens unter dem Leerstand und der Anmutung des unsanierten Gebäudes. Die NichtNutzung ist Besuchern kaum vermittelbar. Die Bausubstanz wurde bereits durch die Sanierung des Daches gesichert, weitere Sanierungsmaßnahmen wurden bis zur Klärung der späteren Nutzung zurückgestellt.