Abrisse im Harburger Binnenhafen

Der Harburger Binnenhafen bezieht sein besonderes Flair gerade auch aus dem Bestand an alten Hafen-, Industrie-, Speicher- und anderen Gebäuden.

Das Gebiet gilt als eines der herausragenden Areale in Bezug auf die Entwicklung von Industrie und Stadttopographie in der Zeit der Industrialisierung in Europa. Neben diesem Potential für eine attraktive Entwicklung von neuen Nutzungen bietet der Harburger Binnenhafen so auch die Chance, Einblicke in die eigene Herkunft zu gewähren.

Leider hat der Binnenhafen zuletzt weiteren Verlust an bedeutenden Landmarken hinnehmen müssen. So verschwanden der HOBUM-Schornstein und das Kornhaus am Holzhafen aus dem Stadtbild.

Zur Erhaltung des wertvollen Flairs des Binnenhafens und zum Schutz der historischen Industrietopographie Harburgs sind weitere Maßnahmen zum Erhalt alter Gebäude im Binnenhafen unbedingt notwendig.

Dies vorangeschickt frage ich den Senat:

Der Senat sieht das Gebiet des Harburger Binnenhafens mit den Zeitzeugen seiner bald tausendjährigen Geschichte mit vielen Bauten und Entwicklungsspuren als einen besonderen Ort, an dem es gilt, die historische Bausubstanz in angemessenem Umfang zu erhalten. Vor der Entscheidung über einen Abriss finden in allen Gebäuden ausführliche Begehungen durch die zuständigen Behörden unter Einbeziehung von Experten statt.

Genehmigte Abrisse werden den zuständigen Bezirksversammlungen regelmäßig mitgeteilt. Die zur Beantwortung der weitergehenden Fragen benötigten Daten werden nicht gesondert statistisch erfasst. Eine Einzelfallauszählung ist in der für die Beantwortung einer Schriftlichen Kleinen Anfrage zur Verfügung stehenden Zeit mit vertretbarem Verwaltungsaufwand nicht möglich.

Dieses vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt:

1. Welche als schützenswert eingestuften Bauten und Gegenstände (bitte hier und im Folgenden mit Adresse und/oder ausreichender Beschreibung darstellen) sind im Gebiet zwischen Lauenbrucher Straße und Hannoverscher Straße beziehungsweise der Süderelbe und der B 73 in den letzten 3 Jahren abgerissen beziehungsweise abgetragen worden oder ähnliches?

a. Wann ist dieses geschehen?

b. Welche Gründe haben zum letztendlichen Abriss geführt, wann und vom wem wurde der letztendliche Abriss beziehungsweise Rückbau gegenüber den Behörden angezeigt und verantwortet (bitte jeweils auflisten)?

c. Wurden bei den Abrissen beziehungsweise Rückbauten Maßnahmen zur Erhaltung oder teilweisen Erhaltung der Bauten und Gegenstände geprüft oder durchgeführt?

i. Wenn ja, welche und warum sind diese letztendlich nicht erfolgreich gewesen (bitte einzeln auflisten)?

ii. Wenn nein, warum nicht (bitte einzeln auflisten)?

d. Sind in Bezug auf die Abrisse et cetera die Fraktionen der Bezirksversammlungen unterrichtet und/oder einbezogen worden (bitte einzeln auflisten)?

i. Wann ja, wann und in welcher Form?

ii. Wenn nein, warum nicht?

e. Sind in Bezug auf die Abrisse et cetera das Helms-Museum und/oder das Hafenmuseum oder andere Museen unterrichtet beziehungsweise einbezogen worden (bitte einzeln auflisten)?

i. Wenn ja, wann und in welcher Form?

ii. Wenn nein, warum nicht?

- Seehafenstraße 2 ­ HOBUM-Schornstein, vergleiche Drs. 18/6314 und 18/6380.

- Harburger Schlossstraße 16

- Harburger Schlossstraße 33

- Nartenstraße 29

- 1. Hafenstraße 12 ­ Pförtnerhäuschen

- Konsul-Ritter-Straße 17 ­ Getreidespeicher

Im Übrigen siehe Vorbemerkung.

2. Welche Bauten und Gegenstände, die ein förmliches Verfahren zur Unterschutzstellung nach dem Hamburgischen Denkmalschutzgesetz durchlaufen haben, sind im Gebiet zwischen Lauenbrucher Strasse und Hannoverscher Strasse beziehungsweise der Süderelbe und der B 73 in den letzten 3 Jahren abgerissen beziehungsweise abgetragen worden oder Ähnliches?

a. Wann ist dieses geschehen?

b. Welche Gründe haben zum letztendlichen Abriss geführt, durch welchen Verwaltungsakt von wann wurde der letztendliche Abriss beziehungsweise Rückbau genehmigt, von wem wurde der Abriss beziehungsweise Rückbau beantragt und verantwortet (bitte jeweils auflisten)?

c. Wurden bei den Abrissen beziehungsweise Rückbauten Maßnahmen zur Erhaltung oder teilweisen Erhaltung der Bauten geprüft oder durchgeführt?

i. Wenn ja, welche und warum sind diese letztendlich nicht erfolgreich gewesen (bitte einzeln auflisten)?

ii. Wenn nein, warum nicht (bitte einzeln auflisten)?

d. Sind in Bezug auf die Abrisse et cetera die Fraktionen der Bezirksversammlungen unterrichtet und/oder einbezogen worden (bitte einzeln auflisten)?

i. Wann ja, wann und in welcher Form?

ii. Wenn nein, warum nicht?

e. Sind in Bezug auf die Abrisse et cetera das Helms-Museum und/oder das Hafenmuseum oder andere Museen unterrichtet beziehungsweise einbezogen worden (bitte einzeln auflisten)?

i. Wenn ja, wann und in welcher Form?

ii. Wenn nein, warum nicht?

Keine beziehungsweise entfällt.

3. Welche weiteren Bauten und Gegenstände, die in einem maßgeblichen Zusammenhang mit dem Erscheinungsbild des Binnenhafens standen und/oder einen maßgeblichen Bezug zur Industrialisierung des Harburger Binnenhafen hatten, sind in den letzten 3 Jahren abgerissen beziehungsweise abgetragen worden oder ähnliches?

a. Wann ist dieses geschehen?

b. Welche Gründe haben zum letztendlichen Abriss geführt, durch welchen Verwaltungsakt von wann wurde der letztendliche Abriss beziehungsweise Rückbau genehmigt, von wem wurde der Abriss beziehungsweise Rückbau beantragt und verantwortet (bitte jeweils auflisten)?

c. Wurden bei den Abrissen beziehungsweise Rückbauten Maßnahmen zur Erhaltung oder teilweisen Erhaltung der Bauten und Gegenstände geprüft oder durchgeführt?

i. Wenn ja, welche und warum sind diese letztendlich nicht erfolgreich gewesen (bitte einzeln auflisten)?

ii. Wenn nein, warum nicht (bitte einzeln auflisten)?

d. Sind in Bezug auf die Abrisse et cetera das Helms-Museum und/oder das Hafenmuseum oder andere Museen unterrichtet beziehungsweise einbezogen worden?

i. Wenn ja, wann und in welcher Form?

ii. Wenn nein, warum nicht?

- Zitadellenstraße, Betriebsgelände Mulch

- Nartenstraße 12, Zweigeschossiges Wohngebäude

- Blohmstraße, Hamburger Futtermittelwerke

- Blohmstraße 4,6

- Schlossstraße 16

Im Übrigen siehe Vorbemerkung.

4. Auch das Kornhaus am Harburger Holzhafen ist im Verlauf des letzten Jahres aus dem Harburger Stadtbild verschwunden. Was ist mit dieser Landmarke in der Topographie des Harburger Stadtbilds geschehen?

a. Wann ist das Kornhaus abgerissen beziehungsweise abgetragen worden?

b. War das Kornhaus als schützenswert eingestuft oder denkmalrechtlich geschützt?

i. Wenn ja, wieso ist es dennoch abgerissen worden?

ii. Wenn nein, warum nicht?