Der Kulturausschuss befasste sich in seiner Sitzung am 1712008 abschließend mit der

Stellungnahme des Senats zu dem Ersuchen der Bürgerschaft vom 8. Juni 2005 (Drucksache 18/2397) - Gedächtnis der Stadt erhalten

- Bestände des ehemaligen Landesmedienzentrums sichern (Senatsvorlage) Vorsitzender: Dr. Willfried Maier Schriftführerin: Brigitta Martens

1. Vorbemerkungen

Die Drs. 18/4062 wurde auf Antrag der SPD-Fraktion durch Beschluss der Bürgerschaft vom 11. Mai 2006 dem Kulturausschuss überwiesen.

Der Kulturausschuss befasste sich in seiner Sitzung am 17.1.2008 abschließend mit der Drucksache.

2. Beratungsinhalt

Die SPD-Abgeordneten riefen in Erinnerung, dass das Thema erstmalig vor drei Jahren in der Bürgerschaft aufgegriffen worden sei und die vorliegende Mitteilung des Senats seit nunmehr knapp zwei Jahren vorliege. Sie nahmen Bezug auf die Aussage des Senats, dass die Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen den qualifizierten Einrichtungen mit eigenen Beständen von den zuständigen Behörden geprüft werden sollten. Hierbei sei beispielsweise auch die Zusammenführung von filmhistorisch und -kulturell ausgerichteten Einrichtungen, die mit öffentlichen Mitteln arbeiteten, in Erwägung gezogen worden. Nun stelle sich die Frage, welche der in der Drucksache skizzierten Elemente umgesetzt worden seien.

Die Senatsvertreter versicherten, dass viel Zeit investiert worden sei, um mit den unterschiedlichsten Partnern einen Konsens in Bezug auf eine Umgestaltung zu finden. Es habe Überlegungen gegeben, ein zentrales Archiv für den filmhistorischen Bestand Hamburgs aus der Kinemathek Hamburg, dem filmhistorischen Archiv des Landesinstituts und des Film- und Fernsehmuseum e. V. in dem Bunker auf der Finkenau zusammenzuführen. Hier sehe sich die Behörde für Wissenschaft und Forschung jedoch leider nicht in der Lage, dieses für einen längeren Zeitraum zuzusichern; möglich sei lediglich eine interimistische Nutzung bis zum Jahr 2009. Dies sei keine geeignete Lösung.

Einen Hoffnungsschimmer stelle der im Zuge des Museumsentwicklungsplans vorgesehene zentrale Kulturspeicher dar. Diese Variante sei jedoch noch so neu, dass hierzu noch keine detaillierten Auskünfte erteilt werden könnten. Es sei vorgesehen, bis zur Sommerpause ein Konzept für den Zentralen Kulturspeicher vorzustellen und im Zuge dieser Planungen die Unterbringung des filmhistorischen Bestands zu berücksichtigen.

Gelungen sei seit der Vorlage der Drucksache die Einrichtung eines Filmarchivs im Internet, die jedoch mit vielen Mühen einhergegangen sei. Schwierig habe sich dieser Schritt dadurch gestaltet, dass für den Filmbereich unterschiedliche Zuständigkeiten existierten und die Zusammenarbeit zwischen den Behörden nicht immer einfach gewesen sei. Zudem sei vieles im Filmbereich bereits gut geregelt. Ein weiterer Grund für die zögerliche Einrichtung des Filmarchivs habe darin bestanden, dass es aktuell keine offensichtlich erkennbaren Notwendigkeiten wie beispielsweise drohenden Zerfall des filmischen Materials gebe, die dringenden Handlungsbedarf nach sich zögen.

In Hamburg sei der Bereich Film sehr breit gefächert und in eine relativ kleinteilige Szene selbstverwalteter Einrichtungen untergliedert, die große Bedenken gegenüber Fusionen jeglicher Art artikulierten. Rühmliche Ausnahme sei das Metropolis, die Kinemathek Hamburg e. V., die sich allen Richtungen gegenüber außerordentlich offen zeige. Seit dem 16.1.2008 bestehe die Möglichkeit, im Internet unter www.filmarchiv-hamburg.de Datenbestände einzusehen. Dies sei einer sehr guten Kooperation mit der Bildungsbehörde geschuldet, in deren Zuge es gelungen sei, die Metropolis-Datenbank an die des LI anzupassen.

Die Senatorin ergänzte, dass das Thema unbedingt auch zukünftig weiter verfolgt werden müsse. Die Notwendigkeit des Bestandserhalts in den Bibliotheken und Archiven sei inzwischen allseits erkannt, werde bald aber auch die filmischen Dokumente betreffen.

3. Ausschussempfehlung

Der Kulturausschuss bittet die Bürgerschaft, von der Drs. 18/4062 sowie von den vorstehenden Beratungen Kenntnis zu nehmen.

Brigitta Martens, Berichterstatterin.