Kooperation beruflicher Schulen mit Förderschulen Berufliche Schulen bauen zurzeit ihre Zusammenarbeit mit Förderschulen aus

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

1. Gibt es eine generelle Regelung der Behörde für Schule und Berufsbildung zum Ausbau der Kooperation von Förderschulen und beruflichen Schulen?

Nein.

2. Seit wann gibt es für Schülerinnen und Schüler aus Förderschulen nach Verlassen der Förderschulen das Angebot, anschließend einen Bildungsgang an einer beruflichen Schule zu besuchen?

Seit Bestehen der Förderschulen gibt es für schulpflichtige Förderschülerinnen und Förderschüler nach Beendigung der Förderschule ein Bildungsangebot an berufsbildenden Schulen.

3. Welche Bildungsgänge werden für diese Gruppe angeboten?

Es gibt keine spezifischen Bildungsgänge für Förderschüler und Förderschülerinnen an den berufsbildenden Schulen. Entsprechend dem erworbenen Schulabschluss haben sie Zugang zur Berufsvorbereitungsschule, zur Berufsschule und zur Berufsfachschule.

4. Wie viele Schülerinnen und Schüler nehmen bisher teil?

Derzeit besuchen 408 Schülerinnen und Schüler, die 2009 eine Hamburger Förderschule verlassen haben, staatliche berufsbildende Schulen in Hamburg.

5. Sind weitere Maßnahmen geplant?

Wenn ja, welche in welcher Form?

Auf der Grundlage des Rahmenkonzepts für die Reform des Übergangssystems Schule ­ Beruf und den Erfahrungen aus dem Kompass-Projekt werden die Berufsorientierung und die Übergangsorganisation von den Förderschulen in die berufsbildenden Schulen zurzeit von der zuständigen Behörde neu konzipiert.

6. Gilt dies für alle Schülerinnen und Schüler von Förderschulen?

Wenn nein, unter welchen Voraussetzungen erfolgt diese Maßnahme?

Bislang beteiligen sich am Kompass-Projekt 16 von 20 Förderschulen. Über die Beteiligung an den Maßnahmen im Kompass-Projekt entscheiden die Förderschulen in eigener Verantwortung.

7. Wie viele Jugendliche aus Förder- oder Sonderschulen sollen durch die einzelnen Projekte oder Maßnahmen jeweils erreicht werden?

Es wird die Teilnahme aller Schülerinnen und Schüler der Hamburger Förderschulen an der Kooperation mit den berufsbildenden Schulen im Rahmen des KompassProjekts angestrebt.

8. Welche Ziele wie etwa: Ausbildungsreife, Hauptschulabschluss et cetera sollen in welchen Projekten oder Maßnahmen erreicht werden?

Ziele des Kompass-Projektes sind die Förderung der Ausbildungsreife, der Übergang in Ausbildung oder Arbeit sowie der Erwerb eines Schulabschlusses.

9. Wie sollen die Übergänge zwischen Förder- oder Sonderschulen und der beruflichen Schule gestaltet werden?

Siehe Antwort zu 5.

10. Gibt es hier Bemühungen, auf das neue Förderinstrument der „Unterstützten Beschäftigung" zurückzugreifen?

Wenn ja, in welcher Weise?

Wenn nein, warum nicht?

Im Rahmen des Projekts „Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung in Hamburg entsprechend den Vorgaben des § 12 Hamburgisches Schulgesetz" ist vorgesehen, die zurzeit eingesetzten Förderinstrumente für Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu prüfen und gegebenenfalls weiterzuentwickeln.

11. Welche beruflichen Schulen in Hamburg haben inzwischen feste Kooperationsvereinbarungen mit welchen Förder- oder Sonderschulen geschlossen?

Feste Kooperationsvereinbarungen bestehen im Rahmen des Kompass-Projekts zwischen folgenden Förderschulen und berufsbildenden Schulen: Schule Bindfeldweg mit der Staatlichen Gewerbeschule Stahl- und Maschinenbau (G1) und der Staatlichen Berufsschule Eidelstedt (G12), Förderschule Böttcherkamp mit der G1 und der G12, Förderschule Grotefendweg mit der G1 und der G12, Schule Kielkoppelstraße mit der Beruflichen Schule Recycling- und Umwelttechnik (G8), Ganztagsschule Heidstücken mit der G 8, Förderschule Sieker Landstraße mit der Staatlichen Gewerbeschule Kfz-Technik (G9), Ganztagsschule Hauskoppelstieg mit der Staatlichen Gewerbeschule Verkehrstechnik, Arbeitstechnik, Ernährung (G20), Anne-Frank-Schule mit der Staatlichen Gewerbeschule Werft und Hafen (G7), Robert-Koch-Schule mit der G7, Förderschule Carsten-Rehder-Straße mit der G7, Schule Brucknerstraße mit der Staatlichen Gewerbeschule für Holztechnik, Farbtechnik und Raumgestaltung (G6), Astrid-Lindgren-Schule mit der Staatlichen Handelsschule mit Wirtschaftsgymnasium Schlankreye (H3).

12. Welche beruflichen Schulen in Hamburg planen mit welchen zeitlichen Vorstellungen feste Kooperationsvereinbarungen mit welchen Förderoder Sonderschulen?

Eine Kooperation der Förderschule An der Twiete und der Schule Billwerder Straße mit der G20 ist für das Schuljahr 2010/2011 geplant. Für den Übergang im Schuljahr 2011/2012 werden Kooperationen der Frieda-Stoppenbrink-Schule und der Förderschule Karl-Arnold-Ring mit einer berufsbildenden Schule vorbereitet.

13. Welche konkreten Projekte oder Maßnahmen sind im Rahmen dieser Kooperationsvorhaben geplant? An welche vorhergehenden Projekte oder Maßnahmen schließen sie an? (Bitte die einzelnen Projekte in ihrer Konzeption, den Platzkapazitäten, ihrem zeitlichen Umfang und der personellen Ausstattung beschreiben.)

Zurzeit findet ein Einarbeitungs- und Qualifizierungsprogramm für 17 Kolleginnen und Kollegen an berufsbildenden Schulen statt, die zum 1. August 2010 erstmals auf der Grundlage des Kompass-Konzepts arbeiten werden. Das Programm umfasst drei Phasen. Eine Hospitationsphase in Förderschulen, eine Qualifizierung der Kolleginnen und Kollegen und eine Begleitung der Schülerinnen und Schüler beim Übergang in die berufsbildende Schule.

Die geplanten Maßnahmen schließen an das Fortbildungs- und Begleitprogramm an, das an Förderschulen im Rahmen des Kompass-Projekts durchgeführt wurde. Sie umfassen die Teilaspekte Verzahnung der Lernorte Schule und Betrieb, Bildungsbegleitung in Betrieben, Individualisierung und Selbstverantwortung unter anderem durch betriebliche Lernaufgaben, Arbeiten in Lernwerkstätten und den Einsatz des Instruments „Lernkompass" sowie Entwicklung von Teamstrukturen zur Klassenführung. Zur Konzeption und Erkenntnissen des Kompass-Projekts siehe www.esfkompass.de und „Übergangssysteme im Wandel, Perspektiven für die Ausbildungsvorbereitung, Bilanz des ESF-Projektes Kompass", Sturm, Hartmut; Schulze, Hartmut; Schipull-Gehring, Frauke; Troeder, Marlies; Schlotzhauer, Melanie (Hrsg.), Hamburg 2008.