Anteil des ASD an der Gestaltung und Pflege von Netzwerken

Anteil des ASD an der Gestaltung und Pflege von Netzwerken. Fachkräfte des ASD nutzen im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung die Strukturen der Netzwerke. Sie wirken in einem vom jeweiligen Bezirksamt definierten Umfang und mit definierten Aufträgen an der Gestaltung und Pflege von Kooperationsbezügen mit:

· Sie arbeiten in (sozialräumlichen) Gremien mit, die für die Aufgabenwahrnehmung des ASD von Bedeutung sind.

· Sie beteiligen sich an der Entwicklung von Verfahren der einzelfallbezogenen Zusammenarbeit des ASD mit Freien Trägern, Ämtern und Diensten.

· Sie geben Impulse zur Überprüfung der Bedarfsangemessenheit und wirken mit an der Weiterentwicklung des Angebotssystems.

4. Personelle Ausstattung

Die Bezirksämter legen eine personelle Kapazität zur Wahrnehmung der Aufgaben im Funktionsbereich Netzwerkmanagement der ASD-Abteilungen fest. Sie orientieren den Ressourceneinsatz unter anderem an der Zielvorgabe, eine regelmäßige Präsenz von ASD-Fachkräften in von den Bezirksämtern zu bestimmenden Einrichtungen im Stadtteil zu gewährleisten. Der Funktionsbereich ist so auszustatten, dass die unter dem Abschnitt III. 3. genannten Aufgaben wahrgenommen werden können.

Fachkräfte, die schwerpunktmäßig mit Aufgaben des Netzwerkmanagements betraut sind, können mit weiteren Stellenanteilen im Eingangs- oder Fallmanagement tätig sein.

5. Weiterentwicklung des Hilfesystems

Jedes Bezirksamt soll das aus der Summe der Einzelfälle gewonnene Wissen des ASD als Impuls für die Gestaltung bezirklicher Netzwerke einsetzen. Die zuständigen bezirklichen Fachämter nutzen diese Erkenntnisse zur Steuerung, Planung und Weiterentwicklung des Jugendhilfe-Systems und seiner Bezüge zu anderen Leistungsanbietern.

Jedes Bezirksamt soll in geeigneter Weise dafür sorgen, dass solche Impulse auch zum Thema eines fachlichen Dialogs mit den bezirklichen Kooperationspartnern gemacht werden.

Die zuständigen Fachbehörden sollen über Ergebnisse informiert werden, die über das Handeln des jeweiligen Bezirksamtes hinaus von Interesse sind oder Maßnahmen erfordern, die von den Fachbehörden zu veranlassen sind.

E. Berichtswesen

Auf ein gesondertes Berichtswesen wird angesichts der datenverarbeitungsgestützten Erfassung des Fallgeschehens verzichtet.

F. Laufzeit

Diese Fachanweisung tritt am 15.4.2009 in Kraft; die Laufzeit endet am 31.12.2014. Vorgaben, die nur unter bestimmten Voraussetzungen gelten, sind im Folgenden kursiv gedruckt.

Bei jedem Anliegen und in jedem Fall ist immer eine Frist für den nächsten Bearbeitungsschritt zu setzen und die Bearbeitungstiefe festzulegen.

Eingangsmanagement

1. Annahme von Anliegen - Anliegen aufnehmen (Frage, Meldung, Antrag, Hilfeersuchen, etc.)

- Persönliche Zuständigkeit von Anfang an.

- Alle Anliegen (Eingänge) werden dokumentiert.

2. Erste Klärung und Bewertung - Sachverhalt, Anlass, Absichten/Ziele klären

- Anliegen fachlich prüfen (eilbedürftig, sachliche, örtliche Zuständigkeit)

- Anliegen vorläufig bewerten (Bearbeitungstiefe, insbesondere auch Sofortmaßnahmen)

- Sofortiges Handeln bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung

- Rückmeldepflichten

- Informieren, Beraten

- Erste Verständigung zum weiteren Vorgehen

- Weiterleitung (z.B. Anliegen zu laufendem Fall an fallzuständige Fachkraft, z. B. an andere zuständige Dienststelle außerhalb des ASD)

- Ein neuer Fall ist konstituiert oder das Anliegen einem bestehenden Fall zugeordnet.

- Informationen sind gegeben, Rückmeldung ist erfolgt.

- Vereinbarungen zum weiteren Vorgehen sind getroffen und dokumentiert.

- Sofortige Handlungsmöglichkeiten bei Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung und Inobhutnahme sind gewährleistet.

3. Anliegensbearbeitung abschließen - Anliegen ohne Fall abschließen

- Anliegen als Fall für den ASD konstituieren

- Anliegen oder Fall entsprechend seiner Bewertung (Bearbeitungstiefe) verbindlich weiterleiten

- Anliegen ist ohne (weiteren) Handlungsbedarf abgeschlossen.

- Anliegen ist mit Weiterleitung nach außerhalb des ASD abgeschlossen.

- Persönliche Fallzuständigkeit ist hergestellt (nach Rückmeldung verbindlicher Fallübernahme).

4. Verbindliche Fallübernahme - Zuständigkeit anzeigen (dem Eingangsmanager und der Familie)

- Persönliche Fallzuständigkeit ist hergestellt und dokumentiert.

5. Kontaktaufnahme - Kontaktaufnahme (Fristen)

- Informieren, Beraten

- Aufgaben und Leistungen der Jugendhilfe darstellen

- Anliegen, Sachverhalt, Ziele erörtern

- Erste Verständigung herstellen

- Verabredungen zum weiteren Vorgehen treffen

- Bearbeitungstiefe festlegen beziehungsweise anpassen

- Kontaktaufnahme ist dokumentiert.

- Notwendige Informationen sind gegeben.

- Vereinbarungen zum weiteren Vorgehen sind getroffen und dokumentiert.

- Der Fall ist einer Bearbeitungstiefe zugeordnet.

Klärungsphase Assessment

6. Einfache Assessment - Auftrag klären

- Über Leistungen der Jugendhilfe und andere Unterstützungsmöglichkeiten informieren Dokumentation (Minimum: Art des Anliegens)

7. Standard-Assessment - Auftrag klären

- Über Leistungen der Jugendhilfe und andere Unterstützungsmöglichkeiten informieren

- Strukturierte Sammlung und Verarbeitung von Informationen zu Problemlage, Ressourcen einschließlich Kontextinformationen, Hintergründe (Diagnose-Verfahren)

- Diagnostisches Fallverstehen (Problemlagen, Rahmenbedingungen, Ressourcen, Mitwirkungsbereitschaft, Wünsche und Vorstellungen)

- Ggf.

Der Hilfebedarf ist ermittelt.