Es gibt den Vorwurf dass die Stadt zu große Hürden auferlegt damit ein Kategorie1Hund vermittelt werden kann

Hamburgischen Hundegesetz als unwiderlegbar gefährlich gelten, werden umgangssprachlich und durch die Presse manifestiert als Kampfhunde stigmatisiert. Zu Dutzenden verbringen solche Tiere ein Dasein im Tierheim und sind kaum vermittelbar ­ selbst wenn sie den Wesenstest bestanden haben und es potenzielle Interessenten und Interessentinnen für diese Hunde gibt. Laut Presseberichten kostet die Versorgung der Hunde die Freie und Hansestadt Hamburg monatlich über 26.000 Euro. Der Bund der Steuerzahler fordert, dass die Kosten gesenkt werden. Die beste Lösung bestünde darin, dass die Tiere, die den Wesenstest bestanden haben, vermittelt werden.

Es gibt den Vorwurf, dass die Stadt zu große Hürden auferlegt, damit ein Kategorie-1-Hund vermittelt werden kann. Im Sinne kostenschonender Haushaltsführung und dem Recht jedes Tieres auf ein möglichst artgerechtes Leben ist diese Praxis zu hinterfragen.

Ich frage den Senat:

1. Wie viele Kategorie-1-Hunde sind derzeit in Hamburgs Tierheimen untergebracht? Bitte aufschlüsseln nach: Tierheim, Rasse, ob Mischlingstier, Alter, Dauer des Aufenthalts, Anlass der Inobhutnahme und ob der Wesenstest bestanden wurde.

Da grundsätzlich Hunde von Tierheimen nicht im Hunderegister angemeldet werden müssen, können nur Angaben zu den Tieren im Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV) gemacht werden, mit dem die Stadt Hamburg einen Vertrag unterhält. Im HTV sind aktuell 55 Kategorie-1-Hunde untergebracht. Alle Tiere wurden sichergestellt. Das genaue Alter der einzelnen Hunde ist meist nicht bekannt.

2. Bei wie vielen Hunden wurde in den letzten drei Jahren ein Wesenstest durchgeführt? Bitte jährlich aufschlüsseln nach Rasse.

Die Durchführung von Wesenstesten wird statistisch nur bei aktuell vorhandenen Hunden mit Angabe der eingeschätzten Rassezugehörigkeit erfasst. Ansonsten werden die Statistiken nach Kategorie Zugehörigkeit geführt. Im Jahr 2008 wurden mit 30 Kategorie-1-Hunden, im Jahr 2009 mit 35 Hunden und im Jahr 2010 mit 48 Hunden Wesensteste durchgeführt.

a) Wie viele Tiere haben diesen Test bestanden? Bitte jährlich aufschlüsseln nach Rasse.

Im Jahr 2008 haben 26 Kategorie-1-Hunde den Wesenstest gemäß Anlage 3 zu § 6 Absatz 1 der Durchführungsverordnung zum Hundegesetz bestanden. Im Jahr 2009 waren es 31 Hunde und im Jahr 2010 haben 36 Hunde bestanden.

3. Wie läuft bei Zweifeln der Rassezugehörigkeit das Feststellungsverfahren, nachdem Hunde einer Rasse und damit der Kategorie 1 zugeordnet werden? Gibt es ein Gremium, das im Zweifel Gutachten erstellt?

Wenn ja, wie werden diese Gutachten vergütet?

Die Einschätzung der Rasse erfolgt durch das zuständige Bezirksamt. Sollten Zweifel an der Zugehörigkeit zu einer Rasse bestehen, gibt es die Möglichkeit, die Hunderasse molekulargenetisch bestimmen zu lassen oder das Rassegutachtergremium zu Rate zu ziehen. Die Aufwandsentschädigung der Gremiumsmitglieder ist für die gesamte ehrenamtliche Tätigkeit pauschaliert und wird nicht je Gutachten bezahlt.

4. Wie viele Antragsteller und Antragstellerinnen hat es in den letzten drei Jahren gegeben, die einen Kategorie-1-Hund aufnehmen wollten? Wenn möglich, bitte nach Wohnort (Bezirken) aufschlüsseln.

In den letzten drei Jahren (2008 bis 2010) wurde ein Kategorie-1-Hund nach Hamburg-Nord und ein Kategorie-1-Hund nach Wandsbek vermittelt.

6. Wie viele Tiere wurden in den letzten drei Jahren in andere Bundesländer vermittelt? Bitte jährlich nach Rasse und Bundesland aufschlüsseln.

Im Jahr 2008 wurden acht Kategorie-1-Hunde in andere Bundesländer vermittelt.

Sechs Hunde nach Niedersachsen, ein Hund nach Schleswig-Holstein und ein Hund nach Mecklenburg-Vorpommern.

Im Jahr 2009 wurden 25 Kategorie-1-Hunde in andere Bundesländer vermittelt.

14 Hunde nach Niedersachsen, sieben Hunde nach Schleswig-Holstein, drei Hunde nach Mecklenburg-Vorpommern und ein Hund nach Baden-Württemberg.

Im Jahr 2010 wurden 30 Kategorie-1-Hunde in andere Bundesländer vermittelt.

22 Hunde nach Niedersachsen, vier Hunde nach Schleswig-Holstein, drei Hunde nach Nordrhein-Westfalen und ein Hund nach Mecklenburg-Vorpommern.