Nach dem Beamtenrecht sind grundsätzlich vollzeitbeschäftigte Professuren vorzusehen

Förderung von Teilzeitprofessuren

Im März 1999 kündigte die Zweite Bürgermeisterin an, sich für die Schaffung von mehr Teilzeitprofessuren im Angestelltenverhältnis in Hamburg einzusetzen. Dies solle unter anderem über die Frauenförderung, welche als Gegenstand der Zielvereinbarungen mit den Hochschulen abgeschlossen worden sei, erreicht werden. Durch Teilzeitprofessuren sollen Frauen Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren können.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat.

Nach dem Beamtenrecht sind grundsätzlich vollzeitbeschäftigte Professuren vorzusehen. Gemäß §§76a und 89 des Hamburgischen Beamtengesetzes (HmbBG) kann die Arbeitszeit auf Antrag reduziert werden.

Die Ausschreibung von Teilzeitprofessuren im Angestelltenverhältnis ist gemäß § 26 Absatz 3 des Hamburgischen Hochschulgesetzes (HmbHG) möglich.

An den künstlerisch-wissenschaftlichen Hochschulen können Professorinnen und Professoren nach §27 HmbHG nebenberuflich beschäftigt werden.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen unter Einbeziehung von Informationen der Hochschulen wie folgt.

1. Wie viele Teilzeitprofessuren gibt es derzeit in Hamburg? (Bitte nach Angestellten- und Beamtenverhältnis differenzieren.)

An den zum Zuständigkeitsbereich der Behörde für Wissenschaft und Forschung gehörenden Hamburger Hochschulen gibt es zur Zeit 23 Teilzeitprofessuren im Angestellten- und 25 im Beamtenverhältnis. Daneben werden an der Hochschule für Musik und Theater im Sommersemester 2000 140 nebenberufliche Professuren im Angestelltenverhältnis nach § 27 HmbHG wahrgenommen werden.

2. In welchen Hochschulen und für welche Fachbereiche bestehen diese Teilzeitprofessuren?

(Differenzierung bitte wie zuvor.)

3. Wie viele Stunden sind diese Professoren und Professorinnen wöchentlich tätig, bzw. welche Form der Teilzeit wird ausgeübt?

4. Wie hoch ist der Anteil der weiblichen Teilzeitprofessoren im Verhältnis zu der Gesamtanzahl der Teilzeitprofessuren und im Verhältnis zu der Anzahl der weiblichen und männlichen Professoren insgesamt?

5. Wie haben sich die in den Fragen 1 bis 4 genannten Zahlen in den letzten fünf Jahren entwickelt?

Auf die Angaben in den Anlagen 1 bis 5 wird verwiesen.

6. Welche Maßnahmen hat der Senat zur Förderung von Teilzeitprofessuren in den letzten Jahren ­ und insbesondere aufgrund der Ankündigung der Zweiten Bürgermeisterin im März 1999 ­ entwickelt und umgesetzt?

7. Welchen Erfolg und welche Ergebnisse hatten die beschriebenen Maßnahmen?

Wie in der Vorbemerkung ausgeführt, ermöglicht das HmbHG bereits Teilzeitprofessuren. Die Entscheidung über die Einrichtung einer Teilzeitprofessur bzw. die Besetzung einer Professur mit Teilzeitkräften im Einzelfall liegt in der Kompetenz der Hochschule. Die Universität Hamburg hat in ihrer Stellungnahme zu der Kleinen Anfrage zum Ausdruck gebracht, dass für sie der imHmbHG hervorgehobene Aspekt der Integration von Theorie und Praxis von hoher Bedeutung sei. Bei freiwerdenden geeigneten Professuren werde der Akademische Senat prüfen, ob eine Ausschreibung und Neubesetzung in Form einer Teilzeitprofessur vorteilhaft ist. Die zuständige Fachbehörde wird sich im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten wie bisher intensiv für mehr Flexibilität im Bereich der Hochschulpersonalstruktur und in diesem Rahmen auch für weitere Möglichkeiten der Teilzeitbeschäftigung einsetzen.

8. a) Wie groß war die Nachfrage nach Teilzeitprofessuren in den letzten fünf Jahren?

b) Wie vielen Nachfragern und Nachfragerinnen bzw. Bewerbern konnten aus welchen Gründen keine Teilzeitprofessuren angeboten werden?

Siehe Antwort zu 2. bis 5.

8. c) Gab es Fälle, in denen angebotene und ausgeschriebene Teilzeitprofessuren nicht als solche besetzt werden konnten? Wenn ja, warum und in welchen Fachbereichen?

Nein.

9. Welche weiteren Maßnahmen sind zu welchem Zeitpunkt zur Erreichung des Ziels der Steigerung der Anzahl der Teilzeitprofessuren seitens des Senats geplant?