Beratungsstelle

Türkische Unternehmen als wichtiger Wirtschaftsfaktor

Unter den 7,3 Millionen Migrant/innen in Deutschland stellen die Türken mit einem Anteil von 28,8 Prozent die größte Gruppe.

Nach einer neuen Studie des Zentrums für Türkeistudien in Essen verfügten die 607 000 türkischen Haushalte im vergangenen Jahr über ein Nettohaushaltseinkommen von 28,4 Milliarden DM und gaben 22 Milliarden DM für ihren Lebensunterhalt und den Konsum aus.

Wie diese Studie zeigt, bleibt ein Großteil der seit den sechziger Jahren eingewanderten Türken in der Bundesrepublik Deutschland. Jeder sechste Haushalt besitzt bereits ein Wohneigentum hierzulande. Auch die Zahl der Türken, die sich selbständig machen, nimmt zu.

Der Senat ist sich der Bedeutung der wirtschaftlichen Tätigkeit der türkischen Mitbürger und Mitbürgerinnen für den Wirtschaftsstandort Hamburg bewußt, betrachtet sie als Hamburger Unternehmer und Unternehmerinnen und unterscheidet dabei nicht nach nationaler oder ethnischer Herkunft.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt.

1. Wie hoch ist die Zahl der türkischen Selbständigen in Hamburg?

Diese Zahl ist aus den Daten der amtlichen Statistik in der für die Beantwortung einer Schriftlichen Kleinen Anfrage zur Verfügung stehenden Zeit nicht zu ermitteln.

2. Was sind die Gründe zur Selbständigkeit der türkischen Mitbürger/innen?

Es ist davon auszugehen, dass die Motive für eine selbständige Tätigkeit der türkischen Mitbürger und Mitbürgerinnen sich nicht grundlegend von denen der deutschen Mitbürger und Mitbürgerinnen unterscheiden. Eine regionalspezifische Analyse liegt für Hamburg nicht vor.

3. In welchen Wirtschaftsbereichen sind sie tätig? (Bitte die Bereiche zusätzlich in Prozentzahlen angeben.) Vgl. Antwort zu 1.

4. Unterscheidet sich das Tätigkeitsprofil jüngerer Gründer von ihren Vorgängern? Wenn ja, in welchen Bereichen sind die jüngeren Gründer tätig?

Hierzu liegen keine regionalspezifischen Informationen vor.

5. Welche staatliche Starthilfe bekommen die türkischen Unternehmer und Existenzgründer?

Dieselben, die allen Unternehmensgründern und -gründerinnen zur Verfügung stehen. Vgl. auch die Antwort auf die Große Anfrage Drucksache 16/1941.

6. Existiert eine staatliche Begleitung bei der Bewältigung der bürokratischen Aufgaben mit den Behörden und Kammern? Wenn ja, welche? Wenn nein, sieht der Senat den Bedarf, in den Kammern eine staatliche Beratungsstelle möglichst mit Fremdsprachen einzurichten?

Vgl. die Antwort auf die Große Anfrage Drucksache 16/1941, Teil IV.

7. Welche grundsätzlichen Schwierigkeiten haben türkische Unternehmer bei der Gründung ihrer Wirtschaftsbetriebe?

Dieselben, die auch alle Unternehmensgründer und -gründerinnen haben, d.h. konzeptionelle und finanzielle Schwierigkeiten. Darüber hinaus vgl. die Antwort auf die Schriftliche Kleine Anfrage Drucksache 16/633.

8. Ist es für türkische Jungunternehmer und Existenzgründer schwieriger, eine staatliche Förderung zu bekommen, als für ihre deutschen Altersgenossen? Wenn ja, woran liegt es?

Grundsätzlich nein; der zuständigen Behörde liegen dazu keine anderslautenden Erkenntnisse vor.

9. Wird eine Statistik über die Existenzdauer und Zahl der Betriebsschließungen bei türkischen Unternehmen erfaßt?

Nein.