Hamburgs Drogenhilfesystem sichern

Der letzte Suchtbericht hat ausgeführt, dass die ambulante akupunkturgestützte Entgiftung (...) in mehreren Einrichtungen als Alternative zur klinisch-stationären und medikamentengestützten Entzugsbehandlung eine offenbar durchaus erfolgversprechende Behandlungsform sei.

Der Modellversuch akupunkturgestützte Suchtbehandlung hat sich nicht zuletzt bei Kokainkonsument/innen bewährt, für die sonst keine therapeutischen Möglichkeiten bestehen.

Die jetzt vom Senat vorgesehene Einschränkung der akupunkturgestützten Suchtbehandlung nur auf Alkoholkranke entbehrt daher jeglicher Erkenntnisgrundlage. Vielmehr legen die Erfahrungen eine erfolgreiche Anwendung der Akupunkturbehandlung auch bei Konsument/innen des Kokainderivates Crack nahe.

Die Kürzung der Mittel für den Modellversuch akupunkturgestützte Suchtbehandlung um 200000 E muss dazu zurückgenommen werden.

Die Bürgerschaft möge beschließen:

1. Der Titel 8660.684.01 Modellversuch akupunkturgestützte Suchtbehandlung erhält einen Ansatz von 256000 E. Die Deckung erfolgt aus dem Antrag Drucksache 17/562 (Haushaltsverbesserungen).

2. Bei den nicht ausgelasteten Einrichtungen Cafe Drei und Kodrobs Altona wird jeweils eine Stelle eingespart. Mit den Mitteln für die beiden Stellen wird ein Akupunkturangebot für Cracksüchtige finanziert.

3. Der Senat wird aufgefordert, über die Akupunkturbehandlung und weitere Therapieangebote für Cracksüchtige zu den Haushaltsberatungen 2003 zu berichten.

2. Rücknahme der Kürzungen bei den Drogenhilfeeinrichtungen - Erhalt der Drogeneinrichtung Subway

Das Subway hilft schwer suchtkranken, verelendeten Menschen mit spezifischen niedrigschwelligen Angeboten, die die sozialen Probleme mit umfassen. Das Subway betreut Menschen, für die es sonst in Hamburg solche spezifischen Angebote nicht gibt, und leistet damit innerhalb des Suchthilfespektrums Hamburgs eine unverzichtbare Arbeit.

Überwiegend sind es psychisch kranke, mit dem HI-Virus oder Hepatitis C infizierte Drogenabhängige, die überdies teilweise noch obdachlos sind.

Bei Wegfall des Subway müssten darüber hinaus unter anderem für 60 Klienten angemietete Wohnungen gekündigt und die kranken Menschen unbetreut in die Obdachlosigkeit entlassen werden.

Weitere Kürzungen bei den Zuschüssen an Drogenhilfeeinrichtungen im Umfang von 282000 E hat der Senat bis zum heutigen Tag nicht konkretisiert. Eine pauschale Kürzung ohne spezifische Begründung macht eine angemessene parlamentarische Beratung durch die Bürgerschaft unmöglich. Die Entwicklung der Zahl von Konsument/innen illegaler und legaler Drogen in Hamburg steht in jedem Fall einer Einschränkung der Suchthilfe entgegen.

Die Bürgerschaft möge beschließen:

1. Der Titel 8660.684.61 Zuschüsse an Vereine u.dgl. erhält einen Ansatz von 19580000 E.

2. Die psychosoziale Behandlungseinrichtung Subway bleibt erhalten und wird aus dem Titel 8660.

684.61 mit einer Zuwendung in Höhe von 706748 E gefördert.

3. Die nicht konkretisierten Kürzungen im Umfang von 282000 E werden zurückgenommen.

Die Deckung erfolgt aus dem Antrag Drucksache 17/562 (Haushaltsverbesserungen).