Mehr Lehrerinnen und Lehrer besser ausbilden

Universität Hamburg ­ Mehr Lehrerinnen und Lehrer besser ausbilden

Die Bürgerschaft möge beschließen:

1. Im Einzelplan 3.2 des Haushaltsplan-Entwurfs 2002 wird im Kapitel 3420 der Titel 685.91 Zuweisung an den Wirtschaftsplan der Universität Hamburg von 189 177 000 E um 300 000 E auf 189477000 E angehoben.

Zur Deckung wird im Einzelplan 3.2, Kapitel 3660, der Titel 971.09 Fonds für Berufungen bzw. Rufabwehr von 3673000 E um 300000 E auf 3373000 E abgesenkt.

2. Der Senat wird ersucht, in der Ziel- und Leistungsvereinbarung mit der Universität Hamburg sicherzustellen, dass die zusätzliche Unterstützung in Höhe von 300000 E hochschulintern den Lehramtsstudiengängen zugute kommt.

3. Der Senat wird aufgefordert, die Bürgerschaft mit Vorlage des Haushaltsplan-Entwurfs 2003 über seine Planungen zu unterrichten, wie viele Studierende in den einzelnen Semestern im Laufe der 17. Wahlperiode in den Lehramtsstudiengängen zugelassen werden sollen, um den in den nächsten Jahren steigenden Lehrerbedarf zu decken, und diese Konzeption in den Mittelansätzen der Haushaltsplan-Entwürfe zu berücksichtigen.

Begründung:

Im Wintersemester 2001/2002 wurden für die Lehramtsstudiengänge am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg 1052 Studierende zugelassen. Laut Kapazitätenplanung standen dem Fachbereich jedoch nur 634 Studienplätze zur Verfügung. Daraus ergibt sich eine Überlastung von durchschnittlich fast 50 Prozent, die der Fachbereich mit der ihm zur Verfügung stehenden personellen Ausstattung nicht bewältigen kann. Deshalb ist beabsichtigt, im Sommersemester 2002 nur 400 Studierende für die Lehramtsstudiengänge zuzulassen. Konzeptionelle Planungen des Senats über die Zahl der in den kommenden Jahren zuzulassenden Studienbewerberinnen und -bewerber sind derzeit nicht ersichtlich.

Vor dem Hintergrund des drohenden Mangels an Lehrkräften muss die Zahl der Studierenden in den Lehramtsstudiengängen erhöht werden. Eine derartige Erhöhung darf aber nicht zulasten der Qualität der Ausbildung der Lehrkräfte und der parallel in Magister- und Diplomstudiengängen Studierenden gehen. Daher ist die Stadt gefordert, die Anstrengungen der Universität Hamburg, die Ausbildungskapazität des Fachbereichs Erziehungswissenschaften zu erhöhen, finanziell zu unterstützen.

Der Fachbereich Erziehungswissenschaft benötigt in den kommenden vier Jahren eine jährliche Erhöhung der Mittel um 300920 E, um die Ausbildungskapazität an die Zahl der Studierenden anzupassen.

Die hierfür erforderlichen Mittel sind aus dem in der 16. Wahlperiode geschaffenen Berufungsfonds (Einzelplan 3.2, Kapitel 3660, Titel 971.09) auf den Wirtschaftsplan der Universität Hamburg zu übertragen, mit dem bisher rund 3,7 Millionen E für Strukturmaßnahmen im wissenschaftlichen Bereich und zur Nachwuchsförderung zur Verfügung gestellt werden sollen. Mit dem daneben vom Senat vorgeschlagenen Budget in Höhe von 3 Millionen E für eine Qualitätsoffensive an den Hochschulen und dem Berufungsfonds werden insgesamt mehr als 6 Millionen E an zusätzlichen Personalmitteln zur Verfügung stehen, um qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die Hamburger Hochschulen zu gewinnen.

Um seine Ausbildungskapazität zu steigern, benötigt der Fachbereich Erziehungswissenschaft vor allem Personalmittel. Eine derartige Verlagerung von 300000 E aus dem Berufungsfonds auf den Wirtschaftsplan der Universität Hamburg bedeutet daher keine neue Zweckbestimmung, sondern letztlich nur eine detailliertere Zielbestimmung dieser Mittel. Eine Verlagerung von Mitteln aus dem Berufungsfonds bietet sich zudem insofern an, als diese im Gegensatz zu den Mitteln der Qualitätsoffensive des Senats nicht von den Hochschulen zurückzuzahlen sind.